"Die Studienzeit war kontinuierliches Wachstum und Persönlichkeits-Entwicklung"

Viktoria Langer im Portrait

von Anna Petrig

Die 27-Jährige studiert an der University of Nottingham in Großbritannien und macht dort ihren Master in "Critical Theory and Cultural Studies". Sie findet Geld überbewertet und befürwortet das universelle Grundeinkommen.

Warum hast du dich für dein Studienfach entschieden?

Schon während meines Bachelors habe ich mich zunehmend für theoretische Fragestellungen interessiert. Dabei haben Bildung und Gleichberechtigung immer eine große Rolle gespielt. Wir wurden wieder und wieder angehalten, Situationen kritisch zu hinterfragen. Mir wurde der Spaß an der kritischen Theorie so vom Beginn meines Studiums eingeimpft. 

Hast Du ein Auslandssemester absolviert? Wenn ja, wo und was hast Du erlebt?

Während meines Bachelors habe ich zwei Semester an der Università degli Studi in Palermo, Sizilien, studiert. Hauptsächlich Philosophie und Anthropologie. 

Was würdest Du über Deine Studienzeit in Deinen Memoiren schreiben?

Meine Studienzeit war für mich eine Zeit des kontinuierlichen Wachstums. Nicht nur an Fachwissen, sondern hauptsächlich in puncto Persönlichkeits-Entfaltung. Die vielen Sichtweisen, die mir eröffnet wurden, haben mein Weltbild stark geprägt und mir gezeigt, was im Leben wichtig ist. 

Was ist für Dich das Wichtigste, was Du bisher in Deinem Leben gelernt hast?

Dankbarkeit. Nichts ist selbstverständlich. Ich habe sehr viel Glück gehabt in meinem Leben und die Unterstützung meiner Familie hat mir viel ermöglicht. Das kann nicht jeder von sich behaupten und ich wertschätze das sehr.

Was ist Dir bei Deinem (zukünftigen) Arbeitgeber wichtig?

Ein respektvoller Umgang miteinander ist mir besonders wichtig. 

Wie würdest Du deine Persönlichkeit in einem Vorstellungsgespräch kurz selbst beschreiben?

Ich bin ein kritisch-ehrgeiziger Mensch, der sehr auf Gleichberechtigung bedacht ist.  

Wie sieht für Dich die Zukunft der Arbeit aus, was wird/soll sich ändern, was soll bleiben?

Die Zukunft der Arbeit ist ein heikles Thema. Die zunehmende Automatisierung wird in den kommenden Jahren starke Veränderungen mit sich bringen. Ich hoffe, dass Menschen in Zukunft nicht mehr arbeiten müssen, um existieren zu können, sondern das mehr und mehr Menschen die Möglichkeit haben, durch ihre Arbeit einen echten Beitrag für die Gesellschaft zu leisten, ohne die Angst, dass am Ende des Monats das Geld nicht mehr reicht. Ich stehe dem universellen Grundeinkommen sehr positiv gegenüber und hoffe, dass es hier zu einer progressiven Umsetzung kommt. 

Welchen Traumberuf hattest Du als Kind?

Da war so ziemlich alles dabei. Von der Meeresbiologin über Archäologin bis hin zu Restaurantfachfrau. Das hat sich immer mal wieder geändert. 

Wie sieht Dein Traum vom Arbeiten jetzt aus?

Zunächst würde ich es nicht als Traum bezeichnen, aber es geht wahrscheinlich weiter in Richtung Forschung.

Welche Werte sind Dir wichtig?

Aufrichtigkeit und Gleichberechtigung und zwar nicht in ihrer Proklamation, sondern in ihrer Umsetzung.

Wie würde der Titel Deiner Memoiren lauten? 

Das Auf und Ab einer verkannten Weltverbesserin. 

Deine Meinung in einem Satz zu:

Studium: Heißt Persönlichkeitsentfaltung.
Zukunft: Kann man planen wie man will und dann kommt alles anders.
Geld: Ist leider viel zu überbewertet.
Arbeit: Sollte mehr Wertschätzung  erfahren.
Generation Y: Der Begriff ist für mich bedeutungsleer.
Freiheit: Sollte für alle gelten.
Sicherheit: Geben mir die Menschen, die mich lieben.
Glück ist: Dass ich Menschen habe die für mich da sind. 

So kannst auch du dein Studium von der Deutschen Bildung fördern lassen.