27. Januar 2010, Aktuelle Nachrichten, Hochschulpolitik und Bildung
Studium für Alle
Ein großer Schritt für die Bildung: Studieren bleibt nicht länger ein Privileg für Abiturienten. Der Landtag in Niedersachsen beschloss kürzlich, dass der Hochschulzugang demnächst auch Berufstätigen ohne die traditionelle Allgemeine Hochschulreife ermöglicht werden soll. So werde etwa eine Arzthelferin Medizin, ein Elektriker Elektrotechnik und ein Kaufmann Betriebswirtschaft studieren können, so Niedersachsens Wissenschaftsminister Lutz Stratmann. Voraussetzung dafür sei eine abgeschlossene Berufsausbildung plus dreijährige Berufserfahrung.
Dieser Schritt sei in Deutschland längst überfällig. In anderen Ländern wie etwa den USA stehe das Studium schon lange vielen offen. Besonders der Fachkräftemangel in Deutschland mache eine Öffnung der Universitäten für beruflich qualifizierte Personen notwendig. Kritiker befürchten dadurch jedoch eine steigende Zahl der Studienabbrecher.
Aber auch Nordrhein-Westfalen wird diesen Weg gehen. Bereits ab dem kommenden Wintersemester können sich beruflich Qualifizierte und Handwerksmeister um einen allgemeinen oder fachbezogenen Studienplatz bewerben. Damit stehen Personen mit Meisterbrief nicht mehr nur die Fachhochschule, sondern auch die Universitäten offen. Innovationsminister Andreas Pinkwart meint, dass Angestellte mit einer fundierten beruflichen Ausbildung die notwendigen fachlichen Voraussetzungen mitbringen, um den Anforderungen an einer Hochschule gerecht werden zu können. Damit werde das Bildungssystem in Deutschland transparenter und sozialer.


