Life-Hacks: Zero Waste

Für Anfängerinnen und Anfänger

von Neomi Klingberg

Nicht erst seit den ersten erschreckenden Videos von Plastikteppichen auf dem Meer wissen wir, dass die Berge von Müll, die wir tagtäglich produzieren, nicht gut für die Umwelt sein können. Dennoch spielt diese Erkenntnis in unserem Alltag beinahe keine Rolle, denn: Plastik und Verpackungen sind aus unserem Leben kaum noch wegzudenken. Höchste Zeit also, das Unmögliche zu wagen und in ein verpackungsfreies Leben zu starten. Wir haben ein paar Tipps für dich gesammelt, wie du deinen Alltag ganz einfach plastikfrei(er) gestalten kannst.

611 Kilo im Jahr oder 1,7 Kilo pro Tag – so viel Müll produziert eine Person in Deutschland durchschnittlich. Vieles davon: Verpackungs- und insbesondere Plastikmüll. Nicht nur braucht es zur Herstellung von Plastikverpackungen jede Menge der endlichen Ressource Erdöl, auch dauert es mehrere hundert Jahre bis diese wieder abgebaut sind. Die Folgen: Müllinseln, Meerestiere mit Plastikmüll im Magen und Mikroplastik in Wasser, Boden und Menschen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken entscheiden sich immer mehr Menschen für einen Zero Waste-Lebensstil. Dabei geht es den Vertreter*innen dieser mittlerweile weltweiten Bewegung nicht nur darum, weniger Müll zu produzieren, sondern ganz allgemein ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern und so wenig natürliche Ressourcen wie möglich zu verschwenden.

Klingt kompliziert? Ist es eigentlich gar nicht. Schon mit ein paar einfachen Schritten kannst du deinen Müll drastisch reduzieren – und damit der Umwelt, dir und deinem Geldbeutel etwas Gutes tun.

  • Kaufe deine Lebensmittel unverpackt, beispielsweise in Supermärkten an der Frischetheke, auf dem Wochenmarkt, in kleinen Gemüse- oder Bio-Läden. Außerdem gibt es in immer mehr Städten Unverpackt-Geschäfte, in denen du deine Lebensmittel in eigens mitgebrachte Behälter füllen kannst. Übrigens: Auch in vielen Supermärkten kannst du dir deinen Einkauf an der Wurst- und Käsetheke in deinen eigenen Behälter füllen lassen.

  • Verschwende keine Lebensmittel: Kauf nur ein, was du wirklich essen wirst. Nur weil etwas das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat, heißt das nicht automatisch, dass es in die Tonne gehört. Werde kreativ: Aus altbackenem Brot lassen sich leckere Gerichte zaubern (Semmelknödel!), alte Äpfel eignen sich hervorragend für einen Apfelkuchen.

  • Mehrweg statt Einweg: Benutze wiederverwendbaren Kaffeebecher, nimm zum Einkaufen einen Jutebeutel mit (am besten, du hast einfach immer einen dabei), transportiere dein Mittagessen in einer Lunchbox statt in Alufolie, bring zum nächsten Picknick dein eigenes Geschirr mit und fülle Leitungswasser in Glas- oder Alutrinkflaschen ab.

  • Mach dir bewusst, wie viel Müll du tagtäglich unbewusst produzierst und versuche, diesen zu vermeiden. Verzichte auf den Strohhalm im Cocktail oder den ausgedruckten Kassenzettel, iss dein Eis aus der Waffel statt aus dem Becher, benutze Seifenstücke statt Flüssigseife aus Plastikbehältern und lehne Flyer, kostenlose Werbegeschenke und Pröbchen ab, die nach ein paar Monaten Schubladen-Daseins sowieso unbenutzt in den Müll wandern.

  • Wenn sich Müll nicht vollständig vermeiden lässt, setzte auf nachwachsende und recycelbare Rohstoffe.

  • Kaufe weniger: Überlege dir bei einer Neuanschaffung ob du das, was du da gerade in deinen (virtuellen) Einkaufswagen gelegt hast, wirklich brauchst. Viele Dinge kaufen wir aus einem Impuls heraus und haben dann ein schlechtes Gewissen, wenn das Paar Schuhe jahrelang beinahe ungetragen im Schrank steht oder wir die Popcorn-Maschine noch kein einziges Mal benutzt haben. Das ist auf Dauer nicht nur teuer, sondern auch ein unnötiger Verbrauch von Ressourcen. Viele Dinge kann man beispielsweise statt zu kaufen auch einfach bei Bedarf von anderen Menschen leihen.

  • Kaufe hochwertig: Solltest du doch etwas brauchen, das du dir nicht anderweitig leihen möchtest, solltest du auf die Qualität achten. Häufig ist es sinnvoll, ein bisschen mehr Geld in die Anschaffung zu investieren, um nicht nach ein paar Benutzungen wieder ein neues Produkt erstehen zu müssen.

  • Etwas ist kaputt? Schmeiß es nicht weg, sondern repariere es – das Internet ist voll von Anleitungen. Und selbst, wenn du zwei linke Daumen hast, ist es meist günstiger (und auf jeden Fall nachhaltiger), das kaputte Gerät wieder herrichten zu lassen, statt direkt ein neues zu kaufen. Wenn etwas nicht mehr zu reparieren ist mach etwas Neues draus, Stichwort: Upcycling! Auch hier ist das Internet und seine kreativen User*innen eine gute Anlaufstelle.

  • Neu ist nicht immer besser – gerade Möbel, Geschirr oder Klamotten können günstig auf dem Flohmarkt, in Second-Hand-Läden oder in Sozialkaufhäusern erworben werden. So sparst du Geld, handelst nachhaltig und Vintage ist sowieso in! Funktioniert übrigens auch andersherum: Flohmärkte und Kleidertauschpartys sind eine gute Möglichkeit, Platz zu schaffen ohne etwas wegschmeißen zu müssen.

Du siehst: Müllvermeidung ist kein Hexenwerk und macht mitunter sogar Spaß. Und auch wenn du deine Müllproduktion nicht vom einen auf den anderen Tag vollständig reduzieren kannst und die oben genannten Tipps nur der Anfang eines Zero Waste Lebensstils sind: Die kleinen Dinge zählen! Werde dir über deinen Umgang mit Ressourcen bewusst und versuche, diesen im Rahmen deiner Möglichkeiten so schonend wie möglich zu gestalten.

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