Studenteninitiativen und Hochschulgruppen

An dieser Stelle sammeln wir Beiträge zum außeruniversitären Engagement und zur Arbeit von Studenteninitiativen und Hochschulgruppen.

Aktiv werden!

Wer sich neben dem Studium engagieren möchte, trifft auf ein breites Spektrum von Studenteninitiativen und Hochschulgruppen. Hochschulpolitisch, unternehmerisch oder fachbezogen können Studierende aktiv werden – wenn sie die Zeit dazu finden. Lesen Sie mehr über studentisches Engagement und dessen Umsetzung in der Lebenswirklichkeit von Studierenden.

Arbeitgeber wünschen sich von Nachwuchsakademikern Schlüsselqualifikationen, die Studierende allein durch ein Fachstudium nicht herbeizaubern können. Dass neben Auslandsaufenthalten und Praktika vor allem das außeruniversitäre Engagement dazu geeignet ist, die gefragten Eigenschaften wie Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Praxisbezug zu entwickeln, wissen Studierende selbst sehr gut: Im CampusBarometer 2008 der Deutschen Bildung schätzten die 1.037 Befragten die Bedeutung des außeruniversitären Engagements als sehr hoch ein. Außerdem wird dem Hochschulstudium meist der fehlende Praxisbezug angelastet, wie beispielsweise der HIS-Studienqualitätsmonitor von 2007 belegt. Doch nur ein Teil der Studierenden ist auch tatsächlich bei einer der vielen studentischen Gruppen und Initiativen aktiv. Lesen Sie in unserem Initiativen-ABC  nach, welche Angebote es gibt.

Stirbt das Hochschulengagement aus?
Die Lage scheint sich durch die Einführung der gestuften Studiengänge verschärft zu haben, wenn man diversen Medienartikeln Glauben schenken darf. "Mit der Generation BA stirbt das Hochschulengagement aus", unkt zum Beispiel der Geschichtsstudent Marc Röhling in Spiegel Online. Besonders die hochschulpolitischen Gruppen, der AStA und die Fachschaften scheinen unter massiven Nachwuchssorgen zu leiden. Vielleicht, weil es für einen Senatssitz keine ECTS-Punkte gibt? Oder weil mit der kürzeren Verweildauer an der Hochschule die Identifikation mit der Lehr- und Forschungsstätte sinkt? In der Diskussion kursieren viele Vermutungen.

Auch die Kölner Runde - ein Zusammenschluss sechs großer Studenteninitiativen - fürchtet um die Attraktivität des studentischen Engagements und fordert deshalb dessen offizielle Anerkennung. Sie machen auf den Nutzen der professionell organisierten Initiativen aufmerksam, denn diese fördern genau das, was Arbeitgeber immer wieder bei Hochschulabsolventen vermissen: den fachübergreifenden Praxisbezug. Die gemeinnützigen Vereine der Kölner Runde AIESEC, BDSU, MTP, MARKET TEAM, bonding oder ELSA füllen die "Lücke zwischen den Praxisanforderungen und dem formalen Bildungssystem und sind wesentlicher Bestandteil des lebenslangen Lernens von jungen Erwachsenen in der Hochschulbildung", schreibt die Kölner Runde auf ihrem Internetportal.

Anerkennung studentischen Engagements gefordert
Aber: "Trotz dieser unbestreitbar wichtigen Rolle, die diese Initiativen übernehmen, erfahren sie und ihre studentischen Mitglieder bisher noch nicht die verdiente Anerkennung von Seiten der Hochschulen, Politik und Gesellschaft". Folglich ist das zentrale Anliegen der Kölner Runde die Anerkennung und Anrechnung von studentischem Engagement, denn nur so könne gewährleistet werden, dass Studierende sich weiterhin in zeitintensiven Ämtern einbringen. Und wie kann so ein Entgegenkommen aussehen? Die Hochschule kann beispielsweise begehrte ECTS-Punkte für Aktivitäten der Initiative vergeben oder sich bei Urlaubssemestern kulant zeigen. Teilweise ist das schon Praxis - die Bemühungen der Studenteninitiativen tragen Früchte. Die Kölner Runde berichtet von ersten Erfolgen. Matthias Gehder von der Biotechnologischen Studenteninitiative weist darauf hin, dass Veranstaltungen der Initiative mit ECTS-Punkten anerkannt werden, was einen Anreiz für das ehrenamtliche Engagement darstellt.

Auch die Deutsche Bildung unterstützt im Rahmen ihrer Studienförderung ganz klar die Philosophie des außeruniversitären Engagements und hat dazu langfristige Partnerschaften mit Studenteninitiativen aufgebaut. Ziel der Kooperationen ist es, gemeinsam die Lücke zwischen theoretischem Studium und beruflicher Praxis für Studierende zu verringern. "Wir freuen uns über die inhaltliche Zusammenarbeit mit den einzelnen Initiativen, die wir gleichzeitig als Anerkennung unserer neuartigen Kombination von Studienfinanzierung und -förderung betrachten", sagt Anja Hofmann, Geschäftsführerin der Deutschen Bildung. Das Unternehmen fördert die Arbeit der Initiativen als Sponsor und trägt mit inhaltlichen Weiterbildungsveranstaltungen zum Programm bei. Es finden individuelle Veranstaltungsreihen und Projekte mit den einzelnen Studenteninitiativen für Studierende aller Fachrichtungen statt.

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