Infos rund um Bachelor und Master
In diesem Info-Center stellen wir Ihnen Beiträge zu den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen zur Verfügung.
"Bemerkenswert gut, verblüffend positiv"
Hochschulabsolventen starten erfolgreich in den Job. Das gilt auch für den umstrittenen Bachelor. Auch der promovierte Taxifahrer oder die Generation Praktikum sind Klischees über Hochschulabsolventen, mit denen eine Studie aus Kassel jetzt aufgeräumt hat. Aber: Die Daten wurden kurz vor der Wirtschaftskrise erhoben.
Harald Schomburg, Projektleiter vom Internationalen Zentrum für Hochschulforschung (INCHER), bezeichnete gängige Vorurteile über das Schicksal von Hochschulabsolventen bei der Vorstellung der Studie in Berlin schlichtweg als „empirischen Unsinn“. INCHER hat insgesamt 35.000 Absolventen von über 48 Hochschulen befragt. Es ist die größte Absolventenstudie, die es zu den neuen Abschlüssen bislang in Deutschland gibt und eine der größten Absolventenstudien überhaupt. Ein zentrales Ergebnis: Absolventen des Jahrgangs 2007 suchten durchschnittlich nur drei Monate nach einem Job.
Gute Nachrichten gegen Bacheloritis
Entgegen allgemeiner Befürchtungen hinkten die Absolventen der neuen Bachelor- und Master-Abschlüsse, die mit der Studienreform eingeführt wurden, dabei nicht hinterher. Schomburg spricht von einer „fast normalen Situation für die Bachelor-Absolventen von Universitäten oder Fachhochschulen beim Berufsübergang und Berufsstart“. Die meisten Bachelor-Absolventen finden außerdem, dass ihr Job adäquat zu ihrer Ausbildung ist. Sie sind mit ihrer beruflichen Situation zufrieden.
Nach anderthalb Jahren sind nur drei Prozent der Absolventen arbeitslos gemeldet, was dem Durchschnitt aller Absolventen unabhängig der Abschlussart entspricht.
Mit den Arbeitsverträgen sind Bachelor-Absolventen etwas schlechter gestellt. Vollzeit arbeitende Bachelor-Absolventen haben deutlich seltener unbefristete Verträge als Absolventen der klassischen Studiengänge. Etwa jeder Zweite muss damit rechnen, nach einem Jahr womöglich den Job zu verlieren.
Die meisten wollen den Master
Fast drei Viertel der Uni-Absolventen in Bachelor-Studiengängen wagen sich aber ohnehin noch nicht in die Arbeitswelt, sondern streben den Master-Abschluss an. 22 Prozent arbeiten und studieren gleichzeitig. Größer ist die Übergangsquote in das Berufsleben bei Bachelor-Absolventen der Wirtschaftswissenschaften. Knapp die Hälfte der Bachelor-BWLer geht schon mit dem ersten Abschluss in den Job.
Unterschiede beim Gehalt
Unterschiede offenbaren sich in der Bezahlung. Das Einkommen von Bachelor-Absolventen von Universitäten liegt etwa 20 Prozent unter dem von Absolventen mit Diplomabschluss. Bachelor-Absolventen von Fachhochschulen müssen mit etwa 15 Prozent niedrigeren Gehältern rechnen.
Besser wird der Master bezahlt. Die Gehaltsdifferenz zum Bachelor liegt in den Naturwissenschaften bei 31 Prozent, in den Kultur- und Sozialwissenschaften bei 21 und in den Wirtschaftswissenschaften bei 17 Prozent. Bei Ingenieuren unterscheidet sich das Gehalt sogar nur um fünf Prozent, weil sie derzeit besonders begehrt sind.
Auch die vielfach angezweifelte Mobilität in den neuen Studiengängen stellt sich in der Studie positiv dar: 42 Prozent der Absolventen sind vor oder nach dem Studium ins Ausland gegangen, genügende auch während des Studiums.
"Bemerkenswert gut", "verblüffend positiv"
Der Bachelor ist zumindest nach dem Gesichtspunkt der beruflichen Chancen längst nicht so vermurkst, wie oft behauptet. Die Absolventen sind offenbar durchaus arbeitsmarkttauglich und es gehe ihnen „bemerkenswert gut“. Ihre Aussagen seien „verblüffend positiv“, wie Schomburg sagt.
Jedoch räumt er ein, dass die Daten Ende 2008 erhoben wurden, zu einer Zeit also, als die Wirtschaftskrise gerade erst in Fahrt kam. Wie es den Absolventenjahrgängen erging, die kurz vor oder mitten in der Krise auf dem Arbeitsmarkt ihr Glück versuchen mussten, darüber kann die Studie nichts aussagen.
An aktuellen Zahlen ist die Deutsche Bildung interessiert und hat im Oktober das GehaltsBarometer 2009 angestoßen. Die Online-Umfrage prüft den Einfluss der Wirtschaftskrise auf die Gehälter von Hochschulabsolventen. Wie sich die Situation auch nach Studiengang und Abschluss unterscheidet, wird die Studie ebenfalls zeigen.
Hier geht es zur Umfrage: www.meineumfrage.com/gehaltsbarometer 

