Allein der Wille fehlt?

Langweilige Seminare und unattraktive Berufsaussichten plagen immer mehr Studierende. Wer falsche Vorstellungen von seinem Studienfach hat, wird zumeist enttäuscht. Die Motivation zum Pauken lässt dann nach und veranlasst viele, ihr Studium abzubrechen. Der Faktor Studienmotivation ist laut einer aktuellen Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) vom Dezember 2009 mittlerweile die Hauptursache für einen Studienabbruch.

Offenbar reicht der Informationsfluss zwischen Hochschulen und Studienanfängern in Deutschland immer noch nicht aus, um Studierende über die Inhalte der verschiedenen Fächer aufzuklären. Sowohl in der Orientierungsphase als auch während des Studienverlaufs wird der Informationsbedarf der Studierenden in Bezug auf fachliche Themen und mögliche Berufsfelder nicht gedeckt.

Daneben haben Leistungsprobleme im Vergleich zum Jahr 2000 erheblich an Bedeutung gewonnen und spielen bei Studienabbrechern eine ebenso große Rolle wie mangelnde Motivation. Der Studie zufolge tragen die hohen Anforderungen der Bachelor-Studiengänge zu diesem Problem bei.

Finanzierungsprobleme, Überforderung, Motivationsmangel
Jeder sechste Studienabbrecher gab finanzielle Engpässe als Auslöser an. Insgesamt sei der Anteil an Abbrechern in den vergangenen Jahren aber eher leicht zurückgegangen. Rund 21 Prozent der Studierenden schmeißen demnach ihr Erststudium hin. Die Quote sei jedoch von Fach zu Fach unterschiedlich. So brechen mehr als drei Viertel aller Studienanfänger der Sprach-, Kultur- und Sportwissenschaften ihr Erststudium ab, während der prozentuale Anteil der Abbrecher unter den Wirtschaftswissenschaftlern bei 27 Prozent liegt und nur fünf Prozent der Medizinstudenten ohne Abschluss die Hochschule verlassen. Allen gemein sei aber die sinkende Motivation aufgrund von fehlenden oder falschen Informationen über das jeweilige Fach. Positiv sei, dass familiäre Gründe wie zum Beispiel Schwangerschaft seltener zu Studienabbruch führen. Demnach haben verkürzte Studienzeiten beim Bachelor einen guten Einfluss auf den Studienerfolg von Frauen.  

Die Studie finden Sie auf der Webseite des HIS zum Download.

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