"Wenn dir etwas nicht gut tut, dann lass es. Und umgekehrt."

Elias Rüttinger im Portrait

von Anna Petrig

Der 27-Jährige promoviert gerade in Berlin, nachdem er seinen Master in Physik absolvierte. Obwohl er in der Schule nicht gut war in Pysik - und sagt dazu leichtfüßig: "Das Leben spielt." Man muss es aber auch spielen können. Und vielleicht nicht alles so ernst nehmen.

Warum hast Du Dich für Dein Studienfach entschieden?

Ich war in der Schule schlecht in Physik und wollte es mir noch einmal beweisen, dass ich so dumm nicht bin. Jetzt promoviere ich. Das Leben spielt. 

Hast Du ein Auslandssemester absolviert? Wenn ja, wo und was hast du erlebt?

Leider nicht. Am Anfang war ich so verdammt unfrei. Hol ich jetzt nach. 

Was würdest Du über Deine Studienzeit in Deinen Memoiren schreiben? 

Wie ich von zuhause auszog und nicht mehr zurückwollte. Menschen, Cafés und Bier in dunklen versifften Wohnheimkellern würden darin vorkommen. Irgendwie nebenbei bekommt man noch einen Abschluss, einfach weil man immer weitermacht. 

Was ist für Dich das Wichtigste, was Du bisher in Deinem Leben gelernt hast? 

Wenn dir etwas nicht gut tut, lass es. Und umgekehrt. Hör auf deine Gefühle. 

Was ist Dir bei Deinem (zukünftigen) Arbeitgeber wichtig? 

Hm tja. Arbeitgeber… Ich werde mich wohl selbstständig machen, statt Leben gegen Geld einzutauschen. 

Wie würdest Du Deine Persönlichkeit bei einem Vorstellungsgespräch kurz selbst beschreiben?

Frei. 

Wie sieht für Dich die Zukunft der Arbeit aus, was wird/soll sich ändern, was soll bleiben? 

Ich hoffe dass wir irgendwann wieder lernen, dass Arbeit etwas wert ist. Man tauscht Lebenszeit – von der man nicht allzu viel hat – gegen Geld. Aber bei vielen hat es sich irgendwie eingebürgert, dass man auch für lau seine ganze Zeit opfert, mit dem Ergebnis, dass das teilweise sogar erwartet wird. Irgendwo anders sprechen dann Menschen von menschlichen Ressourcen, anstatt von Mitarbeitern und rationalisieren damit alles Menschliche weg. Also Zukunft: Weg von den sogenannten Wirtschaftswissenschaften hin zum Menschen.  

Welchen Traumberuf hattest Du als Kind? 

Da waren viele Sachen dabei. Dachdecker, Astronaut, Pilot (meine Augen sind zu schlecht), Chemiker (nah dran!).

Wie sieht Dein Traum vom Arbeiten jetzt aus?

Man tut, was einem Spaß macht und das Geld kommt irgendwie so herbeigeflogen. In der Promotion ist das schon fast so. 

Welche Werte sind Dir wichtig? 

Ehrlichkeit und Mitgefühl. 

Wie würde der Titel Deiner Memoiren lauten? 

Elias Rüttinger, Ein Leben in Bildern - Ein Ausmalbuch.(Nur für kurze Zeit: Gratis weißer Stift inklusive!) 

Deine Meinung in einem Satz – zu: 

Studium: Ein schöner Zeitvertreib!
Zukunft: Kommt von allein.
Geld: Kommt nicht von allein.
Arbeit: Kommt früh genug.
Generation Y: Gibt es nicht. Und wenn doch: Ziemlich angepasst, zum Heulen.
Freiheit: Freiheit ist nicht an all die Begriffe da oben denken zu müssen.
Sicherheit: Gibt es im Tausch für Freiheit.
Glück: Gibt es im Tausch gegen Liebe.
Liebe: Man braucht Glück um sie zu finden. 


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