„Ich möchte, dass die Jugendlichen zu sich selbst sagen, ,Ich schaffe das auch‘!“

©Granit Fazlija

Vom Hauptschüler zum Student und Gründer eines Förderwerks

von Isabelle Mittermeier

Ein starker Wille hat Gentrit Fazlija dabei geholfen, sein Leben zu verändern und vom Sitzenbleiber zum Studenten zu werden, der mit seinem Förderwerk Schüler unterstützt.

„Ich war als Kind so schüchtern, dass ich kaum mit anderen Menschen gesprochen habe“ so beschreibt sich Gentrit Fazlija selbst. Der 25-Jährige blickt auf eine Kindheit zurück, in der alle Zeichen auf Misserfolg standen. Mit eineinhalb Jahren aus dem Kosovo nach Deutschland gekommen, fiel es ihm schwer, sich zu öffnen und zu sprechen. Er wiederholte in der Grundschule eine Klasse und wechselte auf die Hauptschule. Auch dort lief es nicht rund für ihn. „Nachdem ich innerhalb von fünf Jahren drei Mal die Klasse wechseln musste, war mein Leben von ständiger Veränderung und Unsicherheit gezeichnet.“ Auch die zehnte Klasse schaffte er nicht und blieb sitzen – dann kam der Wendepunkt:  „Ich wusste, wenn ich jetzt nichts tue, falle ich tief. Der zweite Versuch in der zehnten Klasse hat Hoffnung in mich selbst und in meine Willenskraft gebracht“, erzählt er.

„Es ist einfach nicht so, dass jeder die gleichen Startbedingungen hat“

Ab diesem Moment reifte in Gentrit die Idee, zu studieren. Seine Noten wurden besser, er bekam das Schülerstipendium „Talent im Land – Bayern“ und entschied sich als Kind aus einer Nichtakademikerfamilie, Mathematik und Philosophie zu studieren. Auch während des Studiums an der LMU München wurde er gefördert, dieses Mal vom Avicienna-Studienwerk e.V. . Die Idee, ein eigenes Förderwerk zu gründen, kam ihm zusammen mit seinem Kumpel Sagithjan, den er aus dem Stipendienprogramm „Talent im Land“ kannte. „Es ist einfach nicht so, dass jeder die gleichen Startbedingungen hat und es ist nicht fair, dass 75 Prozent der Akademikerkinder studieren und nur 25 Prozent der Kinder aus Familien ohne akademischen Hintergrund“, begründet Gentrit seine Motivation.

„Ich schaffe das auch!“

Das von ihm gegründete Aelius Förderwerk soll Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Aus eigener Erfahrung möchten er und Sagithjan Jugendliche ermutigen, mehr an sich selbst zu glauben. „Ich möchte, dass die Jugendlichen zu sich selbst sagen, “Ich schaffe das auch“!“. Für 2019 nehmen sich die beiden Gründer vor, das Förderprogramm aufzubauen und ein Netzwerk zu entwickeln. Ein großer Erfolg, den die beiden schon erreicht haben: Das Förderwerk wird durch Startsocial unterstützt.

Der nächste große Schritt in Gentrits Leben ist es, den Masterabschluss im Studiengang Data Science zu erreichen.  

Über das Aelius Förderwerk

Das Aelius Förderwerk fördert Kinder und Jugendliche aus Nicht-Akademikerhaushalten, um so einen Beitrag zu mehr Bildungschancen in Deutschland zu leisten. Das Förderprogramm wird aus Spenden finanziert.

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