Job und Karriere
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Studienabschluss mitten in der Wirtschaftskrise: und dann?
Fertig mit dem Studium und arbeitslos: Dieses Szenario befürchten die Hochschulabgänger in diesem Jahr. Tatsächlich sieht der Jobmarkt im Moment nicht rosig aus. Experte Armin Trost erklärte auf Spiegel Online, was Hochschulabsolventen jetzt tun können. Das Stichwort Praktikum fällt hier nicht.
Im vergangenen Quartal schrumpfte die Wirtschaft um 3,8 Prozent. Viele mögen sich denken, dass es vermutlich bessere Zeitpunkte als gerade das Jahr 2009 gibt, um der Hochschule Adieu zu sagen. Eine Studie der Hochschule Furtwangen und der Promerit AG bestätigt nun statistisch die Befürchtung: Arbeitssuchende, also auch Hochschulabgänger, haben es dieses Jahr nicht leicht. Für die Untersuchung hat Experte Armin Trost 289 Unternehmen per Online-Fragebogen befragt. Deutschlands größte und beliebteste Unternehmen wie Audi, BMW und Puma waren mit dabei.
„Wir haben für die Absolventen keine guten Nachrichten“, sagte Studienleiter Trost dem Portal Spiegel Online.
Die meisten Unternehmen sind auf Sparkurs. Für Stellenanzeigen, Jobmessen und die Personalberatung wird weniger Geld ausgegeben. Wichtiger werden hingegen persönliche Kontakte und Netzwerke der bestehenden Mitarbeiter.
Vertrieb, Forschung und Entwicklung werden die Bereiche sein, in denen Unternehmen noch am ehesten einstellen. Für das laufende Jahr machen die befragten Unternehmen aber kaum Prognosen. Für interessante Bewerber werden jedoch Pools angelegt, auf die man später zurückgreifen kann. Das hilft für den Moment zwar nicht weiter, ist für Hochschulabsolventen aber ein Signal, dass Bewerbungen sich dennoch lohnen können. Wichtig ist hierbei, dran zu bleiben und das Unternehmen zu fragen, wann und wie es mit dem Auswahlverfahren weiter geht.
15 Prozent der Unternehmen geben an, gerade in Krisenzeiten verstärkt auf Bewerber zu setzen, die schon etwas Berufserfahrung mitbringen. Möglicherweise kann dies auch als Hinweis dafür gelten, dass ein Praktikum nach Studienabschluss in Zeiten der Wirtschaftskrise nicht unbedingt verkehrt ist. Armin Trost rät außerdem, nicht zu verzagen. Nur selten finden Unternehmen den idealen Kandidaten. Er rät deshalb, sich auf jeden Fall zu bewerben, auch wenn in der Stellenanzeige von Berufserfahrung die Rede ist.
In Krisenzeiten steigen bei Unternehmen die Ansprüche. Trost rät aus diesem Grund, stärker auf private Netzwerke zu setzen. In Zeitungen und auf Jobbörsen auf die Suche nach Stellenanzeigen zu gehen, hält Trost derzeit für wenig aussichtsreich. Stattdessen solle man die Unternehmen, die einen interessieren, lieber auf deren Webseiten besuchen. Am ehesten noch haben Naturwissenschaftler und technische Ingenieure Grund zum Optimismus.
Als letzten Ausweg sieht Trost das Überwintern an der Hochschule. Bachelor-Absolventen fällt die Entscheidung für den Master in der Wirtschaftskrise vielleicht besonders leicht. Und sogar eine Promotion könnte eine elegante Lösung für den Übergang sein. Von einem Praktikum ist bei dem Studienleiter allerdings keine Rede. Ob auch ein Praktikum eine gute Übergangslösung sein kann, dazu geben Ihnen die weiteren Artikel dieses Newsletters mögliche Anhaltspunkte.


