„Kostet ja nur 640 Euro warm“, sagte sie…

…und dann kam die Nebenkostenabrechnung.

von Lea Schäfer

Wir wissen, auf dem Wohnungsmarkt herrscht Krieg. Vor allem für Studenten ist es oft ein großer Kampf eine bezahlbare und gleichzeitig bewohnbare Behausung zu finden. Sozialer Wohnungsbau? Fehlanzeige. Lieber Wohnungen als Kapitalanlage bauen, die in null Komma nichts hochgezogen werden und zu denen ein Tiefgaragenstellplatz für 70 Euro gehört. Danke auch. Darf der freie Platz dann als Stellfläche genutzt, oder als Grünanlage umgestaltet werden?

Das wäre doch mal ein Deal - so als kleine Entschädigung? Die Idee ist wohl nicht umzusetzen. Vielleicht kannst du den Platz dagegen an jemand anderen vermieten, oder aber du suchst dir eine ,günstigere‘ Altbau-Wohnung. So hat es letztes Jahr auch eine Freundin gemacht und war ganz begeistert.  Zwar gibt es schiefe Decken und Fußböden (es passt nur ein großer Schrank in die Wohnung), nur eine Waschmaschine für 7 Parteien im Haus und eine Dusche in der man sich bücken muss – außer man ist sehr klein - aber das war alles egal, denn sie und ihr Freund konnten sich die Miete leisten. Im Vertrag lautete 640 Euro warm für 55qm und eine Wohnung mitten in der Altstadt. Yes!

Nach 2 Jahren Wohnen in der kleinen Fachwerk-Altbauwohnung soll es nun in eine andere Stadt gehen. Die Kündigung ist raus und prompt kam die Antwort: bitte 800 Euro Nebenkosten bezahlen für die letzten 10 Monate, unter anderem wegen erhöhter Heizkosten und teuren Brandschutzbestimmungen. Klar, ein 400 Jahre altes Fachwerkhaus mit alten Fenstern, null Dämmung und hoher Brandgefahr ist teuer. Davon war allerdings bei der Vermietung (natürlich) nicht die Rede. Man könnte argumentieren, dass die beiden genauer hätten nachfragen müssen, bevor sie einen Mietvertrag unterzeichnen. Trotz Wohnungsnot sollte man sich Mietobjekte immer gut anschauen und  rückfragen, wenn es um „eventuell anfallende Kosten geht“. Klar ist aber: das ist Abzocke seitens des Vermieters und dabei liegt er auch noch im Recht.

Hilfe im Notfall
Die Wohnungen werden absichtlich günstiger angeboten und am Ende muss nachbezahlt werden. Mehrere Seiten Nebenkostenabrechnung belegen das. Allerdings sind diese für den Normalverbraucher oft sehr unübersichtlich. Um Fragen und Probleme zu klären gibt es mehrere Anlaufstellen die dir wohnungsrechtliche Informationen geben und dir helfen können, ohne das teure Anwaltskosten entstehen. Falls also deine WG unter Wasser steht, oder dein Vermieter mit unbekannten Kosten auf dich zukommt, melde dich hier:

Der Mieterschutzbund e.V.
Im Mieterschutzbund kann jeder Mietglied werden. Allerdings kostet dich das: 20 Euro Aufnahmegebühr und 80 Euro Jahresgebühr (Tipp: Kosten können auch durch die WG Mitglieder aufgeteilt werden). Dafür bekommst du im Notfall eine professionelle Betreuung von Experten und hast jederzeit eine Anlaufstelle bei Fragen.

Asta Rechtsberatung
Der Asta (allgemeiner Studierendenausschuss) als studentische Vertretung ist eine wichtige Anlaufstelle für dich als studentischer Mieter. Hier erhältst du kostenlose Rechtsberatung (nicht nur in Mietfragen). Die Asta bietet diesen Service meist in Zusammenarbeit mit lokalen Rechtsanwälten an. Als erste und kostenlose Anlaufstelle ist dieser Service nur zu empfehlen.

Die Studierendenwerke
Bieten dir auch eine kostenlose Rechtsberatung. Im Falle eines Prozesses kann sogar eine Prozesskostenhilfe beantragt werden. Allerdings nur wenn der Prozess gute Erfolgschancen hat und du als Antragsteller nur einen kleinen Teil der Kosten aufbringen kannst.

Wir hoffen es kommt für dich nie so weit, aber mit diesen drei Anlaufstellen bist du im Falle auf der sichereren Seite!

Du hast Fragen zu deinen Finanzierungsmöglichkeiten bei der Deutschen Bildung? Ruf uns an, schicke uns eine Mail, oder schaue in unsere FAQ.

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