Das überzeugende Anschreiben

Anleitung zur Top-Bewerbung: Teil ll

von Neomi Klingberg

HILFE, ich muss mich anpreisen! Das ist häufig das erste, was einem in den Kopf schießt, wenn im Bewerbungsprozess das Anschreiben auf dem Plan steht. Sich bestmöglich präsentieren, dabei sprachgewandt sein und beim Personaler einen positiven, bleibenden Eindruck hinterlassen – für viele Menschen keine besonders schöne Vorstellung. Damit du bei diesem Gedanken nicht in Schweiß ausbrichst, zeigen wir dir hier, was du beim Verfassen eines überzeugenden Anschreibens beachten musst.

Davor
Zuallererst: nimm dir Zeit für deine Bewerbung! Vor allem das Anschreiben bedarf einer gründlichen Vorbereitung und Ausarbeitung. Copy und Paste ist dabei nicht drin, es ist wichtig für jede Stelle neue Bewerbungsunterlagen zu erstellen.

Bevor du mit dem Verfassen des Anschreibens beginnst, solltest du die Stellenanzeige genau lesen und Punkt für Punkt durchgehen: Welche fachlichen Qualifikationen sollte ich als Bewerber mitbringen, welche Soft Skills? Welche Erfahrungen werden gefordert und was kann ich vorweisen? Was traue ich mir selbst zu? Mach dir Gedanken zu diesen Punkten und notiere dir, mit welchen Kompetenzen du aufwarten und wie du diese mit Beispielen aus deinem bisherigen Lebenslauf verknüpfen kannst. Im Zuge dessen ist es sinnvoll, sich auch mit sich selbst auseinander zu setzen. Was treibt dich an, was sind deine beruflichen und privaten Ziele? Was ist dir wichtig? Welche Tätigkeiten machen dir Spaß, welche eher nicht? Denke auch darüber nach, inwiefern die Stelle dich deinen Zielen ein Stück näher bringen kann und wie du deine Stärken in den Job einbringen kannst.

Außerdem solltest du dir Zeit nehmen, dich genauer mit dem Unternehmen zu befassen. Schau dir den Internetauftritt deines potentiellen Arbeitgebers an, sieh dich in den Google News und Social Media Kanälen um und versuche mindestens einen Aspekt zu finden, der dich an dem Unternehmen überzeugt – vielleicht bietet dieser Aspekt sogar die Möglichkeit für einen guten Einstiegssatz?!

Aufbau und Inhalt
Ein Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite sein und gliedert sich in folgende Abschnitte: Betreff, persönliche Anrede, individueller Einstieg, Hauptteil, Motivation, Eintrittstermin und Gehaltsvorstellung (falls gefordert) und die Verabschiedung. Grundsätzlich solltest du beim Schreiben darauf achten, lange und verschachtelte Sätze zu vermeiden. Wähle stattdessen prägnante Formulierungen, die nicht bemüht hochgestochen klingen. Verzichte außerdem unbedingt auf Floskeln und inhaltsleere Phrasen. Denn auch wenn es einfacher erscheint, lässt es dich im besten Fall unkreativ, im schlechtesten Fall substanzlos wirken. Auch irrelevante Informationen solltest du weglassen. Denk daran: Jeder Satz deines Anschreibens sollte einen Mehrwert für den Personaler haben.

„Hiermit bewerbe ich mich für die Stelle X …“, „Sie suchen eine Mitarbeiterin im Bereich Y …“, „Ihre Stellenanzeige in Zeitung Z hat mein Interesse geweckt …“ GÄHN! Diese Einstiegsfloskeln haben Personaler schon tausende Male gelesen. Der Mehrwert einer solchen Einleitung? Null. Denn wenn die Stellenanzeige dein Interesse nicht geweckt hätte, würdest du dich wohl kaum bewerben, oder?! Um die Personalabteilung zu überzeugen, wähle einen individuellen und kreativen Einstieg. Was hat dich an dem Unternehmen direkt überzeugt? Was beeindruckt dich an der Stelle? Welche Eigenschaft hebt dich von anderen Bewerbern ab? Vielleicht hast du bereits relevante praktische Erfahrungen oder deine Abschlussarbeit über ein passendes Thema geschrieben? Auch dein Interesse an den Inhalten des Jobs kann einen guten Einstieg bilden. Andere Inspirationsquellen sind aktuelle Entwicklungen oder Inhalte der Social Media Kanäle des Unternehmens.

