In dieser Rubrik stellen wir Artikel und aktuelle Diskussionsthemen aus dem Bereich Hochschulpolitik & Bildung für Sie zusammen.

 

Umfrage der DIHK: Persönlichkeit ist das Salz in der Suppe

Fachwissen setzen Unternehmen bei Hochschulabsolventen mittlerweile als selbstverständlich voraus. Persönlichkeit sei dagegen das Salz in der Suppe – wer neben fundiertem Fachwissen auch noch über Soft Skills verfügt, macht bei der Stellensuche meist das Rennen. Das hat eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages ergeben, an der 2.135 Unternehmen teilgenommen haben.

Der DIHK berichtet: Teamfähigkeit sehen 71% der Unternehmen als die wichtigste Kompetenz an, da Arbeitsprozesse überwiegend in Gruppen stattfinden. Darüber hinaus fordern sie von Berufseinsteigern selbstständiges Arbeiten, Einsatzbereitschaft und die Fähigkeit, gut kommunizieren zu können. Immerhin 38% der Unternehmen haben sich bereits in der Probezeit wieder von Hochschulabsolventen getrennt, weil diese das theoretisch gelernte Wissen im praktischen Berufsalltag nicht umsetzen konnten. Mehr als jedes fünfte Unternehmen beklagte auch die Selbstüberschätzung, die viele Hochschulabsolventen an den Tag legen. Beliebt sind in der Wirtschaft Bewerber aus praxisnahen Studiengängen, wie sie bei Fachhochschulen und Berufsakademien angeboten werden.

Hochschulen sind deshalb gefordert, die Vermittlung von Soft Skills in die Studienpläne einzubauen, auch wenn kritische Stimmen fragen, ob dies wirklich allein die Aufgabe der Hochschule als wissenschaftliche Einrichtung sei. Im Zuge der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge gibt es bereits Module, die den fachlichen Stundenplan um Einheiten ergänzen, die sich ausschließlich mit Schlüsselkompetenzen befassen. Diese gehören teilweise sogar zu den Pflichtveranstaltungen. Die Implementierung von Soft Skills im Lehrplan wurde beim so genannten Bologna-Prozess bereits festgelegt. Seither haben rund 80% der Hochschulen Schlüsselkompetenzen in die Lehrpläne integriert oder so genannte Career Center ins Leben gerufen.

Ein Beispiel für die Bemühungen in Sachen Schlüsselqualifikationen ist die Fachgruppe Soziologie an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg. Studierende gestalten die Studieninhalte aktiv mit und die Elemente des Studiums sind auf konkrete Berufsbilder abgestimmt.

http://www.uni-bamberg.de/fakultaeten/sowi/fachgebiete/soziologie 

Die Universität Mannheim hat bereits 1999 berufsqualifizierende und fachübergreifende Seminare in den Bachelor-Studiengängen verankert und dafür eigens ein Zentrum für Schlüsselqualifikationen aufgebaut, das mit der Organisation dieser Veranstaltungen betraut ist.

http://www.uni-mannheim.de/zfl/zfs 

Präsentation und Moderation, Schreibtechniken oder Projektmanagement: Studierende verschiedener Fachrichtungen haben bei diesen Themen aus Sicht der Unternehmen zwar immer noch Nachholbedarf – in der deutschen Bildungslandschaft und im Bereich der Studienförderung zeichnet sich jedoch ein Umbruch ab.

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