Fake News: „Ausmaß, das so bisher nicht vorhanden war“

Die Ausschreitungen in Chemnitz 2017 sind ein trauriger Beweis für die Durchschlagskraft sogenannter Fake News – also falscher Nachrichten, die sich im Netz schnell und ungefiltert verbreiten. Unsere Geförderte Mariam Fall hat sich im Rahmen ihrer Masterarbeit mit dem Thema auseinandergesetzt und bei einem Auslandsaufenthalts in Washington eigene Erfahrungen mit dem US-amerikanischen Mediensystem gemacht. In ihrem Webinar am 19. Dezember gibt sie Tipps zum Umgang mit Fake News. Einige Fragen hat sie uns bereits vorab beantwortet.

Für viele ist Donald Trump der Auslöser der Fake-News-Debatte – aber gab es falsche Berichterstattung nicht schon viel früher? Warum wird sie gerade jetzt zum vieldiskutierten Problem?

Durch Donald Trump ist der Begriff wieder populär geworden. Was wir heute als Fake News verstehen, kannten wir bisher vor allem unter dem Begriff "Propaganda", obwohl das nur eine Art von Fake News ist. Seit den Ausschreitungen in Chemnitz ist aber auch hier in Deutschland massiv von Fake News die Rede. Die ganzen Falschmeldungen, die anlässlich der Ereignisse verbreitet wurden, haben insbesondere durch die Sozialen Medien ein Ausmaß erreicht, das so bisher nicht vorhanden war.    

Kann ich mich vor Fake News überhaupt schützen? Und wenn ja, wie?

Grundsätzlich gilt, bei jeder Meldung vorsichtig zu sein und diese kritisch zu hinterfragen. Das ist besonders dann wichtig, wenn eine Nachricht nur auf den Sozialen Medien geteilt wurde. Es gibt aber tatsächlich auch unterschiedliche Tools, die helfen, Fake News schnell zu erkennen. Dazu gehört zum Beispiel die Funktion der  „Rückwärts-Bildersuche“ auf Google oder durch Programme wie Tineye.com. Außerdem gibt es Seiten, die gezielt Fake News sammeln und richtig stellen. Der ARD-Faktenfinder und Miimikama.at sind hierfür gute Beispiele.

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Stichwort soziale Medien: hier verbreiten sich Falschmeldungen besonders schnell und ungefiltert. Woran erkenne ich Fake News im Internet und wie reagiere ich, wenn ich in meiner Timeline – z.B. in Facebook-Kommentaren – offensichtlich auf falsche Nachrichten stoße?

Oft erkennt man Fake News schon dann, wenn man die Nachricht mit dem Zusatz „fake“ googelt. In Sozialen Medien handelt es sich bei Falschmeldungen meist um Warnungen (oder andere Alltagsthemen) die mit einem Aufruf zum aktiven Handeln und/oder Teilen der Nachricht verbunden sind. Ein weiterer Hinweis sind die Quellenangaben, die immer zu prüfen sind. Einem Artikel ohne Quellenangabe ist grundsätzlich nicht zu trauen.  Bei Plattformen wie Facebook ist auch immer darauf zu achten, ob das Profil des Verfassers neu oder alt ist, denn oft werden mit Absicht neue „Fake-Profile“ angelegt, um falsche Nachrichten zu verbreiten. Kommentare sind meist auch ein guter Hinweis.

Welche Quellen gelten heute noch als seriös? Wo kann ich mich möglichst neutral informieren?

Die großen Tageszeitungen wie die Süddeutsche Zeitung oder die TAZ sind immer gute Quellen. Daher lohnt es sich, auch immer nachzuprüfen, ob eine Nachricht auch durch solche großen Zeitungen aufgegriffen wurde. Privatpersonen und Blogeinträge sind generell nicht als seriöse Quelle zu beachten.

Wie kann ich selber zur Aufklärung von Falschmeldungen beitragen? Was kann präventiv getan werden, damit Fake News gar nicht erst in Umlauf kommen?

Es ist wichtig, Nachrichten - vor allem wenn sie in Sozialen Medien geteilt werden - immer kritisch zu hinterfragen und zu prüfen. Denn oft handelt es sich bei diesen Falschmeldungen um wahre Geschichten, die aber in einem völlig anderen Kontext erscheinen und somit nicht mehr glaubwürdig wirken. Das ist auch bei Bildern so. Außerdem ist es gerade bei Plattformen wie Facebook unabdingbar, Fake News zu melden, um eine rasche Verbreitung zu vermeiden.

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