In dieser Rubrik stellen wir Artikel und aktuelle Diskussionsthemen aus dem Bereich Hochschulpolitik & Bildung für Sie zusammen.

 

Was ist Studierenden wirklich wichtig?

Wie glücklich sind Studierende mit ihrem Leben? Welche Wünsche und Ziele haben Sie? Welche Vorstellungen verknüpfen sie mit ihrem zukünftigen Job? Diesen Fragen hat sich eine repräsentative HISBUS Online-Untersuchung gewidmet. Rund 6.000 Studierende haben Auskunft gegeben. Und das kam dabei heraus.

Ein überraschendes Ergebnis der Studie: Familie und Partnerschaft liegen bei Studierenden voll im Trend, während die Relevanz von Karriere-Zielen gleichzeitig abzunehmen scheint. Wurden vor fünf Jahren noch berufsbezogene Ziele wie „eine leitende Funktion übernehmen“ oder „Anerkennung im Beruf erwerben“ als sehr wichtig erachtet, haben die privaten Ziele in der neuen Studie einen deutlichen Zuwachs erfahren. Das Ziel „sich der Familie / Partnerschaft widmen“ hat um fünf Prozentpunkte zugenommen. Die beruflichen Ziele haben um bis zu zehn Prozentpunkte verloren.

Studierende wollen eine ausgeglichene Work-Life-Balance

Die Studie belegt eine deutliche Verschiebung: Studierende streben danach, Beruf und Privates stärker zu vereinbaren. Die so genannte Work-Life-Balance liegt bei Studierenden hoch im Kurs. Die Wichtigkeit der Ziele variiert jedoch nach Fachrichtungen. Karrierebetonte Ziele haben sich insbesondere Studierende der Wirtschaftswissenschaften gesetzt (68 Prozent streben eine leitende Funktion an). Studierenden, die das Lehramt im Visier haben, sind dagegen partnerschaftliche und familiäre Ziele ganz besonders wichtig (80 Prozent).

Deutlich abgenommen in der Wertigkeit haben gesellschaftsbezogene Ziele wie etwa „sich für andere Menschen einsetzen“. Während 2002 noch 63 Prozent dieses Ziel (sehr) stark gesetzt hatten, sind es 2008 nur noch 56 Prozent. Auch die Bereitschaft, sich politisch zu engagieren, hat deutlich abgenommen.

Optimismus zeigen die befragten Studierenden hinsichtlich ihrer beruflichen Aussichten. Vor zwei Jahren noch beurteilten lediglich 52 Prozent der Studierenden ihre beruflichen Chancen als gut oder sehr gut. Im Jahr 2008 sind es dagegen 72 Prozent, die optimistisch in ihre berufliche Zukunft schauen. Besonders die Natur- und Ingenieurwissenschaftler wiegen sich in Sicherheit.

Studierende sind glücklich – aber nicht mit ihrer finanziellen Situation

Mit 64 Prozent ist der überwiegende Teil der Studierenden mit dem Leben sehr zufrieden, 28 Prozent bezeichnen sich als mittelmäßig zufrieden, acht Prozent sind eher unzufrieden. Der Zufriedenheitswert der Studierenden liegt knapp über dem Wert der Gesamtbevölkerung. Besonders glücklich sind Studierende, was ihr persönliches Umfeld, das weitere Umfeld, die Gesundheit und den Lebensstandard angeht, gefolgt von Studium und Wohnsituation (jeweils 74 bis 86 Prozent). Weit abgeschlagen ist dagegen mit 56 Prozent die Zufriedenheit mit der finanziellen Situation.

Was die Zukunftserwartungen angeht, sind Wirtschaftswissenschaftler und Mediziner etwas zufriedener als zum Beispiel Kulturwissenschaftler. Eine Erklärung hierfür ist die in der Studie ermittelte Unsicherheit hinsichtlich der Berufsaussichten, die bei diesen Fächergruppen höher eingeschätzt wird.

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