Angst vor der Studienwahl? So entscheidest du dich richtig.

Der Entscheidungshelfer für Studienanfänger

von Lea Schäfer

Die Studienwahl ist für die meisten eine sehr herausfordernde Entscheidung. Und um das gleich vorwegzunehmen: es wird vielleicht einige Jahre dauern, bis du dich auf deinem individuell passenden Weg befindest. Das ist aber gar nicht schlimm – im Studium wirst du ganz neue Seiten an deiner Persönlichkeit entdecken und stetig Entscheidungen über Bord werfen und neue treffen. Um dir das Ganze ein bisschen zu erleichtern, haben wir hier für dich einen kleinen Entscheidungs-Ratgeber.

Du bist stark darin deine eigene Meinung durchzusetzen? Das ist schon mal ein großer Vorteil. Denn es ist ja so: Während und nach der Abi-Zeit redet das gesamte Umfeld auf einen ein. Jeder weiß es natürlich besser. Die Eltern wollen typischerweise mehr Sicherheit, die Freunde wollen erstmal zusammen in eine WG ziehen, oder ein Gap Year machen. Und dann ist da ja auch noch die Studienform(Dual, FH, Uni oder vielleicht doch erstmal eine Ausbildung?) und die größte Frage: Welches Fachgebiet?

Tschüss, Zuhause – Hallo Welt 

Um so eine grundlegende Entscheidung treffen zu können, ist es erst einmal wichtig, dass du dir Zeit nimmst und diese auch einforderst. Für viele ist es immer nicht so einfach, sich ein Findungsjahr einzugestehen. Dabei geht es ja nicht darum, dass du ein weiteres Jahr bei Mutti abhängst. Die Zeit, die du dir nimmst, solltest du effektiv nutzen, um die Dinge zu machen, die dich begeistern und die dir Spaß machen. Das kann ein Praktikum sein, dass dich schon immer interessiert hat, oder eben ein Auslandsjahr, ehrenamtliche Arbeit und und und. Das Wichtige dabei ist, dass du Neues erlebst und aus deiner Komfortzone heraustrittst. Nur so kommst du der Erkenntnis nahe, was dir liegt und womit du dich die nächsten Jahre beschäftigen willst und kannst. Abgesehen davon kommt das auch immer gut bei späteren Job-Bewerbungen an! 

Medizin nur für Einser-Schüler, Politik nur für Politiker?

Das ist alles Quatsch! Zunächst einmal gibt es für jeden Studienwunsch einen Weg – der führt manchmal auch übers Ausland. Länder wie Österreich suchen ihre Studenten nicht nach Note, sondern nach Auswahltests aus. Abgesehen davon bildet fast jedes Fach – außer es ist eine sehr spezifische Spezialisierung – ein breites Band an Job Möglichkeiten ab, die du am Anfang deines Studiums noch gar nicht überblicken kannst. Die universitäre Laufbahn ist keine Ausbildung mit klarem Ziel. Ein Kunsthistoriker wird zwar nicht als Ingenieur arbeiten, aber darüber hinaus ist der Arbeitsmarkt sehr flexibel. Wenn du dich für eine Uni entscheidest, geht es also zunächst eher darum, womit du dich die nächsten drei Jahre wissenschaftlich auseinandersetzen willst. 

Es gibt keine Fehlentscheidung

Du hast dich entschieden und irgendwann doch wieder aufgehört, trotz Findungsphase und Co. Betrachte das nicht als Fehlentscheidung. Jede Entscheidung bringt dich voran, auch wenn scheitern natürlich anstrengend ist, aber jeder scheitert und das oft. Das haben wir nur nicht im Blick, denn die die es geschafft haben, landen auf den Titelseiten – dabei sollte man sich lieber anschauen, wie und warum Menschen gescheitert sind. Denn daraus kann man viel lernen und man kann daran vor allem sehen, dass es trotzdem immer weitergeht. Wichtig ist: aus den Fehlern lernen und schnell wieder aufstehen. 

Das solltest trotzdem eher nicht tun: 

1. Lehramt studieren, nur um später einen sicheren Job zu haben. 

Der Lehrerjob ist gar nicht unbedingt sicherer als andere. Verbeamtet werden nur noch die Wenigsten. 

2. Lehramt studieren, weil du in einem Schulfach besonders gut warst.

Natürlich ist es von Vorteil, wenn du schon in der Schule in einem Fach gut warst, das du später auch unterrichten möchtest. Die meisten unterschätzen aber den hohen pädagogischen Anteil am Lehrerberuf. Wissen vermitteln ist das eine – sich jeden Tag mit vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten auseinanderzusetzen, das andere. 

3. Philosophie oder Sozialwissenschaften studieren, um sich zu orientieren. 

Lass dir gesagt sein, es wird dir nur Frustration bringen – es sei denn, du kannst dich mit der Zeit für die Texte und die Theorien begeistern. Wer aber sowieso keine Lust auf viel Lesen, Diskussionen und Gesellschaftskritik hat, der sollte hiervon Abstand nehmen.

4. Wirtschaft nur studieren, um viel Geld zu verdienen.

Machen viele, kann aber nach hinten losgehen. Zum einen wird nicht jeder Unternehmer werden können. Abgesehen davon wollen Unternehmen Persönlichkeiten, die mehr können als das, was sie im Wirtschaftsstudium gelernt haben.

5. Soziale Arbeit, Psychologie etc. studieren, um irgendwas mit Menschen zu machen.

Deine Empathie und deine Kommunikationsfähigkeit können auf jeden Fall Indizien dafür sein, dass du in einem pädagogischen Beruf gut aufgehoben bist. Bevor du ein solches Studium beginnst, ist es aber unbedingt empfehlenswert, vorher ein praktisches Jahr oder Praktikum zu machen. Menschen, die sich beruflich mit den Problemen und der Fürsorge anderer Menschen auseinandersetzen, müssen sehr belastbar sein und wirklich hinter ihrem Beruf stehen. 

Der ehrliche Rat

Was dir bei der Entscheidung helfen kann, ist neben Ratgebern, Studienführern und Online-Tests auch der ehrliche Rat von guten Freunden, Arbeitskollegen oder der Familie. Dafür gibt es allerdings einige Grundregeln, damit es nicht zu Enttäuschungen kommt. Es geht nicht darum, dass dein Umfeld dir eine Liste deiner Schwächen ausdruckt, oder plump ihre Meinung äußert. Vielmehr können sie dir deine Stärken verdeutlichen und dir klar machen, was du gut kannst. Und wenn du es ganz genau wissen willst, dann solltest du eingeschriebene Studenten oder Freunde fragen, um dir ein ehrliches Feedback zum Studium zu holen. 

Du hast dich entschieden, aber dir fehlt noch die richtige Finanzierung? Dann bewirb dich bei uns. Wir finanzieren dein Studium in Deutschland und auch im Ausland, egal welche Fachrichtung du wählst. Zusätzlich erhältst du ein umfassendes Trainingsprogramm, was dich aufs Berufsleben vorbereitet und dich durchs Studium begleitet. 

Kommentare

Christina
03.08.2018 | 18:46

Super hilfreiche Tipps! Kann ich so nur unterschreiben. Aber: wo wart ihr, als ich vor ein paar Jahren vor der Entscheidung stand?! :-)

Neuen Kommentar schreiben:

* Pflichtfeld! Bitte immer ausfüllen