Raus aus dem Motivationsloch

CampusRecherchen: Unsere CampusScouts haben sich an deutschen Hochschulen umgehört. Wie graben Studierende sich aus dem Motivationsloch heraus? Die einen wollen die Geschwister übertrumpfen. Andere schöpfen Kraft aus Belohnungen oder fürchten die Blamage vor dem Professor. Lesen Sie in persönlichen Statements, was Studierende motiviert und lassen Sie sich inspirieren.

Zur Belohnung viel, viel Geld ausgeben
„Ich motiviere mich auf verschiedenen Wegen für eine Hausarbeit oder zum Lernen. Mir hilft es, in der Bibliothek zu arbeiten. Nicht weil es dort so ruhig ist und ich nicht abgelenkt werde, sondern weil alle anderen auch lernen. Da packt mich dann der Wille, auch etwas zu machen.

Außerdem nehme ich mir vor, mich nach erfolgreichem Lernen zu belohnen, zum Beispiel indem ich mir etwas kaufe, was ich schon immer haben wollte. Außerdem weihe ich Freunde und Familie in meine Pläne ein. So werde ich aufs Lernen angesprochen und bekomme ein schlechtes Gewissen, wenn ich es nicht tu.

Ein geplanter Urlaub kann auch Wunder bewirken. Den kann ich aber nur dann genießen, wenn ich wirklich gut gearbeitet habe und keine Gefahr besteht, die Klausur wiederholen zu müssen.

Am besten motiviert mich immer noch die Aussicht, nach erfolgreich bestandener Klausur shoppen zu gehen und dabei viel, viel Geld auszugeben“.

Sarah D. (22), Biologie an der RWTH Aachen

Bloß nicht blamieren
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Das Motivationsloch kenne ich nur zu gut. Auf mich trifft dieser bekannte Spruch zu: „Ich habe ein Motivationsproblem bis ich ein Zeitproblem habe.“ Ich schaffe es leider selten, mich frühzeitig zum Lernen zu motivieren. Wenn die Klausur dann vor der Tür steht, ist das aber kein Problem mehr. Natürlich möchte ich bestehen und am besten auch noch mit einer halbwegs guten Note. Der Gedanke, dass meine Antworten und / oder Rechnungen falsch sind und dies dann der Professor sieht, hilft meiner Motivation auf die Sprünge. Ich möchte mich beim Professor nicht blamieren. Der Gedanke, bei der Klausureinsicht mit Fehlern konfrontiert zu werden, treibt mich an den Schreibtisch.

Mich nicht zu blamieren ist also meine Hauptmotivation. Gleichzeitig möchte ich natürlich auch gegenüber meinen Kommilitonen nicht schlecht dastehen, wenn alle eine gute Note geschrieben haben, nur ich nicht. Ich brauche also definitiv den Druck von außen!“
Moritz R. (22), Bauingenieurwesen an der RWTH Aachen

Die Mucke um die Ohren fliegen lassen
Ich habe einen großen Wandkalender, auf dem alle Termine sind, und so versuche ich mir kleine Lücken zu basteln, so Inseln, an denen ich mal drei Tage lang, naja, nix mache oder das, was mir gut tut. Außerdem gönne ich mir nach der letzten Klausur des Semesters ein Konzert! Wenn mir die Mukke um die Ohren fliegt, mich lachende, singende und gut gelaunte Menschen anschauen und wir zusammen feiernd in den Himmel gucken, dann kann ich ein weiteres Semester abhaken. Das hat immer ganz gut geklappt, so als Belohnung. Und so nehme ich das ins nächste Semester mit.
Petterie N. (26), 5. Semester, Fachbereich Pflege und Gesundheit, Fachhochschule Fulda

Die Geschwister überflügeln
Ich habe drei Geschwister, die alle auch studieren oder das Studium schon abgeschlossen haben. Wie es unter Geschwistern wohl üblich ist, herrscht eine gewissen Konkurrenz zwischen uns, auch wenn wir uns gut verstehen. Meine Motivation, etwas für die Uni zu tun, ziehe ich ganz einfach daraus, genauso gut, wenn nicht noch besser als meine Geschwister zu absolvieren.

Generell ist es immer schön, wenn man anderen von guten Noten erzählen kann. Ich möchte meine Freundin anrufen und ihr sagen können, dass ich eine gute Note bekommen habe. Dafür bin ich bereit, mich länger in die Bibliothek zu setzen und zu lernen.

Ich stelle mir in jedem Fach auch immer vor, wie ich es später im Beruf anwenden kann. Natürlich möchte ich beruflich auch das erreichen, was ich mir vornehme. Darum lerne ich viel, um später die Wahl zu haben, was ich machen möchte. Generell hilft mir aber auch der Gedanke: „Bald ist es vorbei und ich kann wieder lesen worauf ich Lust habe“.
Bastian M. (24), studiert Psychologie an der Universität Düsseldorf

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Ich weiß, wie wichtig ein Studium ist"
Neben meinem anspruchsvollen Studiengang (Bachelor BWL) habe ich mich außeruniversitär in einer studentischen Initiative engagiert. Leider ist mir während meines dritten Semesters die Berechtigung auf Bafög aberkannt worden. Das bedeutete für mich, dass ich ab diesem Zeitpunkt jedes Wochenende nach Hause fahren musste, um zu arbeiten. Da ich aber mein Studium nicht aufgeben wollte, suche ich momentan nach anderen Wegen der Studienfinanzierung. Gerade jetzt in der Lernphase merke ich, wie wenig Zeit durch das viele Arbeiten bleibt. Ich hoffe, ich stehe das Studium trotzdem noch weiter durch. Zum Glück habe ich Freunde, die mich immer wieder aufbauen. Ich weiß auch wie wichtig ein Studium ist – leider habe ich nicht nur einen Verwandten, der Hartz IV beziehen muss.
Sebastian V. (22), 3. Semester, BWL Bachelor, Justus-Liebig-Universität Giessen

 

 

 

 

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