Studenteninitiativen und Hochschulgruppen
An dieser Stelle sammeln wir Beiträge zum außeruniversitären Engagement und zur Arbeit von Studenteninitiativen und Hochschulgruppen.
Was bietet der Markt?
CampusRecherchen: Die CampusScouts der Deutschen Bildung haben sich wieder umgehört. Diesmal haben sie nachgefragt, wie Studierende Jobmessen nutzen. Thomas S. aus Aachen hat über eine Jobmesse schon mal ein Praktikum ergattert. Madlen M. aus Berlin bemängelt, dass manche Unternehmen nur lustlos Broschüren austeilen. Lesen Sie studentische Meinungen, die gleichzeitig eine Menge Tipps für den Besuch einer Jobmesse enthalten.
„Aus der Masse heraus stechen“
Thomas S., 7. Semester Bauingenieurwesen Schwerpunkt Verkehrswissenschaften, RWTH Aachen
"Die größte und mir bekannteste Jobbörse hier in Aachen ist für mich die Firmenkontaktmesse von bonding. Diese nutze ich regelmäßig und habe auch schon gute Erfahrungen gemacht.
Die Firmenkontaktbörse hat für mich genau den Nutzen, der schon im Namen deutlich wird: Ich möchte Kontakt zu Firmen und damit potenziellen Arbeitgebern bekommen. Die Bedingungen dafür sind ideal: Viele verschiedene Unternehmen stellen sich parallel auf der Messe vor und sind vor allem auch darauf vorbereitet, dass sie angesprochen werden. So einfach, wie es vielleicht erscheinen mag, ist es dann aber doch nicht.
Gute Vorbereitung
Sehr wichtig: Vorbereitung! Ich kenne viele Kommilitonen, die denken, dass sie nur auf die Messe gehen, nett lächeln und reden müssen, und schon hätten sie eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch in der Tasche. Genau so läuft es nicht. Durch die Masse an Leuten, die die Messe besuchen, muss man sich erst recht gut vorbereiten, um gezielt auf Unternehmen zugehen zu können, Fragen parat zu haben und durch Wissen in Erinnerung zu bleiben. Ich sehe mir an, welche Unternehmen, die auf der Messe vertreten sind, für mich interessant sein könnten. Dann informiere ich mich über diese Firmen und welche Jobs sie für meine Fachrichtung anbieten.
Saubere Bewerbungsunterlagen
Als zweiter Schritt ist dann wichtig: saubere Bewerbungsunterlagen mitbringen! Sie sind und bleiben ein Aushängeschild für einen selbst. Dann gilt natürlich auch die Kleidung: Freizeit-Studenten-Klamotten sollten an diesem Tag im Schrank bleiben. Die Unternehmen geben sich viel Mühe auf diesen Messen und erwarten das gleiche von den Studierenden, die zu ihnen kommen. Ich habe mich bis jetzt nur auf Praktika beworben, aber wenn man nach einem festen Job suchen möchte, so ist Kleidung, die man auch im Bewerbungsgespräch anziehen würde, auf jeden Fall angesagt.
Nun zu einigen grundsätzlichen Dingen. Ich habe mich, wie oben schon geschrieben, bis jetzt nur auf die Suche nach Praktika auf der Jobbörse begeben, da ich noch mitten im Studium stand. Hier gibt es Positives wie Negatives zu berichten.
Viele Firmen in kurzer Zeit
Der große Vorteil von Jobbörsen ist natürlich, dass man viele verschiedene Firmen in kurzer Zeit besuchen kann. Manchmal kann man echte Überraschungen erleben, wenn es Firmen gibt, die man bis dato noch gar nicht kannte, die aber genau das anbieten, was man sucht. Die Möglichkeit, viele Unternehmen kennenzulernen macht es aber auch nicht einfacher für einen selbst. Man sollte selektieren, was wirklich interessant ist und dort mehr Energie reinstecken als wahllos alle Firmen anzusprechen. Das Problem ist natürlich, dass beliebte Unternehmen, wie zum Beispiel die Deutsche Post oder die Deutsche Bank sehr überlaufen sind. Wenn ich sehe, wie viele Bewerbungen sich dort an den Ständen stapeln, dann ergibt sich eigentlich die gleiche Situation wie bei einer „normalen“ Bewerbung. Man ist einer von vielen und ist trotz des persönlichen Gesprächs nicht mehr im Bewusstsein der Personaler. Dies ist bei dieser Masse einfach nicht mehr möglich. Jobbörsen bergen also die Chance, mit vielen Firmen in Kontakt zu kommen, aber wenn man kein Nischenunternehmen sucht, so ist es trotzdem nicht unbedingt einfacher als bei einer normalen Bewerbung.
Ich habe über die Firmenkontaktbörse zwei Praktika im Bereich Logistik bekommen, bei einer Anfrage wurde ich abgelehnt. Wie sieht also mein Fazit aus?
Unternehmen entdecken, die man bisher nicht auf dem Schirm hatte
Jobbörsen bieten die Möglichkeit sich umzusehen, was der Markt bietet, und die Augen auf Branchen oder Unternehmen zu richten, die man bisher nicht auf dem Schirm hatte. Andererseits muss man auch viel investieren, um guten Kontakt herzustellen. Bei kleinen Unternehmen ist es sehr positiv, dass man von Anfang an einen persönlichen Kontakt hat und so schon Eindruck hinterlassen kann. Bei den großen Arbeitgebern bringt es meiner Meinung nach nicht so viel, da die Masse der Standbesucher und Bewerber so groß ist, dass man persönlich wohl nicht in Erinnerung bleibt."
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„Manche teilen nur Broschüren aus“
Madlen M., 8. Semester Economics, Technische Universität Berlin
"Ich habe schon einige Jobmessen besucht. In erster Linie nutze ich die Jobmessen von bonding (bonding e.V.), die zweimal im Jahr in Berlin stattfinden. Meist versuche ich neben der Jobmesse an der TU Berlin auch die (größere) an der HTW wahrzunehmen.
Bislang bin ich immer ohne große Vorbereitung hingegangen. Ich habe die Jobmesse einfach zum Informieren genutzt. Der Unterschied zwischen den einzelnen Unternehmen ist hier schon groß. Einige sind extrem engagiert und geben sehr persönlich Auskunft über ihr Unternehmen.
Andere wiederum teilen nur ihre Broschüren aus und suchen eigentlich nicht sehr aktiv das Gespräch. Da bekommt man auf den Homepages der Unternehmen bessere Informationen als am eigentlichen Messestand, was ich recht schade finde.
Da ich nun bald fertig werde mit meinem Master in Economics werde ich mich nun auch gezielter und aktiver auf die diesjährigen Jobmessen vorbereiten. Einen guten Tipp habe ich von einer Referentin bei der Winterschool der TUB erhalten: Sie schlug vor, sich Visitenkarten anzufertigen und mit den Personalern der Messestände direkt Bewerbungsabläufe durchzusprechen und diese dann auch als Ansprechpartner anzuschreiben. So würde man besser in Erinnerung bleiben und auch erfolgreicher sich selbst vermarkten.
In diesem Sinne freue ich mich schon auf die Runde dieses Jahres!"


