„Es lebe die Freiheit!“

Geförderte der Deutschen Bildung

Dajana Morak im Portrait

von Anna Petrig

Von der Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin bis zum Master Wirtschaftspsychologie in München führt der Weg der 35-jährigen Dajana Morak. Die auch schon einen Online-Vortrag für unsere Geförderten gehalten hat. Hier stellen wir sie vor.

Warum hast Du Dich für Deine Studienfächer entschieden?

Den Bachelor-Studiengang in „International Business Administration“ an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden habe ich ausgewählt, weil dies eine logische Konsequenz aus meiner vorherigen Schul- bzw. Berufsausbildung war. Ich bin staatl. gepr. Fremdsprachensekretärin (Englisch und Spanisch) und habe meine Fachhochschulreife mit dem Schwerpunkt „Wirtschaft und Verwaltung“ absolviert. Mich hat außerdem der fakultative Auslandsaufenthalt im Studiengang gereizt, da ich gerne reise und mich sehr für andere Kulturkreise interessiere.

Für Wirtschaftspsychologie habe ich mich bereits während meines Bachelor-Studiengangs interessiert und zusätzliche Kurse (Arbeits- und Organisationspsychologie und Markt- und Werbepsychologie) belegt. Im derzeitigen Masterstudiengang an der Hochschule für angewandtes Management in Erding (ca. 50 km von München entfernt) habe ich meinen Schwerpunkt im „Training und Coaching“ belegt, da ich seit 2010 im Umfeld der Personalberatung tätig bin und mich Personal- bzw. Persönlichkeitsentwicklung stark beschäftigt. 

Hast Du ein Auslandssemester absolviert? Wenn ja, wo und was hast Du erlebt?

Mein Auslandssemester habe ich in Krakau (Polen) absolviert. Krakau ist UNESCO-Weltkulturerbe und sehr mittelalterlich geprägt, aber gleichzeitig sehr modern (für osteuropäische Verhältnisse).
Allerdings sind die Kosten für eine angemessene Unterkunft ähnlich hoch wie in deutschen Großstädten (z. B. Wiesbaden, Frankfurt, München). Dafür bietet Krakau ein reichhaltiges und günstiges Freizeitangebot, sowie ein breitgefächertes Lehr- und Ausbildungsangebot was viele Studenten weltweit anzieht.

Was würdest Du über Deine Studienzeit in Deinen Memoiren schreiben?

Das Studium ist und war eine sehr lehrreiche Zeit. Es lässt Experimente in einem geschützten Rahmen zu, aber zeigt auch auf, dass es die Lehrzeit in der Praxis (Berufsleben) nicht ersetzen, allerdings gut ergänzen kann, weil man mehr Zeit zum Reflektieren eingeräumt bekommt. Ein Auslandsaufenthalt während des Studiums ermöglicht ein kurzes Eintauchen in eine andere Kultur, ohne einen späteren Karriere-Knick (wie es bei „Expats“ passieren kann) in Kauf nehmen zu müssen.

Was ist für Dich das Wichtigste, was Du bisher in Deinem Leben gelernt hast?

Man kann nicht alles planen und muss daher neben einer gewissen Flexibilität auch eine ausgeprägte Problem-Lösungs-Kompetenz mitbringen. Diese kann dann auch mal erfordern, dass man Themen an Experten abgibt. Wichtig ist und bleibt jedoch der ständige Austausch mit den Experten, da man Themen zwar abgeben, jedoch nicht vollständig aus der Hand geben sollte. 

Was ist Dir bei Deinem (zukünftigen) Arbeitgeber wichtig?

Ein stabiles Arbeitsumfeld (unbefristetes Arbeitsverhältnis) mit möglichst selbst-reflektierten Vorgesetzen (die sich coachen lassen und ggf. auch selbst Coaching geben), die ihre Mitarbeiter fördern (z. B. durch Personalentwicklungsinstrumente) und fordern (z. B. mit realistischen Zielvorgaben). Freiräume (z. B. flexible Arbeitszeiten, Teilzeit, Home Office) und Verantwortung (selbstbestimmtes Arbeiten, gerne im Sinne eines Superleadership-Gedankens). Angemessenes Vergütungsmodell (leistungsgerechte Bezahlung, die aber auch das Investment des Mitarbeiters in Bezug auf seinen Ausbildungshintergrund berücksichtigt) in einem nachhaltigen Geschäftsfeld. 

