Antistressprogramm: Was muss heute nicht passieren?

Im November-Newsletter haben wir ausführlich über Stress und Depressionen im Studium berichtet. Offen blieb die Frage: Was kann man gegen den Stress tun? Diese Tipps reichen wir pünktlich zur Weihnachtszeit nach, denn jetzt ist vielleicht der Zeitpunkt, innezuhalten und gute Vorsätze fürs neue Jahr zu fassen. Lassen Sie den Bachelor einfach mal Bachelor sein. Und sei es nur für ein paar Tage.

Die meisten Studierenden kennen Stress und da die Freizeit nicht klar definiert ist, können Studierende oft besonders schwer abschalten. Versuchen Sie es trotzdem. Zum Beispiel, indem Sie sich Ihre Lernzeiten einteilen und auch der Freizeit einen festen Stellenwert geben. Von morgens bis abends zu lernen ist oft wenig produktiv. Machen Sie sich kein schlechtes Gewissen, wenn Sie sich zur Abwechslung mit Freunden treffen oder anderen Aktivitäten nachgehen, die Sie mögen und die Ihnen gut tun.

Beim Sport auf andere Gedanken kommen
Sport verheizt nicht nur Kalorien, die Sie sich in stressigen Zeiten zum Beispiel in Gestalt von Schokoriegeln einverleiben, sondern hilft erwiesenermaßen auch gegen Stress. Nach einer Joggingrunde im Wald oder einem schweißtreibendem Badminton-Spiel mit einem Kommilitonen werden Sie sich schon viel besser fühlen. Nicht allein die Bewegung baut Stress ab – viele Sportarten erfordern die Fokussierung auf das, was man in diesem Moment tut. Und das bedeutet gleichzeitig, sich abzuwenden von stressigen Gedanken, um die man kreist. Versuchen Sie mal, eine Kletterwand hochzusteigen und dabei an Ihre Diplomarbeit zu denken.

Manche Sportarten stehen ganz besonders für das Loslassen vom Alltagsstress. Dazu gehören zum Beispiel Yoga oder Tai Chi. Die Techniken helfen dabei, den Blick nach innen zu richten, sich auf den Körper und die Atmung zu konzentrieren. Besonders Yoga kann die Stresshormone im Körper messbar senken. Wenn Sie studieren haben Sie in der Regel das Glück, für kleines Geld oder sogar umsonst ein umfangreiches Hochschulsportprogramm nutzen zu können. Sie denken, dafür ist keine Zeit? Probieren Sie es mal aus. Sie werden die Zeit durch eine bessere Konzentration an anderer Stelle wieder einsparen. Selbst ein kleiner Spaziergang hebt die Laune und lässt die Welt danach wieder anders aussehen.

Frisch und bunt
Ein Thema, das Studierende oft schleifen lassen: die Ernährung. Dabei trägt eine gesunde und ausgewogene Ernährung dazu bei, Stress abzubauen. Versuchen Sie, weder zu viel noch zu wenig zu essen und am besten möglichst frisch und bunt. Wer weiß – vielleicht ist Ihre Mensa ja besser als ihr Ruf und viele Gerichte sind schnell und einfach selbst gekocht, auch ohne Tütensuppen und Dosenfutter.

Schlafen Sie gut?
Gerade in besonders stressigen Lernphasen sollten Sie auf regelmäßigen und ausreichenden Schlaf achten. Wenn Sie übermüdet sind, werden Sie viele Situationen stressiger einschätzen als sie sind und weniger leistungsfähig sein, was den Druck noch erhöht. Gönnen Sie sich deshalb ausreichend Erholung und glauben Sie nicht, dass wirklich Zeit damit gewonnen ist, wenn Sie krampfhaft versuchen wach zu bleiben, um zu lernen. Sicher wird es im Studium manchmal zu Situationen kommen, in denen nur die Nachtschicht das Ergebnis rettet, aber versuchen Sie, das als Ausnahme zu betrachten.

Nein sagen können
Wichtig ist es, auch mal Nein sagen zu können. Wenn Sie sich häufig gestresst fühlen, fallen Ihnen vielleicht ein paar Situationen ein, in denen Sie nicht Nein sagen konnten und sich dadurch zusätzlichen Druck aufgebaut haben. Was das Studium angeht, kann dies auch bedeuten, eine Veranstaltung mal auf das nächste Semester zu verschieben, wenn der Studienplan das zulässt. Viele Studierende setzen sich damit unter Druck, perfekt sein zu wollen und immer alles schaffen zu müssen. Leistungsfähig zu sein bedeutet aber auch, die eigenen Ressourcen richtig einzuschätzen und sich manchmal auf das Wichtigste zu beschränken. Das müssen Studierende oft erst lernen, weshalb es ganz normal ist, auf Probleme zu treffen. Was muss heute alles passieren? Das ist eine wichtige Frage. Noch wichtiger ist manchmal die Frage: Was muss heute nicht passieren?

Freunde treffen
Ein gutes Rezept gegen Stress sind soziale Kontakte. Freunde bringen Sie wieder runter, laden den Akku wieder auf. Viele fühlen sich einsam, wenn sie neu an einem Studienort sind. Suchen Sie bewusst Situationen, bei denen Sie andere Menschen kennenlernen, sei es in der Lerngruppe, beim Hochschulsport oder in einer Studenteninitiative.

Sich das Wesentliche bewusst machen
Weihnachten steht vor der Tür. Feiern Sie auch mit Ihrer Familie? Das Fest ist eine gute Gelegenheit, sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen. In stressigen Lernphasen scheint manchmal die nächste Prüfung oder das Gelingen einer Studienarbeit alles zu sein, was wichtig ist. Nehmen Sie sich um Weihnachten herum mal wieder Zeit, das zu hinterfragen. Sicher gibt es im Studium Phasen, in denen man intensiv auf die nächste Leistung fokussiert ist, die man erbringen muss. Das hat auch seinen Sinn, denn wäre einem alles egal, könnte man kaum die Motivation aufbringen, zielgerichtet zu studieren. Trotzdem sollte man nicht die gesunde Distanz dazu verlieren, was es bedeutet, mal einen Leistungsnachweis zu verpatzen oder eine Prüfung wiederholen zu müssen.

In diesem Sinne: Besinnliche Feiertage.

Manchmal ist die eigene Situation so verfahren, dass Ratschläge zur Selbsthilfe nicht ausreichen. Wenn Sie diesen Eindruck haben, wenden Sie sich zum Beispiel an die Beratungsstellen des Studentenwerks.

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