Fabian Köpke aus Marburg

Als Abenteuer- und Erlebnispädagoge will Fabian Köpke an der Team- und Organisationsentwicklung in Unternehmen mitarbeiten. In Marburg absolviert er dazu einen speziellen Master-Studiengang, in dem er mit knapp 20 Kommilitonen praxisnah lernt.

Kanufahren, Bergwandern, Klettern oder Mountainbiken: Das aktive Erleben kann in Gruppen pädagogisch wirksam sein. Mit Abenteuer- und Erlebnispädagogik befasst sich ein Master-Studiengang an der Philipps-Universität in Marburg. Sein Ziel ist es, die Phänomene Abenteuer und Erlebnis mit abgesicherten Methoden und Wissensbeständen zu analysieren und auf Potenziale für Bildung und Erziehung zu überprüfen. Einer der knapp 20 Studierenden dieses außergewöhnlichen Studiengangs ist der 24-jährige Fabian Köpke, der seit Oktober 2008 von der Deutschen Bildung gefördert wird.

Mit Begeisterung erzählt er von seinem Studienfach, das Zukunft hat. Erlebnispädagogik liegt im Trend. Ganze Unternehmens-Teams turnen in Hochseilgärten herum, schwer erziehbare Jugendliche werden zu pädagogischen Zwecken in die Wüste geschickt, Kinder lernen bei organisierten Outdoor-Aktivitäten ihre Grenzen kennen. Bei der professionellen Umsetzung und Begleitung kommt der Abenteuer- und Erlebnispädagoge zum Einsatz. Bei den Aktivitäten geht es nicht um Leistung: „Es gibt kein richtig oder falsch, es geht viel um Kommunikation“, sagt Fabian Köpke, der seinen Einsatzbereich zukünftig in der Team- und Organisationsentwicklung von Unternehmen sieht. Die Deutsche Bahn und Siemens nennt er als Beispiele für Unternehmen, die auf dieser Schiene bereits sehr aktiv sind. Outdoor-Angebote für Gruppen schulen vor allem die Teamfähigkeit. Diese Eigenschaft ist die bei Arbeitgebern am meisten gefragte Schlüsselqualifikation. Auch Kritikfähigkeit und das Feedbackgeben sind Ergebnisse der erlebnispädagogischen Übungen.

Durch die überschaubare Anzahl der Studierenden herrscht im Marburger Master-Studiengang eine persönliche Atmosphäre mit gutem Kontakt zu den Dozenten. Fabian Köpke hebt besonders den starken Praxisbezug in der Lehre hervor. Begeistert ist er von den internationalen Gastdozenten, die das Studium beleben. Marburg ist außerdem eine echte Studentenstadt, in der es nicht an Partys mangelt, die in Sachen Miete und Lebenshaltungskosten aber ein teures Pflaster ist. Vorteil: Keine Studiengebühren. Trotzdem sieht Fabian Köpke die Studienfinanzierung neben dem Erlernen von neuen Schlüsselqualifikationen als größte Herausforderung des Studiums. Die Studienförderung der Deutschen Bildung hält er für unabdingbar, denn Praktika und Exkursionen in seinem Studiengang machen regelmäßiges Jobben unmöglich. „Meine Ausrüstung für das Studium ist außerdem sehr kostenintensiv“, sagt er. Mit der Studienförderung kann er sich voll auf sein Studium konzentrieren, das er ziemlich verschult findet. „Wir sind stark in Module eingebunden“, da ist man nicht mehr so frei in der Zeitgestaltung. Die Strukturiertheit des Master-Studiengangs sieht der engagierte Studierende aber auch als Vorteil. Chancen sieht er zudem in der internationalen Vergleichbarkeit. 

Im Guidance-Programm der Deutschen Bildung besucht er gerne die Workshops. An dreien hat er schon teilgenommen. „Gerade Selbst- und Zeitmanagement ist ein Thema, das man immer wieder auffrischen sollte“, sagt der angehende Pädagoge, der schon wieder auf dem Sprung zum nächsten Praktikum ist. In Wales wird er im nächsten Monat sein internationales Pflichtpraktikum absolvieren.

Anmelden

Benutzer Name
Passwort

Meet Deutsche Bildung