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Diese Unis haben die besten Semestertickets

von Lea Schäfer

An öffentlichen Hochschulen musst du in Deutschland zweimal im Jahr den Semesterbeitrag bezahlen. Darin enthalten: dein Ticket, um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Von Uni zu Uni variiert das Angebot allerdings sehr stark und wird auch immer wieder kritisiert.

Das Semesterticket ist wirklich eine sehr nützliche Errungenschaft finden wir. Trotzdem kommt es immer wieder zu Problemen zwischen den Verkehrsverbünden und den Studenten. So warf der Verkehrsverbund Rhein-Sieg erst kürzlich den Verdacht von „Ticket-Studierenden“ auf, die also nur zum Schein an einer Uni eingeschrieben sind, um das Angebote des NRW Tickets ausnutzen zu können. Diesen Vorwurf kritisierten die Bundesstudierendenvertretung, der freie Zusammenschluss von Student*innenschaften (fzs), sowie das Landes-ASten-Treffen NRW (LAT NRW) scharf. Marcus Lamprecht, Vorstandsmitglied beim fzs erklärte: „Das NRW Semesterticket zeigt, dass Solidarmodelle grundsätzlich erfolgreich sind. Um mehr Menschen für den öffentlichen Nahverkehr zu begeistern, braucht es gute Angebote wie das Semesterticket. Mit dieser Scheindebatte werden keine Probleme gelöst. Es wird suggeriert, dass Studenten faul im Luxus leben. Ganz im Gegenteil bedeutet Studieren heute ein Armutsrisiko. Studentische Wohnungsnot und mangelnde Studienfinanzierung bringen Studenten in prekäre Lagen."

So funktioniert das Ticket

Das Semesterticket funktioniert an den meisten deutschen Hochschulen im Solidarmodell. Das heißt, alle Studenten zahlen einen einheitlichen Pflichtbetrag und erwerben dadurch die volle Nutzungsberechtigung im jeweiligen Geltungsgebiet, unabhängig von der individuellen Nutzung. Je nach Bundesland und Hochschule kommt es aber darauf an, was die jeweiligen Studenten-Vertretungen, meistens die Asta, mit den Verkehrsverbünden und der Bahn aushandeln. Es handelt sich also auch um ein hoch politisches Thema. So kommt es dann auch dazu, dass Studenten überall andere Nutzungsberechtigungen haben.

Tipp: Unter bestimmten Umständen gibt es die Möglichkeit, sich vom Pflichtbetrag befreien zu lassen. Zum Beispiel wenn man nachweisen kann, dass der Beitrag einen finanziellen Härtefall darstellt.

Die besten Tickets

Nicht überall gilt das Solidarmodell. An den Hochschulen in Baden-Württemberg, an der Hochschule in Worms und den meisten in München zahlen Studenten nur einen Sockelbetrag. Dieser Betrag ist wie eine Anzahlung, die dazu berechtigt am Wochenende kostenlos den ÖPNV zu nutzen. Wer darüber hinaus noch fahren möchte, der muss ein extra Ticket erwerben. Dieses Modell hat im deutschlandweiten Vergleich auf jeden Fall schon mal verloren. Das sind die besten Tickets:

  1. Auf dem ersten Platz steht Hessen mit dem Marburger Ticket. Marburger Studenten können in ganz Hessen kostenlos den ÖPNV nutzen, aber nicht nur das. Sie können mit dem IC/EC  in ganz Hessen sowie bis zu den Bahnhöfen Aschaffenburg, Bingen, Eisenach, Göttingen, Heidelberg, Mannheim und Warburg fahren und seit Dezember 2018 ist auch noch die ICE-Nutzung auf der Strecke Kassel – Marburg – Frankfurt – Heidelberg im Ticket enthalten. Und als wenn das nicht schön der Höhepunkt gewesen wäre: Eine Stunde Fahrradfahren mit nextbike ist kostenlos!

  2. Selbst wenn es vereinzelt „Scheinstudierende“ geben sollte, ist in der Nordrhein-westfälischen Uni-Landschaft das NRW-Ticket nicht mehr weg zu denken. Es ermöglicht kostenlos im ganzen Bundesland das Angebot des ÖPNV und Regionalverkehrs zu nutzen. Ein nettes Plus: An Werktagen ab 19 Uhr, sowie am Wochenende und an Feiertagen ganztags, können Besitzer des NRW-Tickets eine weitere Person unentgeltlich mitnehmen.

  3. In Niedersachsen studieren und am Wochenende kostenlos bis ans Meer fahren. Das klingt doch herrlich, oder? Das kann für dich schon Realität sein, wenn du zum Beispiel in Göttingen oder Hannover studierst. Dort gilt das Ticket für den gesamten Nahverkehr im Bundesland Niedersachsen und Bremen und auf Strecken zu ausgewählten Städten der umliegenden Bundesländer, wie Lübeck oder Hamburg. 

In jedem Fall lohnt sich der Blick ins Kleingedruckte. Du solltest die Konditionen deines Tickets unbedingt noch einmal checken, vielleicht ist ja auch eine Stunde kostenlos Fahrradfahren dabei? Außerdem kann sich das Angebot des Tickets jedes Semester erweitern. Je nachdem, welche Vereinbarungen die Studierendenvertretungen aushandeln. Wenn dich das Thema sehr interessiert, dann schau doch mal bei deiner Asta vorbei und schnupper ein bisschen Hochschulpolitik-Luft! 

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