Finanzfrage: Ab wann muss ich mich als Student selbst krankenversichern?

Das Studium bringt die große Freiheit – aber leider auch viele Verpflichtungen mit sich. Während sich in der Schulzeit noch gemütlich die Eltern um Versicherungen und Finanzen bemüht haben, ist spätestens ab 25 Schluss mit lustig: dann endet in den meisten Fällen der Anspruch auf Kindergeld und selbst krankenversichern muss man sich auch noch.

Grundsätzlich gilt: bei Immatrikulation an einer Hochschule muss ein Krankenversicherungsnachweis vorgelegt werden. Für die meisten Studenten ist die Lage dabei zumindest für den Anfang denkbar einfach – sie sind bis zum 25. Lebensjahr kostenlos bei ihren Eltern mitversichert. Dies gilt auch, wenn neben dem Studium gearbeitet wird; die Familienversicherung bleibt bis zu einem monatlichen Durchschnittsgehalt von 405 Euro (bei einem Minijob 450 Euro) unangetastet. In den Semesterferien darfst du auch mehr verdienen. Sind die Eltern privat versichert, können Studenten das auch während ihrer Ausbildung bleiben. Dafür müssen sie sich zu Beginn des Studiums von der Krankenversicherungspflicht befreien lassen. Wichtig: an diese Entscheidung ist man für die komplette Studiendauer gebunden. Wer absehen kann, dass er bei Studienabschluss auf jeden Fall älter als 25 Jahre sein wird, sollte darüber nachdenken, bereits zu Beginn in die gesetzliche Krankenkasse zu wechseln. Es könnte sonst teuer werden.

30 Jahre und 14 Fachsemester: kein Studentenbonus mehr

Falls du während des Studiums mehr arbeiten möchtest, oder aber älter als 25 Jahre bist, musst du in die studentische Krankenversicherung wechseln. Der Grundbeitrag dieser gesetzlichen Pflichtversicherung liegt seit dem 01.08.2019 bei 10,22 Prozent des Bafög-Bedarfssatzes von  744 Euro – also bei insgesamt 76,04 Euro. Hinzu kommen ein Pflegeversicherungsanteil von knapp 3 Prozent sowie der jeweilige Zusatzbeitrag der gewählten Krankenkasse. Dieses Angebot gilt aktuell bis zum 30. Lebensjahr bzw. bis zum 14. Fachsemester: danach müssen sich „Langzeitstudenten“ freiwillig gesetzlich versichern. Zunächst gilt eine sechsmonatige Übergangszeit mit Ermäßigung, anschließend wird der volle Beitrag fällig. Die Höhe richtet sich danach, ob der Versicherte angestellt ist oder nicht – in der Regel zahlen Arbeitnehmer den Höchstbeitrag von rund 662 Euro pro Monat, wobei der Arbeitgeber die Hälfte übernimmt.

Aktuell prüft Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verschiedene Möglichkeiten, nach denen Studenten über 30 bzw. ab dem 14. Fachsemester nicht mehr automatisch aus der studentischen Krankenversicherung fallen sollen. Dies würde Studenten in besonderen Lebensumständen (zum Beispiel mit Kindern, in Teilzeittätigkeit oder mit Beeinträchtigungen) zu Gute kommen; außerdem könnte es die Krankenkassen selbst bürokratisch entlasten.

Quellen: mystipendium.de,  finanztip.de, tagesspiegel.de