Schlüsselqualifikationen
Studieren ist mehr als das Sammeln von Fachwissen. In diesem Info-Center erfahren Sie Wissenswertes zum Thema Schlüsselqualifikationen.
Kampf dem Schweinehund
Haben Sie auch manchmal keine Lust? Damit sind Sie nicht allein. Mangelnde Motivation gehört sogar zu den häufigsten Gründen, ein Studium abzubrechen. Bevor Sie auf die Idee kommen das Handtuch zu schmeißen: Lesen Sie ein paar Tipps, um den Schweinehund aufzumischen.
Ein Studium ist ein echter Härtefall. Studienanfänger werden frisch in das Erwachsenenleben entlassen und müssen sich erst daran gewöhnen, sich plötzlich selbst zu motivieren. Während das Abitur noch zum Pflichtprogramm gehört, ist das Studium oft die erste große Lebensentscheidung, die ein junger Mensch eigenverantwortlich für seine Zukunft trifft. Motivation ist nicht nur im ersten Semester ein Thema. Viele Studierende werden bis zum Abschluss von Motivationsproblemen begleitet. Sie machen alles auf den letzten Drücker. Oder verlieren ihr Ziel aus den Augen.
Aufschieberitis durch Mini-Pläne besiegen
Motivationsmangel äußert sich oft in Aufschieberitis. Statt für die wichtige Klausur zu lernen, werden plötzlich Fenster geputzt, mehrgängige Menüs zubereitet oder Pflanzen umgetopft. „Ich habe noch nie so viel gekocht wie in der Examenszeit“, gibt Podcast-Moderatorin Nicola Fritze zu. Ihr Interviewpartner Henrik Wissing weiß dagegen ein Rezept. Hilfreich ist die Strategie der kleinen Schritte. Nehmen Sie sich vor, zehn Minuten zu lernen. Klingt albern? Lassen Sie sich überraschen. Der erste kleine Erfolg kann Lust auf mehr machen. „Kleinere Aufgaben-Hügel schafft man schneller als große Projekt-Berge“, sagt Wissing.
Ziele motivieren
Ein alter Hut: Ziele motivieren. Aber wie setzt man sich Ziele? Zunächst legen Sie das große Hauptziel fest. Als nächstes definieren Sie ein Wochenziel, das einen Teilabschnitt des Weges bildet. Das Wochenziel kann beispielsweise lauten: Kapitel 2 bis 4 der „Einführung in die Literaturwissenschaft“ durcharbeiten und zusammenfassen. Hilfreich kann es sein, seine Teilziele mit einer anderen Person zu besprechen und notfalls anzupassen, wenn man sich regelmäßig verschätzt. Jemanden mit ins Boot zu holen kann motivierend wirken, denn sonst ist man nur sich selbst Rechenschaft schuldig. Das reicht manchen Menschen nicht. Außerdem ganz wichtig: Fixieren Sie Ihre Ziele und Teilziele schriftlich. Dabei realistisch zu bleiben ist auf Dauer das Erfolgsgeheimnis. Motivationsforscher Markus Deimann rät in einem ZEIT-Interview, Vorsätze außerdem so konkret wie möglich zu formulieren. Zum Beispiel: „Jeden Morgen um neun Uhr möchte ich an meinem Schreibtisch sitzen und arbeiten“. Das könne man sich auf einen Zettel an den Kühlschrank hängen, in der Hoffnung, über diese Gewohnheit eines Tages nicht mehr nachzudenken.
Gruppendynamik nutzen
In einer Gruppe zu lernen, kann ebenfalls Blockaden lösen. Doch Vorsicht: Je nach Zusammensetzung der Lerngruppe kann es passieren, dass man vom eigentlichen Thema abschweift. Manchmal kann es die bessere Variante sein, sich zum Lernen in der Bibliothek zu verabreden, um in den Pausen etwas Gesellschaft zu haben und sich von der konzentrierten Atmosphäre inspirieren zu lassen aber trotzdem für sich alleine zu lernen.
Nicht zurückfallen
Nicht zurückfallen! So lautet einer der zentralen Tipps von Henrik Wissing. Die Lernphase sollte lediglich zum Wiederholen und nicht zum erstmaligen Verstehen des Stoffs gedacht sein. Denn genau das erzeugt den unkalkulierbaren Druck am Ende. Versuchen Sie also regelmäßig dran zu bleiben, sodass der Stoff in überschaubaren Häppchen verstanden wird und zum Schluss nur noch wiederholt werden muss.
Anhaltende Motivationsprobleme?
Sie haben schon alles versucht und fühlen sich in Ihrem Studium dennoch dauerhaft unglücklich? Sie können sich häufig nur quälend motivieren und Erfolge bleiben dauerhaft aus? Dann hinterfragen Sie noch einmal Ihre Studienwahl, ohne vorschnell aufzugeben. Prüfen Sie genau, welche Erwartungen Sie an das Studium und Ihre berufliche Zukunft haben und ob der eingeschlagene Weg auch wirklich zu Ihnen passt. Vielleicht würden Sie sich an einer Fachhochschule wohler fühlen als an der Universität? Oder haben Sie sich bei Ihrer Studienwahl an fremden Erwartungen orientiert und würden sich eigentlich für ein gänzlich anderes Fach begeistern? Das festzustellen ist keine Schande. Ein gut begründeter Wechsel des Fachs oder der Hochschule muss im Lebenslauf kein Nachteil sein, wie viele es befürchten.


