"Es ist wichtig, sich auf sich selbst zu verlassen."

Geförderte der Deutschen Bildung

Hamza Kamergi im Portrait

von Anna Petrig

Der 27-jährige Tunesier kam zum Studieren nach Deutschland. Und entschied sich zu bleiben. Er hat seinen Master Maschinenbau und Mechatronik in Friedberg/Hessen erfolgreich abgeschlossen und ist ins Berufsleben gestartet.

Warum hast Du Dich für Deine Studienfächer entschieden?

Ich habe mich immer für technische Zusammenhänge interessiert und möchte gerne in einem technischen Ingenieur-Umfeld arbeiten.

Hast Du ein Auslandssemester absolviert? Wenn ja, wo und was hast Du erlebt?

Für mich ist das Studium in Deutschland quasi ein Auslandsstudium, da ich ursprünglich aus Tunesien komme und dort auch mein erstes Studium absolviert habe. Inzwischen fühle ich mich aber auch in Deutschland zuhause. 

Was würdest Du über Deine Studienzeit in Deinen Memoiren schreiben?

Am ersten Tag war ich zwar schockiert, weil die Gebäude wie ein Gefängnis wirkten und die Professoren sehr viel Stoff in kürzester Zeit vermittelten. Aber letztendlich konnte ich mich anpassen und daraus die beste Zeit meines Lebens machen, in der ich viele Freunde gefunden habe und wahnsinnig viel Spaß hatte. 

Was ist für Dich das Wichtigste, was Du bisher in Deinem Leben gelernt hast?

Es ist wichtig, sich auf sich selbst zu verlassen. Wenn man für sich selbst verantwortlich ist und seine eigenen Ressourcen entsprechend einschätzt, kann man alles erreichen, was man sich vornimmt.

Was ist Dir bei Deinem (zukünftigen) Arbeitgeber wichtig?

Ich wünsche mir einen Arbeitgeber, der mir viele Freiheiten und Gestaltungsspielräume lässt, wie ich meine Arbeitszeit und Projekte gestalten möchte. Außerdem wünsche ich mir, dass meine Arbeit und meine Fähigkeiten respektiert und geschätzt werden. 

Wie würdest Du Deine Persönlichkeit bei einem Vorstellungsgespräch kurz selbst beschreiben?

Ich bin eine anpassungsfähige und hilfsbereite Person, die sich mit viel Energie und Leidenschaft für Themen einsetzt, die mir wichtig sind.

Wie sieht für Dich die Zukunft der Arbeit aus, was wird/soll sich ändern, was soll bleiben?

Die Festlegung von Arbeitszeit wird sich flexibilisieren. Es wird mehr Möglichkeiten geben, räumlich und zeitlich flexibel zu arbeiten, wie zum Beispiel Home-Office oder arbeiten von irgendwo. Es wird mehr automatisiert und ferngesteuert werden, dadurch wird Arbeit leichter und organisierter. Trotzdem wird die menschliche Komponente nicht wegrationalisiert werden können. Menschen werden die Maschinen steuern, Menschen müssen zusammenarbeiten. Netzwerke und Teamarbeit werden wichtig bleiben und der Wert weiter steigen.

Welchen Traumberuf hattest Du als Kind?

Ich wollte gerne Pilot werden und die ganze Welt bereisen. Tokio, Sydney, Rio de Janeiro, jeden Tag eine andere Stadt besuchen und so meinen Horizont erweitern, das war mein Wunsch.

Wie sieht Dein Traum vom Arbeiten jetzt aus?

Auch heute möchte ich als Ingenieur international arbeiten und dabei viele neue Länder kennen lernen. Dabei reizt mich besonders, Automatisierungslösungen zu finden, über die wir heute noch nicht einmal nachdenken. Roboter werden die Welt verändern und für uns alle leichter machen. Daran möchte ich gerne aktiv mitwirken.

Welche Werte sind Dir wichtig?

Verantwortung und Respekt.

Wie würde der Titel Deiner Memoiren lauten?

„Eine Gebrauchsanweisung, diese Welt zu überleben.“

Deine Meinung in einem Satz – zu

Studium:           Ein Studium ist wichtig, um sich eine Meinung zu bilden.
Zukunft:            Die Zukunft ist voller Möglichkeiten.
Geld:                 Geld ist gut, aber Geld alleine macht nicht glücklich.
Arbeit:               Arbeit ist nur das halbe Leben.
Generation Y:  Generation der Freiheit und Kreativität.
Freiheit:            Freiheit ist wichtig für ein Land, aber es kann auch schwierig werden, wenn zu viel Freiheit
                          ungeübt vorhanden ist.
Sicherheit:       Sicherheit ist für das Überleben notwendig. Das sieht man auch bei den Flüchtlingen, die
                         dafür alles bisher Bekannte aufgeben und in die Sicherheit fliehen.
Glück:               Ich bin glücklich, wenn ich zufrieden bin mit dem, was ich erreicht habe und wer und
                          was zu mir gehört.

So kannst auch du dein Studium von der Deutschen Bildung fördern lassen.