Wie würdest Du Deine Persönlichkeit bei einem Vorstellungsgespräch kurz selbst beschreiben?

Meine Persönlichkeit zeichnet sich durch Offenheit, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Beharrlichkeit aus. Ich würde mich eher als intro- als extrovertiert bezeichnen, bin jedoch in diesem Zusammenhang eher als beobachtend zu beschreiben und als Team-Player – im Vergleich zu einem publikumsstarken Einzelkämpfer. Ich verfüge über eine gute Problemlösungskompetenz und Resilienz, was mir auch in schwierigeren Zeiten Stabilität verleiht.

Wie sieht für Dich die Zukunft der Arbeit aus, was wird / soll sich ändern, was soll bleiben?

In Zukunft wird Arbeit noch spezialisierter werden, da die Welt an Komplexität eher noch zunehmen wird. Es wird mehr Netzwerke geben, die gemeinsam Lösungen erarbeiten (z. B. mit Action Learning Communities) und es wird vermutlich noch internationaler gearbeitet – durch den weiteren Aufstieg der Schwellenländer (BRIC). 
Der Arbeitsmarkt wird sich vermutlich in einigen Ländern (z. B. Deutschland) aufgrund der Demografie und des „Fachkräftemangels“ so verändern, dass er durchlässiger wird. Dies wird zu mehr Flexibilität in den Arbeitsbiografien (und Arbeitgebern) führen und somit auch zu mehr Arbeitnehmern, die diversifiziert ausgebildet werden. Gleichzeitig wird dies jedoch einseitig ausgebildete Arbeitskräfte (reine Fachkarrieren in einem Arbeitsbereich) ggf. abbauen und einige Arbeitsplätze (z. B. LKW-Fahrer durch eine verbesserte Technologie der Kraftfahrzeuge) eliminieren. Persönlichkeitseigenschaften werden dadurch ebenfalls an Bedeutung zunehmen und die Personalsuche entsprechend beeinflussen. 
Es wäre wünschenswert, dass die „sozialgeprägten“ / humanistischen Berufsbilder noch mehr Gewicht erhalten. (Ich denke dabei vor allem an Sozialarbeiter, Pflegekräfte und Erzieher). Und bessere Ausbildungs- bzw. Gehaltsperspektiven somit einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft erlangen.

Welchen Traumberuf hattest Du als Kind?

Wissenschaftler. 

Wie sieht Dein Traum vom Arbeiten jetzt aus?

Ich würde sehr gerne (aufgrund der Vereinbarkeit von Beruf und Familie) in Teilzeit tätig werden und mich in den nächsten Jahrzehnten vor allem verstärkt mit den Themen „Training und Coaching“ beschäftigen. Optimaler Weise bei einer entsprechenden Entlohnung in einem Unternehmen, das sich auf Personalentwicklung spezialisiert hat. Dies gerne in einem Team, das sich gegenseitig wertschätzt  und unterstützt (zuarbeitet). 

Welche Werte sind Dir wichtig?

Offenheit, Solidarität, Integrität, Nachhaltigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Mitgefühl und Vergebung bzw. Nachsichtigkeit. 

Wie würde der Titel Deiner Memoiren lauten?

„Es lebe die Freiheit!“ 

Deine Meinung in einem Satz – zu: 

Studium:            hört bei neugieren Menschen im Grunde nie auf und ist – rein biografisch betrachtet – ein interessanter Lebensabschnitt. 
Zukunft:            „Dynaxity“ trifft auf „Futurability“.
Geld:                  ist Macht und ermöglicht ein „Mehr“ an Freiheit.
Arbeit:               sollte sinnerfüllend sein bzw. Freude bereiten und bestenfalls den Vermögensbestand konstant mehren. 
Generation Y:    unterscheidet sich eigentlich nicht so maßgeblich von Generation X, wie in der Presse immer gerne propagiert wird.
Freiheit:             ermöglicht schnelleres Wachstum und erzeugt mehr Chaos.
Sicherheit:         ermöglicht ein gezieltes Wachstum.
Glück:                 ist wie ein Schmetterling – es kommt zu Dir, wenn Du Deinen Fokus auf andere Dinge lenkst.

So kannst auch du dein Studium von der Deutschen Bildung fördern lassen.