28. Mai 2010, Aktuelle Nachrichten, Hochschulpolitik und Bildung
Optimismus gebremst – Familie erwünscht
Die Wirtschaftskrise ist am Gemüt deutscher Studierender nicht spurlos vorüber gegangen. Der Optimismus scheint gebremst. Herausgefunden hat das eine Studie des Meinungsforschungsinstitutes TNS Infratest, die vom Automobilzulieferer Continental in Auftrag gegeben wurde. Rund 1.000 künftige Ingenieure, Natur- und Wirtschaftswissenschaftler wurden befragt.
Gegenüber dem Jahr 2009 ist der Anteil der Studierenden gefallen, die ihrer Karriere nach eigener Aussage „sehr zuversichtlich“ entgegen blicken. Aber immerhin sind noch 65 Prozent der befragten Studierenden optimistisch.
Dazu haben sie auch allen Grund: Besonders für Studierende der MINT-Fächer sehen die Perspektiven erfreulicher aus. Wenn das Wirtschaftswachstum wieder einsetzt, ist in diesen Bereichen ein Mangel zu erwarten.
Auslandsmuffel und Familienmenschen
Interessantes Ergebnis: Immer weniger Studierende können sich vorstellen, ihren Berufseinstieg im Ausland zu wagen. Für fast alle Länder ist der Anteil der Studierenden gestiegen, die einen Berufseinstieg dort für unwahrscheinlich halten oder sogar ablehnen. Höher im Kurs steht stattdessen die Familie. 76 Prozent der Befragten sagen, dass sie der Karriere wegen nicht auf die Gründung einer Familie verzichten würden. Das ist eine deutliche Entwicklung, denn 2005 waren es nur 65 Prozent. Männer und Frauen zeigen sich dabei gleichermaßen Familienmenschen. Ebenfalls gestiegen ist das Bedürfnis nach geregelten Arbeitszeiten. Mehr als zwei Drittel wünschen sich eine tariflich geregelte Arbeitszeit. Zum Vergleich: 2008 gab nur etwa die Hälfte der Befragten diesen Wunsch an.


