Die Finanzfrage: Studium in Zeiten von Corona - welchen Einfluss hat Geld auf meinen Studienerfolg?

Die große Freiheit war einmal: Studenten fühlen sich durch Leistungsdruck zunehmend gestresst. Hinzu kommen bei vielen finanzielle Sorgen – ein Nebenjob ist notwendig, nimmt aber wertvolle Zeit in Anspruch. Und im Zuge der Corona-Pandemie bricht diese Säule der Studienfinanzierung vielleicht auch noch weg. Was tun?

Studenten von heute haben es nicht leicht: Straffe Modulpläne sollen eingehalten, Referate vorbereitet, Klausuren, Thesenpapiere und Seminararbeiten geschrieben werden. Das kann je nach Hochschule, Fach und persönlichem Anspruch natürlich variieren. Aber Studien haben in den letzten Jahren gezeigt, dass sich Studenten vermehrt unter Druck gesetzt und gestresst fühlen.

Finanzielle Schwierigkeiten führen zu hohen Abbrecherquoten

Das Hochschul-Informations-System (HIS) etwa hat 2019 rund 2.500 Studienabbrecher dazu befragt, was sie zu ihrem Studienabbruch bewegt hat. Auf Platz eins: Leistungsprobleme – ein Fünftel der Befragten gab an, sich den Anforderungen des Studiums nicht gewachsen zu fühlen und die Fülle an Lernstoff nicht verarbeiten zu können. Hier hinterlässt der Bologna-Prozess mit seinem Bachelor-/Master-Programm deutliche Spuren: waren es bei den alten Studiengängen „nur“ 17 Prozent, die aufgrund von Leistungsproblemen scheiterten, sind es beim Bachelor mehr als ein Viertel der Befragten. Befeuert wird der hohe Leistungsdruck durch Punkt zwei auf der Liste der Abbruchgründe – den finanziellen Problemen. Gemeint sind keine finanziellen Engpässe, wie sie wohl bei jedem Studenten immer mal wieder auftreten, sondern die existentielle Schwierigkeit, die Anforderungen des Studiums sowie Studien- und Lebenshaltungskosten unter einen Hut zu bekommen.

Nebenjob ist notwendige Einnahmequelle

Zwar wird der Großteil der Studenten von den Eltern finanziell unterstützt. Für das Leben in einer großen Universitätsstadt – etwa München, Stuttgart und Frankfurt am Main – ist das aber oft zu wenig. Die Ergebnisse des CampusBarometers 2018 zeigen: jedem Fünften reicht sein Budget zum Leben und Studieren nicht aus. 55 Prozent gehen daher einem Nebenjob nach. Die Hälfte kann diesen nicht gut mit dem Studium vereinbaren. Die Online-Umfrage der Deutschen Bildung zählt mit über 6.900 Teilnehmern zu einer der größten Studenten-Befragungen in Deutschland und wurde 2018 bereits zum siebten Mal durchgeführt.

Jeder sechste Student ist psychisch krank

Medizinische Untersuchungen bestätigen: Geld ist für viele Menschen mit Sorgen, Problemen und Stress verbunden. So macht der Anstieg der Lebensmittel- und Energiepreise den Deutschen mehr zu schaffen als alles andere. Angesichts der weitverbreiteten Befürchtung, künftig immer mehr für den täglichen Bedarf ausgeben zu müssen, geraten selbst Ängste vor Krieg oder Terrorismus ins Hintertreffen. Die Corona-Krise schürt die Ängste um die eigene Existenz: Zunehmende Einsamkeit, gesundheitliche Sorgen, Stress und finanzielle Probleme belasten die psychische Gesundheit. Fühlen sich Studenten überfordert, setzt das oft eine Abwärtsspirale in Gang: Der Druck, „es irgendwie zu schaffen“, wächst immer weiter, die Angst vor finanziellen Problemen steigt, das Selbstbewusstsein schwächelt. Bereits 2018 war laut einer Studie der Barmer Ersatzkasse aus dem Jahr 2018 jeder sechste Student psychisch krank – Tendenz steigend.

Beratungsangebote nutzen

Doch was tun? Gegen das Gefühl der Überforderung im Studienalltag kann es sinnvoll sein, den psychologischen Beratungsdienst der Studentenwerke in Anspruch zu nehmen. Hier lernst du, deine Arbeitsweise genauer unter die Lupe zu nehmen und kannst Zeit- und Energiefresser enttarnen. In Corona-Zeiten findet eine umfangreiche telefonische Beratung statt. Auch bei finanziellen Schwierigkeiten musst du nicht direkt den Kopf in den Sand stecken. In der Finanzfrage: Wegen Corona kann ich meine Miete nicht mehr zahlen – wie gehe ich vor? haben wir bereits verschiedene Möglichkeiten vorgestellt: Vom Gespräch mit dem Vermieter bis zur Anpassung des Bafög-Satzes. Angedachte Rettungsschirme der Bundesregierung für Studenten wurden zwar bislang leider nicht umgesetzt. Dafür hat etwa die kfw reagiert und die Zinsen für ihre Studienkredite auf 0% gesenkt – bis vorerst März 2021.

Reduce Your Stress Week: Tipps zur Stärkung der körperlichen und mentalen Gesundheit

Auch die Deutsche Bildung erhält zunehmend Anfragen von Studenten, die Probleme mit ihrer psychischen Gesundheit haben und unter Leistungsdruck leiden. Um gerade in Zeiten von Corona ein Zeichen gegen Stress zu setzen, bieten wir vom 15. Bis 19. Juni 2020 eine „Reduce Your Stress Week“ an. In insgesamt 10 Online-Sessions geben Experten Tipps rund um das Thema Stressreduktion – von Ernährungsfragen bis hin zu zwischenmenschlichen Schwierigkeiten. Hier kannst du dich anmelden.

Corona-Sofortfinanzierung der Deutschen Bildung

Für finanziell in Not geratene Studenten bietet die Deutsche Bildung außerdem eine Corona-Sofortfinanzierung an. Bereits Beträge ab 1.000 Euro können schnell und unbürokratisch online beantragt werden. Dabei entsteht keine fixe Schuldenlast, denn die Rückzahlung bemisst sich anteilig an deinem späteren Einkommen. Begleitend zur Sofortfinanzierung profitieren studentische Kundinnen und Kunden von inkludierten Trainings, Coaching und Beratung für ein erfolgreiches Studium und optimale berufliche Chancen.

www.deutsche-bildung.de/sofortfinanzierung