12. Januar 2010, Aktuelle Nachrichten, Hochschulpolitik und Bildung

Woran Studierende scheitern

Bislang wusste man wenig darüber, welche Motive Studienabbrecher dazu bewegen, ihr Studium ohne Abschluss hinzuschmeißen. Neue Erkenntnisse liefert die repräsentative Studie des Hochschul-Informations-Systems. Demnach befindet sich Deutschland im OECD-Vergleich mit einer Studienabbruchquote von 21 Prozent im unteren Mittelfeld. Mit der Einführung der neuen Studiengänge kam es jedoch zu deutlichen Verschiebungen.

Studierende der Sprach- und Kulturwissenschaften haben von den neuen Studiengängen profitiert. Sie schmeißen seltener das Handtuch. In den Ingenieur- und Naturwissenschaften hat sich die Situation hingegen verschärft.

Die HIS-Untersuchung zeigt, dass vor allem Leistungsprobleme und motivationale Defizite für den Studienabbruch im Bachelor-Studiengang verantwortlich sind. Ein Motiv steht meist im Mittelpunkt, wird jedoch von weiteren Gründen begleitet.

20 Prozent der 2.500 befragten Studienabbrecher fühlen sich den Anforderungen des Studiums nicht gewachsen und geben daher Leistungsprobleme als Grund an. Zusammen mit den Studierenden, die an nicht bestandenen Prüfungen scheitern, brechen 31 Prozent der Befragten das Studium wegen Überforderung ab. 19 Prozent geben Probleme mit der Studienfinanzierung als Grund an. Hierbei spielt die schwierige Vereinbarkeit von Nebenjob und Studium eine wichtige Rolle. Ähnlich bedeutsam ist die mangelnde Studienmotivation. Diese Studierenden haben sich mit falschen Erwartungen an die fachlichen Inhalte und die Bedingungen und Anforderungen des Studiums an der Hochschule eingeschrieben.

Leistungsprobleme, Probleme mit der Studienfinanzierung und mangelnde Motivation: Diese drei Motive sind für mehr als zwei Drittel aller Studienabbrüche verantwortlich.

In den neuen Bachelor-Studiengängen brechen Studierende besonders oft wegen unzureichenden Studienleistungen ab. Auch haben die Forscher eine zeitliche Verlagerung festgestellt. In den Bachelor-Studiengängen entscheiden sich Studierende wesentlich früher zum Abbruch des Studiums, nämlich schon kurz nach dem Einstieg in das Studium nach durchschnittlich 2,3 Semestern. In den herkömmlichen Studiengängen verlassen Abbrecher erst nach durchschnittlich 7,3 Semestern die Hochschulen.

Hier die vollständigen Ergebnisse runterladen

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