Die Finanzfrage: Finanzielle Änderungen für Studenten 2020

Alles neu macht das neue Jahrzehnt? Nicht ganz – ein paar finanzielle Änderungen bringt 2020 aber schon mit sich. Bafög, Krankenversicherung, Unterhalt: Wir haben zusammengetragen, was Studenten in den kommenden 12 Monaten beim Thema Geld beachten sollten.

Bafög-Satz und Rückzahlung steigen

Nach der großen Bafög-Erhöhung zum Wintersemester 2019/20 folgt im Wintersemester 202/21 direkt eine weitere Steigerung – zwar nur um 2 Prozentpunkte, aber immerhin. Der Höchstsatz liegt damit im kommenden Jahr bei 859 Euro. Auch der Vermögensfreibetrag steigt: statt bislang 7.500 Euro bleiben ab dem nächsten Wintersemester 8.200 Euro anrechnungsfrei; für eigene Kinder gibt es 2.300 Euro zusätzlich.

Große Änderungen ergeben sich im neuen Jahr bei der Bafög-Rückzahlung. Seit fast 30 Jahren wurde die staatliche Förderung in vierteljährlichen Raten von 315 Euro zurückgezahlt. Ab April 2020 erhöht sich die Rückzahlung auf 390 Euro (also 130 Euro im Monat). Dies gilt für alle, die Bafög erstmals ab 1976 erhalten haben. Wer vor August 2019 Bafög bezogen hat, gilt bereits als Altschuldner. Eine sinnvolle Neuregelung für alle „Neuschuldner“ betrifft die Restschuld aus dem Bafög-Darlehen: Wer 20 Jahre nach Beginn der Rückzahlung noch immer Bafög-Schulden hat, dem werden diese dann endgültig erlassen. Voraussetzung ist jedoch ein „nachweisbares Bemühen“ – man war immer erreichbar und hat bei zu geringem / fehlenden Einkommen stets korrekt einen Freistellungsantrag eingereicht.

Krankenversicherung wird teurer, Fachsemestergrenze entfällt

Zum Thema studentische Krankenversicherung haben wir bereits ausführlich berichtet. Im neuen Jahr bleibt die Altersgrenze von 30 Jahren bestehen, die Fachsemestergrenze ist ab Januar 2020 Geschichte. Leider steigt mit der Bafög-Erhöhung auch der Beitrag zur studentischen Krankenversicherung – ab Oktober 2020 werden 76,85 Euro (statt bislang 76,04 Euro) im Monat fällig. Dazu kommt noch der kassenindividuelle Zusatzbeitrag von durchschnittlich 1,1 Prozent. Auch der Beitrag zur Pflegeversicherung erhöht sich etwas.

Düsseldorfer Tabelle: Neue Berechnung

In der Düsseldorfer Tabelle ist festgehalten, wie viel Unterhalt Eltern ihren Kindern zahlen müssen. Für 2020 wurden die Sätze nun neu berechnet – mit deutlich höheren Unterhaltssätzen als bisher. So definiert die Tabelle für 2020 rund 860 Euro pro Monat als Mindestsatz für einen angemessenen Unterhalt, davon entfallen 375 Euro auf die Unterkunft inklusive Nebenkosten. Diesen Gesamtbedarf kannst du allerdings nur erhalten, wenn der Selbstbehalt der Eltern damit nicht unter die Mindestschwelle sinkt – es also gewährleistet ist, dass sie selbst von ihrem Einkommen noch leben und gegebenenfalls weitere Kinder versorgen können.

Auf eine Erhöhung des Kindergeldes braucht man in diesem Fall leider nicht zu setzen – es bleibt 2020 unverändert. Lediglich die Einkommensanrechnung der Eltern beim Kinderzuschlag wird etwas verringert.

Jährlich grüßt das Murmeltier: Höhere Grenzen bei Familien- und Krankenversicherung

2020 können Studenten nur dann in der Familienversicherung bleiben, wenn ihr Einkommen (geringfügige Beschäftigungen ausgenommen) 455 Euro pro Monat nicht übersteigt. 2019 lag diese Grenze noch bei 445 Euro. Studenten, die gesetzlich versichert sind, aber schon das 30. Lebensjahr vollendet haben, müssen sich zudem auf höhere Bezugsgrößen bei ihrer Krankenversicherung einstellen – nämlich von 3.115 Euro auf 3.185 Euro pro Monat. Der Beitrag für Studenten wird mit einem Drittel der Bezugsgröße veranschlagt (auch wenn man deutlich weniger verdient).

Höherer Mindestlohn

Der Mindestlohn wurde  zum 01.01.2020 erneut angepasst und liegt nun bei 9,35 Euro. Pflicht- sowie Orientierungspraktika im Rahmen des Studiums sind von dieser Regel leider ausgenommen.

Quelle: Studis Online

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