In 4 Schritten zur geeigneten Studienfinanzierung: Wie Studenten und Eltern bei der Auswahl vorgehen sollten

von Stefanie Müller

Mit dem beginnenden Sommersemester stellt sich für viele Studenten wieder die Frage nach der Finanzierung des Studiums. Rund 800 Euro monatlich müssen deutsche Studenten für ihr Studium aufbringen. Die auf Studienfinanzierung spezialisierte Deutsche Bildung empfiehlt bei der Suche nach der perfekten Finanzierungs-Kombination vier Schritte.

  1. Am Beginn steht eine sorgfältige Analyse der Einnahmen und Ausgaben.
    Wie viel können die Eltern oder Großeltern dazu geben? Können Ersparnisse angezapft werden? In welchem Umfang ist ein Nebenjob möglich, ohne das Studium zu gefährden? Welche Kosten entstehen durch Semesterbeitrag, Miete, Lebensmittel, Bücher, Freizeitaktivitäten und Versicherungen? Bei einem Großteil der Studenten tut sich nach diesem Kassensturz eine Lücke auf, die durch Geld aus externen Quellen gefüllt werden kann. „Studienfinanzierung ist meistens eine Mischfinanzierung“, sagt Anja Hofmann von der Deutschen Bildung. 

  2. Bafög-Anspruch prüfen:
    Bafög wird zur einen Hälfte geschenkt, zur anderen Hälfte als Darlehen gewährt, das nach dem Studium zurückgezahlt wird. Nur wenige erhalten den Höchstsatz von derzeit 735 Euro, doch auch ein kleiner Betrag bedeutet Entlastung bei den monatlichen Kosten. Studenten finden alle Informationen zur staatlichen Förderung unter www.bafög.de

    Experten-Rat von Anja Hofmann: „Bafög ist nach Stipendien die günstigste Art, das Studium zu finanzieren, kommt allerdings nicht für jeden in Frage, da die Bewilligung an das Einkommen der Eltern gekoppelt ist. Jeder Student sollte seinen Anspruch aber zumindest prüfen.“

  3. Stipendien checken:
    Selten decken Stipendien die kompletten Kosten für ein Studium ab, ihr Vorteil besteht jedoch darin, dass das Geld geschenkt ist. Sehr häufig erhalten Stipendiaten auch eine ideelle Förderung, etwa in Form von Netzwerkveranstaltungen und Workshops. Über die großen Begabtenförderwerke hinaus vergeben zahlreiche Organisationen Stipendien; zum Teil an sehr spezielle Gruppen von Studenten und durchaus auch ohne Spitzennoten oder Ehrenämter.

    Hilfreich sind Datenbanken wie stipendienlotse.de oder mystipendium.de, die aufgrund der individuellen Kriterien eine gefilterte Auswahl von Anbietern ausgeben. Anja Hofmann: „Die investierte Zeit in die Bewerbung für ein Stipendium kann sich lohnen. Studenten sollten nicht von vornherein glauben, dass sie sowieso nicht in Frage kämen, denn so bleiben viele Organisationen auf ihren Geldern sogar sitzen.“

  4. Privatwirtschaftliche Finanzierung aus Studienfonds und Krediten:
    Mit einer Rückzahlung verbunden, aber dennoch lohnend kann eine privatwirtschaftliche Finanzierung sein. Zu unterscheiden ist hier zwischen klassischen Krediten und Studienfonds. Kredite werden verzinst zurückgezahlt, die Höhe der Raten ist in der Regel starr vorgegeben. An das individuelle spätere Einkommen ist hingegen die Rückzahlung bei Studienfonds gekoppelt. Hier zahlt nur zurück, wer kann. Und so viel, wie das persönliche Einkommen auch erlaubt.

    Anja Hofmann: „Ob Kredit oder Studienfonds sollten Studenten gut abwägen. Studienfonds können bei einem hohen Einkommen in der Rückzahlung zwar teurer sein, lassen aber mehr Freiheit bei der Berufswahl und anderen Lebensentscheidungen. Denn auch bei einem geringeren Einkommen zahlen Absolventen nur prozentual und profitieren von Sonderregelungen bei Krankheit, Elternzeit oder einem weiteren Studium. Studenten können außerdem inhaltliche Förderprogramme für einen gelungenen Berufseinstieg nutzen, die bei der Finanzierung durch Studienfonds häufig inbegriffen sind.“

    Weitere Informationen zur Studienförderung der Deutschen Bildung. 

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