Der passgenaue Lebenslauf

Anleitung zur Top-Bewerbung: Teil I

von Neomi Klingberg

Personaler sind vielbeschäftigte Menschen. Je nach Stelle bewerben sich oft hunderte Menschen gleichzeitig – häufig nehmen sich die Personalchefs pro Bewerbung daher nur ein paar Sekunden Zeit, um zu entscheiden, ob sie dem Bewerber einen genaueren Blick schenken wollen oder ob die Unterlagen direkt in den Müll wandern. Der erste Eindruck zählt also! Damit dein Lebenslauf auf Anhieb überzeugt, haben wir hier einige Tipps gesammelt.

Davor
Auf deiner Festplatte befindet sich noch der Lebenslauf deiner letzten Bewerbung? Lass ihn dort! Es ist wichtig, für jede Bewerbung neue, auf das Unternehmen und die jeweilige Stelle zugeschnittene Unterlagen zu erstellen. Das gilt nicht nur für das Anschreiben – auch deinen CV solltest du so überarbeiten, dass auf den ersten Blick alle für die Stelle relevanten Stationen deines Lebens ersichtlich werden. Nimm dir also die Zeit, die Stellenanzeige genau zu lesen und in deinem Lebenslauf speziell die Erfahrungen und Qualifikationen hervorzuheben, die das Unternehmen in seinem Anforderungsprofil für wichtig erachtet.

Aufbau und Inhalt
Da sich Personaler schnell einen Überblick über deine Qualifikationen verschaffen möchten, sollte dein Lebenslauf vor allem übersichtlich und aussagekräftig sein. Das bedeutet, dass du deinen Werdegang auf ein bis maximal zwei Seiten darstellst. Es ist üblich, die einzelnen Stationen innerhalb der Rubriken chronologisch retrograd zu ordnen, d. h. das Aktuellste kommt zuerst. Dabei ist es dir überlassen, wie du die einzelnen Rubriken (z. B. Persönliche Daten, Kontaktdaten, Schul- und Hochschulausbildung, Berufsausbildung, Praktika, Sprachkenntnisse u. a.) anordnest. Die Auswahl und Anordnung der Rubriken beeinflussen den Leseeindruck und sollten daher stellenspezifisch strategisch klug ausgewählt werden. Vergiss auch nicht, bei der Aufzählung deiner EDV- und Sprachkenntnisse den Kenntnisstand anzugeben.

Wichtig ist, dass du nicht jeden Nebenjob aufzählst, den du jemals gemacht hast. Konzentriere dich stattdessen auf die Stationen, die für die neue Stelle relevant sind. Zu jeder relevanten Station solltest du in zwei bis vier Stichpunkten hervorheben, welche Tätigkeiten du ausgeübt hast. Hebe dabei eigenständige Projekte, Erfolge u. ä. hervor. Es gilt: So kurz wie möglich, so lang wie nötig. So lange dabei keine Lücken in deinem Lebenslauf entstehen solltest du also alles streichen, das für die ausgeschriebene Stelle nicht von Bedeutung ist. Längere Auslandsaufenthalte (mehr als zwei Monate), soziales oder außeruniversitäres Engagement sowie relevante Fort- und Weiterbildungen können allerdings sehr gerne aufgeführt werden.

Wenn bei der Erstellung deines CVs Lücken auftauchen, d.h. Zeiträume, in denen du länger als drei Monate keiner Tätigkeit nachgegangen bist, solltest du diese erklären. In den meisten Fällen handelt es sich dabei  nämlich nicht um Lücken, beispielsweise die Jobsuche nach dem Studium, Reisen oder Elternzeit.

Auch wenn du laut Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz keine Angaben mehr machen musst, die Rückschlüsse auf dein Geschlecht, deine Nationalität u. ä. zulassen, hat sich diese Praxis in der Arbeitswelt noch nicht durchgesetzt. Aus diesem Grund raten wir, dennoch persönliche Angaben zu machen und auch ein Bewerbungsbild von dir einzufügen. Nicht unbedingt notwendig, verleiht deinem Lebenslauf aber einen persönlicheren Anstrich: deine Hobbies. Achte allerdings darauf, dass du nicht zu allgemein bleibst, sondern stattdessen spezifische Interessen angibst. Nicht Sport und Lesen, sondern Klettern und Gedichte.

Gestaltung
Mittlerweile muss sich bei der Gestaltung des Lebenslaufs nicht mehr an die DIN-Norm gehalten werden, du kannst also kreativ werden! Mit einem ansprechenden Layout machst du auf dich aufmerksam und hebst dich so von der Masse der Bewerber ab. Greif dazu ruhig auch zur Farbe – du solltest jedoch darauf achten, dass deine Bewerbung sowohl zu dir, als auch zu dem Unternehmen passt, bei dem du dich bewirbst.

Don´ts
Damit dein Lebenslauf bei der Personalabteilung keinen negativen Eindruck hinterlässt oder direkt aussortiert wird, solltest du folgende Dinge beachten: Vermeide irrelevante Informationen und beschränke deinen CV auf maximal zwei Seiten. Außerdem solltest du auf eine einheitliche Formatierung achten, beispielsweise bei Zeitangaben oder der Schriftart und Schriftgröße. Auch Schreibfehler fallen negativ auf!


Zu guter Letzt: Egal wie süß deine Katze ist – auf deinem Bewerbungsfoto hat sie nichts zu suchen. Statt eines Schnappschusses solltest du ein professionelles Foto machen lassen, alles andere wirkt unseriös.

Wichtig:
Bei der Ausarbeitung deines Lebenslaufs geht es nicht darum, dein ganzes Leben chronologisch wiederzugeben. Ziel ist es, aufzuzeigen, welche Stationen du in deinem Leben passiert hast und inwiefern diese zur Entwicklung deiner Kenntnisse und Fähigkeiten beigetragen haben. Wichtig ist dabei vor allem, dass du deinen CV jeweils an die Stelle anpasst, für die du dich bewirbst. Mach deutlich, welche der Stationen relevant sind und wie sie zu deiner Qualifikation für den angestrebten Job beitragen.

Trainingsprogramm WissenPlus
Du hast Fragen rund um das Thema Bewerbungen? Du möchtest Feedback zu deinen eigenen Bewerbungsunterlagen? Das Team WissenPlus bietet den Geförderten der Deutschen Bildung eine umfassende Bewerbungsberatung per E-Mail an. Schick uns dazu einfach deine Unterlagen an wissenplus(at)deutsche-bildung.de. Außerdem veranstalten wir regelmäßig Vorträge und Workshops – zum Thema Bewerbung, aber auch zu anderen spannenden Themen rund um Studium und Berufseinstieg!

Am Donnerstag, 17. Januar findet ein Webinar rund um das Thema Vorstellungsgespräch statt.

Schau einfach mal bei unserer Veranstaltungsübersicht vorbei.

Jetzt bewerben!

Flexible Studienfinanzierung für alle Abschlüsse, auch im Ausland

  • Plus Trainingsprogramm für dein volles Potenzial
  • Unverbindlich und ohne Fristen
  • Schnelle Entscheidung

Zur Online-Bewerbung