Fortsetzung gefährdet

Es gibt viele Gründe, die zum Abbruch eines Studiums führen können. Auch erfolgreiche Studierende mit hervorragenden Noten können eine Motivationskrise erleiden. Lesen Sie den Erfahrungsbericht einer Psychologie-Studierenden aus Berlin, die plötzlich ihre berufliche Zukunft hinterfragte und ins Straucheln kam.

"Bei mir lief das Studium eigentlich super. Vordiplom mit 1,1 in vier Semestern, dann Auslandssemester in Italien und schließlich nach vier Semestern im Hauptstudium scheinfrei. Das Studium machte mir Spaß und Motivation war nie ein Thema für mich.

Das war im Sommer 2008.

So sah ich also dem Ende meines Studiums entgegen. Ich hatte nur noch vier Prüfungen, eine Diplomarbeit und drei Monate Praktikum offen. Ich konnte mir also die Frage stellen: Wie geht es nach dem Studium weiter?

Im Bereich Psychologie bin ich mit meinen Schwerpunkten sehr auf den klinischen Bereich festgelegt. Was vorher ganz gut war, erschien mir auf einmal sehr eintönig. Die Aussicht, entweder eine Therapeutenausbildung zu machen (weitere vier bis fünf Jahre) oder in Kliniken zu arbeiten (bei geringer Entwicklungsmöglichkeit) wurde recht farblos. Vor allem, weil das bedeutet hätte, beruflich immer mit mental kranken Personen zu arbeiten. Ich hatte schon von vielen Therapeuten gehört, denen das zu viel wurde und die dann selbst zu Patienten wurden.

Welche Möglichkeiten gab es also noch für Psychologen? Besonders reizten mich Unternehmensberatungen. Ich nahm an einigen Workshops teil und versuchte, durch Praktika einen Einstieg zu erhalten. Dann machte ich eine neue Erfahrung: Nicht eine von den großen Strategieberatungen gab mir eine Chance. Über die Bewerbungsrunden kam ich nicht hinaus.

Das war ein neues Gefühl: Misserfolg.

Da wurde mir klar, dass mein Studium bald rum ist und ich fühlte mich auf einmal sehr perspektivlos. Die Motivation, jetzt schnell meine letzten Prüfungen und die Diplomarbeit abzuschließen, war weg. Die letzten Prüfungen waren dann eher ein Krampf.

Also versuchte ich, mich durch andere Praktika für Strategieberater interessant zu machen. Zuerst bei einem großen Automobilkonzern und jetzt bei einer großen Personalberatung. In fünf Wochen bin ich dann fertig, habe dann noch meine Diplomarbeit sowie eine Prüfung vor mir. Zwischendurch habe ich versucht, für beide Aufgaben nebenher etwas zu arbeiten, allerdings fehlte mir jedes Mal der Antrieb.

Nun hoffe ich aber, bis Mitte 2010 beides erfolgreich abzuschließen!

Laurette Hoetz* studiert Psychologie in Berlin und wurde von unserem CampusScout Carl Philipp Fries-Henrich befragt.

*Name von der Redaktion geändert

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