Bildungstrichter: Weniger „Arbeiterkinder“ an den Hochschulen

So stark beeinflusst die soziale Herkunft den Bildungsweg

Unter Studienanfängern sind Akademikerkinder mehr als doppelt so häufig vertreten, wie ihre Kommilitonen aus Elternhäusern ohne Hochschulausbildung. Das berichtet das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung über die Chancengleichheit an deutschen Unis.

Und das ist nichts Neues: In den letzten elf Jahren habe sich am Verhältnis kaum etwas verändert, so der DZHW. Von 100 Kindern aus Akademikerfamilien beginnen statistisch gesehen 79 ein Hochschulstudium. Bei Nicht-Akademiker Familien schaffen gerade einmal 27 von 100 Kindern den Sprung an eine Hochschule.

Chancengerechtigkeit? Von wegen!
Auch mit Abitur entscheiden sich viele Menschen aus Nicht-Akademikerhaushalten gegen ein Studium. Gründe dafür sind häufig Sorgen um die Finanzierbarkeit, Schwierigkeiten bei der Eingliederung in das akademische Umfeld oder die fehlende Unterstützung seitens der Familie, die sich wünscht, ihr Kind würde etwas Praktisches lernen und gleich Geld verdienen. Wenn sich „Arbeiterkinder“ dennoch für ein Studium entscheiden, gehen damit häufig erschwerte Studienbedingungen einher. Finanzielle Schwierigkeiten führen zu einem großen Druck. Das Studium muss möglichst schnell und gut abgeschlossen werden – unbezahlte Praktika, Auslandsaufenthalte, Klausuren schieben oder länger als die Regelstudienzeit studieren ist meistens nicht drin.  Stattdessen: Nebenjobs und lange Pendlerzeiten, da zentral gelegene Zimmer in Unistädten teuer sind. Schlechtere Noten wegen hoher Belastung, fehlende Praktika oder Auslandserfahrungen können sich im Umkehrschluss negativ auf die späteren beruflichen Chancen auswirken. Das Problem zieht sich also wie ein roter Faden durch die Biographie junger Menschen, die oftmals mehr aus ihrem Leben machen wollen und vor allem auch könnten! 

„Es kann nicht sein, dass der Bildungsweg eines Menschen so stark von seiner sozialen Herkunft geprägt wird. Dem entgegenzuwirken, ist eine gesamtstaatliche Aufgabe; es geht um das gesamte Bildungssystem“, schreibt das Deutsche Studentenwerk dazu und fordert eine schnelle Anpassung des Bafög und den Neubau von Wohnungen.Eine schnelle Anpassung des Bafög? Wir sind gespannt wie sich das gestalten soll. Zumindest wurde im neuen Koalitionsvertrag festgelegt, dass der Bund die Sanierung und den Neubau von Studentenwohnheimen fördert. Um diese alarmierende Statistik zu verändern, braucht es jedoch weitere Lösungsansätze.  

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