Kreative Bewerbungen: Besser schräg als nie

Warum nicht mal Mut zum Risiko haben?

Beim Bewerben ist die Verlockung groß, aus der Menge herausstechen zu wollen. Ist das nicht auch das Ziel? Irgendwie schon. Doch beim Versuch, in die Trickkiste zu greifen, hat sich schon so mancher Bewerber zum Affen gemacht. Problem: Geschmack und Humor des Personalers sind schwer vorherzusehen.

Die Bewerbung in der Bratpfanne

Immer wieder machen verrückte Bewerbungen die Medienrunde. Da ist von einem Koch zu lesen, der seine Bewerbung in der Bratpfanne geschickt und den Job ergattert hat. Oder von einem Bewerber, der die humorige Aufforderung, es werde neben einem Texter eine Pamela Anderson als Empfangsdame gesucht, mit einer Travestie-Einlage beantwortet hat. Stefan Raab soll seine Bewerbungen mit witzigen Dreingaben gespickt haben. Etwa einem Honigglas mit Pinsel – damit der Personalentscheider sich den Honig selbst um den Mund schmieren kann. Ob das gescheiterte Versuche aus seinem früheren Leben waren oder ihm diese Einfälle zum Moderatoren-Job verholfen haben, ging aus den Informationen leider nicht hervor. 

Keine heiße Luft produzieren

Weniger erbaulich finden es Unternehmen, wenn die Bewerbungsidee ein Lebensmittel beinhaltet, das bis zum Eintreffen vergammelt ist. Auch haben wir von einem Gelatineberg gelesen, in dem die Personalerin mit einem Fleischermesser nach dem Anschreiben wühlen musste, was eine Riesensauerei veranstaltet hat. Die Agentur „Zum goldenen Hirschen“ weiß unterdessen laut Medienberichten nicht mehr wohin mit den Hirschgeweihen, die sie – lustig, lustig, zwinker, zwinker – von Bewerbern schon bekommen haben. Als Bumerang erwies sich ein Fön, den eine einfallsreiche Bewerberin einem Unternehmen mit den Worten „Ich bringe frischen Wind in ihr Unternehmen“ versendet hatte. „Heiße Luft können wir selbst produzieren“, lautete prompt die Antwort. Das ging voll daneben. Mehr Erfolg hatte eine Bewerberin, die sich um die Weihnachtszeit herum mit einem Schokohasen bewarb. Sie sei ihrer Zeit eben voraus. Den Job bekam sie. Auch eine Bewerbung, die fein säuberlich auf eine Stoffserviette genäht war, führte angeblich zum Erfolg. 

Im Zweifelsfall klassisch bleiben

Lustig fanden wir eine Formulierung aus einem Artikel bei Spiegel Online: Der Personaler ahne oftmals schon, dass ihm „Unheil droht“, wenn die Bewerbung nicht im üblichen Briefformat daher kommt. Von erfolgreichen Einzelschicksalen abgesehen, haben wir bei unseren Recherchen den Eindruck gewonnen, dass Personaler im stressigen Entscheidungsalltag eher keinen Sinn für allzu witzige, originelle oder heraus stechende Ideen haben.

Den Fallbeispielen nach zu urteilen ist besondere Vorsicht geboten bei Bewerbungen, die:

  • Auch schlauen Menschen zu große Rätsel aufgeben
  • Sauerei veranstalten
  • Sperrmüll produzieren
  • Zu viel Arbeit beim Auspacken oder Zusammenbauen machen
  • Verderbliche Ware enthalten
  • Von dümmlichem Humor zeugen


Auf Details achten und variieren

Besser ist es, aussagekräftige Bewerbungsunterlagen in feinen Details zu variieren, wenn man für so etwas ein Händchen hat. Entscheidende Botschaften und relevante Informationen sollten auch bei kreativen Bewerbungen klar ersichtlich sein. Wie so oft ist es auch eine Frage der Branche – kreative Bewerbungen sind in kreativen Branchen noch am ehesten einen Versuch wert. Vielleicht sind Bewerber auch gut damit beraten, nicht krampfhaft nach einem witzigen Einfall zu fahnden. Aber wer eine Stellenanzeige sieht und plötzlich glaubt,  die charmante Idee schlechthin zu haben, kann sein Glück auf die originelle Tour zu versuchen. Insgesamt lässt sich jedoch festhalten, dass Qualifikation und Persönlichkeit – ansprechend und übersichtlich präsentiert – noch am ehesten Erfolg versprechen.

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