Im Hauptteil geht es um deinen Werdegang und deine fachlichen und persönlichen Kompetenzen. Du beschreibst welche Erfahrungen du mitbringst, was du bei deinen bisherigen Tätigkeiten gelernt hast und was du aktuell machst. Dieser Teil sollte keine Nacherzählung deines Lebenslaufs sein, sondern hervorheben, welche Fähigkeiten und Eigenschaften du für den Job aufweisen kannst. Wichtig ist dabei, dass du deine Stärken nicht einfach aneinanderreihst, sondern immer mit Beispielen verknüpfst (Berufserfahrung, Studium, ehrenamtliche Tätigkeiten u. ä.).

Der nächste Schritt dient dazu, deine Motivation für die Stelle darzulegen. Warum möchtest du ausgerechnet diesen Job? Warum genau bei diesem Arbeitgeber? Was fasziniert dich an der Stelle / dem Unternehmen und vor allem: warum? Du kannst dabei  beispielsweise auf spezifische Kampagnen, Kunden oder ähnliches eingehen. Vermeide übertriebenes „Schleimen“ ohne Bezug zu den eigenen Interessen. Auch hier gilt: keine Standardformulierungen. Das Unternehmen weiß selbst, dass es Marktführer ist – du solltest dir etwas Persönlicheres einfallen lassen.

Solltest du einen Jobwechsel anstreben, gehe auch darauf ein, weshalb du die Position wechseln möchtest. Ganz wichtig: Sprich niemals schlecht über deinen aktuellen Arbeitgeber – nicht im Anschreiben und nicht im Bewerbungsgespräch!

Um das Anschreiben abzurunden bedarf es eines Abschlusses. Hier kannst du – nur wenn auch in der Stellenausschreibung gefordert! – auf das Eintrittsdatum und deine Gehaltsvorstellungen eingehen. Letzteres sollte immer in brutto und aufs Jahr gerechnet angegeben werden. Wenn du dir unsicher bist, kannst du im Internet recherchieren welche Gehälter in deiner Branche in vergleichbaren Positionen gezahlt werden. Dabei macht es natürlich immer einen Unterschied, ob du in einem kleinen StartUp oder in einem Großkonzern beginnst. Je nach dem was dir lieber ist, kannst du statt eines Betrags auch eine Gehaltsspanne anführen.

Beendet wird das das Anschreiben mit dem Ausblick auf ein Vorstellungsgespräch, einer Grußformel und optional deiner eingescannten Unterschrift.

Don´ts
Um einen nachhaltig positiven Eindruck zu hinterlassen, solltest du folgende Dinge unbedingt vermeiden: Copy und Paste. Es kann nicht oft genug gesagt werden – schreibe eine individuelle Bewerbung für jede Stelle. Ein absolutes No Go sind Serienbriefe oder – worst case! – die falschen Ansprechpartner oder Firma im Text zu nennen. Auch Rechtschreibfehler kommen nicht gut an. Im Zweifel bitte jemanden, dein Anschreiben Korrektur zu lesen.

Wichtig: Initiativbewerbung
Bei einer Initiativbewerbung sollte das Anschreiben ausgefallener und mutiger sein. Stell dich möglichst facettenreich dar. Ziel ist es, im Kopf zu bleiben!

Nimm dir außerdem genügend Zeit, dich detailliert über das Unternehmen und für dich interessante Aufgabenfelder zu informieren und gib im Einstieg an, für welchen Bereich du dich bewirbst.

Keine Sorge: Ein gutes Anschreiben braucht Zeit – nimm sie dir, es lohnt sich!

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