In dieser Rubrik stellen wir Artikel und aktuelle Diskussionsthemen aus dem Bereich Hochschulpolitik & Bildung für Sie zusammen.

 

Bildung in rot, grün, gelb und schwarz

Haben Sie schon entschieden, welcher Partei Sie am Sonntag Ihre Stimme geben? Oder gehören Sie zu den Spätentschlossenen? Für Studierende ist das Thema Bildung besonders relevant. Lesen Sie hier noch einmal nach, was die Parteiprogramme zum Thema Bildung hergeben. Als Entscheidungshilfe oder zur Absicherung eines längst gefassten Entschlusses. Allen gemeinsam ist das Versprechen, mehr Geld in Bildung zu investieren.

CSU / CDU
Die Union will, dass bis 2015 zehn Prozent des Bruttoinlandproduktes in Bildung und Forschung fließen. Die Partei möchte außerdem das gegliederte Schulsystem erhalten. Sowohl Abschlüsse als auch Bildungseinrichtungen sollen deutschlandweit standardisiert und international vergleichbar gemacht werden. Bildung soll außerdem keine Frage der finanziellen Lage sein. Die Union will den Wettbewerb zwischen Hochschulen fördern und eine geringere Studienabbruchquote erreichen. Kinder, die eingeschult werden, sollen vorher einen Sprachtest absolvieren.

SPD
Die SPD will, dass bis 2015 sieben Prozent des Bruttoinlandproduktes in Bildung gesteckt werden. Das Erststudium an Hochschulen soll einschließlich des Masters frei von Studiengebühren sein, ebenso wie die Unterbringung von Kindern ab einem Jahr in Kindertagesstätten. Bafög soll nach Meinung der SPD künftig auch an Oberstufenschüler ausgezahlt werden, das Höchstalter für Bafög außerdem angehoben werden. Zukünftig soll eine qualifizierte Berufsausbildung ausreichen, um an einer Hochschule studieren zu können.

FDP
Genauso wie die SPD will auch die FDP bis 2015 sieben Prozent des Bruttoinlandproduktes in Bildung investieren. Über Studiengebühren und deren Höhe soll jede Hochschule selbst entscheiden. Bafög und staatliche Kreditprogramme möchte die FDP zusammenlegen, um mehr Menschen unterstützen zu können. Bildungsstandards sollen festgelegt werden, um gleiche Bildungschancen zu ermöglichen. Per Gutschein sollen Kinder Krippen und Sportvereine nutzen können.

Die Linke
Die Linkspartei will das Recht auf Bildung im Grundgesetz verankern. In einem Bildungspaket soll festgeschrieben werden, dass mindestens sieben Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Bildung verwendet werden. Bis zur zehnten Klasse sollen Schüler auf eine Gemeinschaftsschule gehen. Die Linkspartei will Gebühren für Kindertagesstätten und Hochschulen abschaffen und das Bafög zu einer elternunabhängigen Grundsicherung ausbauen. Stärken will die Linkspartei das Mitbestimmungsrecht von Schülern, Eltern und Studierenden.

Bündnis 90 Die Grünen
Die Grünen wollen den Solidaritätszuschlag zum Teil in einen „Bildungssoli“ umwandeln. Das Geld soll Gebäuden, Ausstattung, Personal und der Einrichtung zusätzlicher Studienplätze zukommen. Die Grünen sprechen sich gegen Studiengebühren aus. Mehr Menschen ohne Abitur sowie Berufstätigen soll der Hochschulzugang erleichtert werden. Alle Studierenden sollen einen Sockelbetrag des Bafögs erhalten, während Studierende aus einkommensschwachen Familien einen zusätzlichen Zuschuss erhalten sollen. Schüler sollen „gesund und kostengünstig“ an der Schule essen können, die sie bis zur neunten Klasse gemeinsam besuchen. Gesetzliche Mindeststandards soll es für Praktikanten geben.

So viel zum Thema Bildung in den Parteiprogrammen. Welche Aspekte erscheinen Ihnen besonders wichtig? Tauschen Sie sich doch einfach mit Ihren Kommilitonen oder auch Hochschullehrern darüber aus.

Sie interessieren sich für weitere Inhalte der einzelnen Parteiprogramme? Die Webseite der Tagessschau gibt dazu einen hervorragenden Überblick und zeigt Ihnen alle thematischen Positionen der Parteien im Vergleich.

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