Schöne neue Arbeitswelt: Diese Vokabeln solltest du kennen

Digitalisierung in der Arbeitswelt

Bist du Digitalisierungsexperte?

von Lea Schäfer

Digitalisierung ist das Superschlagwort der neuen Arbeitswelt, deren Teil du schon bist oder wirst. Ein ganzer Rattenschwanz an Phänomenen, die auch das Management und die Zusammenarbeit betreffen, hängt an den digitalen Entwicklungen dran. Von Design Thinking, agilem Projektmanagement oder Big Data hast du bestimmt schon mal gehört. Klingt auch alles relativ cool, aber was steckt eigentlich genau dahinter? Das wissen viele, die sie verwenden, oft selbst nicht so genau. Damit es dir nicht auch so ergeht, lies unser ABC.

Agile Entwicklung

How to become more agile? Hierbei geht es um Methoden, die die Arbeitsweise verändern und verbessern sollen. Ursprünglich kommt dieser Denkansatz aus der Software Entwicklung. Bei einer Konferenz in Utah 2001  unterzeichneten 11 Softwareentwickler ein Manifest, das auf vier grundlegenden Werten basiert: 

1. Trotz, oder gerade durch die Digitalisierung: Der Mensch steht im Fokus – Soft- und Hardware kommen erst danach. 

2. Es ist wichtiger gute Arbeitssoftware zu haben, als sich an umfassenden Dokumentationen der eigenen Arbeit aufzuhalten. 

3. Die alte Floskel “Der Kunde ist König” zählt immer noch. Vertrags- und Kooperationspartner stehen an zweiter Stelle. 

4. Flexibel bleiben: Auch der beste Plan wird mit Unvorhersehbarem konfrontiert. Wendungen und Änderungen sind natürlich und sollten daher akzeptiert werden 

Dieser Ansatz wurde bis heute immer wieder neu gedacht und weiterentwickelt. Der Fokus liegt aber immer auf  Flexibilität, benutzerfreundlicher kreativer Software und dem Sinn für Menschlichkeit.  

Agiles Projektmanagement

Ein agiles Team soll im besten Fall flexibel planen, selbstorganisiert arbeiten und multidisziplinär aufgestellt sein. Agil zu arbeiten bedeutet aber auch, sich, das Team und die eigenen Produkte ständig zu reflektieren. Denn nur ein gut funktionierendes Team ermöglicht es, die eigenen Prozesse weiterzuentwickeln und nur die Überprüfung des eigenen Produkts ermöglicht eine effektive Verbesserung. Es gibt sogar extra Agile Coaches, die zur Unterstützung von Projekten engagiert werden können.  

Augmented & Virtual Reality

…erweiterte Realität kann theoretisch in allen Bereichen Anwendung finden. Es geht dabei nicht um das vollständige Eintauchen in eine andere virtuelle Realität, sondern um eine computergestützte Erweiterung von Realität /Ergänzung von Informationen. Diese sollen die NutzerInnen in irgendeiner Form unterstützen. Sogenannte AR-Systeme finden z.B. schon häufiger in der Videospielbranche Anwendung (bspw. Pokémon Go) oder auch in der Forschung: Es gibt Apps, die anhand eines Fotos Pflanzen bestimmen. Ein weiteres Beispiel sind eingeblendete Zusatzinformationen beim Übertragen von Fußballspielen. Abseitslinien oder Torentfernungen bekommen Zuschauer in Echtzeit eingeblendet.

Virtual Reality bedeutet dagegen, komplett in eine computergenerierte Welt einzutauchen. Neben VR-Spielen gibt es auch die Möglichkeit, VR-Systeme in der Bildung und Berufsvorbereitung einzusetzen. Fallschirmspringer können so zum Beispiel realitätsnahe Trockenübungen machen. Museen, darunter das berühmte Senckenberg-Museum in Frankfurt, setzen VR-Brillen ein, um ihre Besucher in die 3D-Welt von T-Rex und Co. zu schicken. 

Big Data 

Die Digitalisierung, vor allem der machtvolle Aufstieg des Internets, macht Datenspeicherung in großem Stil möglich, um daraus dann Informationen zu ziehen. Big Data beschreibt aber im Gegensatz zu Open Data personenbezogene Daten, die vor allem für die Privatwirtschaft von großem Interesse sind. Zwischen öffentlichen und privaten Daten wird dabei immer weniger differenziert. Neben Handys und Web-Applikationen sammeln auch Autos, Händler mit Bonusprogrammen, medizinische Geräte und weitere Geräte unsere Daten. Zunehmend tauschen die vernetzten Geräte auch untereinander Daten aus.

Cloud (Computing)

Wir sprechen immer nur von DER Cloud, dabei gibt es sehr unterschiedliche Formen dieser Datenwolken/ virtuellen Speicherplätze. Es handelt sich um die Bereitstellung von Computing-Diensten in Form von Servern, Speichern, Datenbanken, Netzwerkkomponenten, Software und anderen intelligenten Funktionen über das Internet (die „Cloud“). Dies bietet Privatpersonen, aber auch Unternehmen einige Vorteile, darunter die Erweiterung von Speicherplatz und mehr Flexibilität, denn auf die Cloud lässt sich von überall aus zugreifen.

Design Thinking

Ähnlich wie Agile ist Design Thinking ein moderner Denkansatz zur Lösung von Problemen in einer digitalen Welt. Das hat nichts mit Design zu tun, aber es geht schon darum, kreativ zu sein. Der Denkansatz stellt die Nutzer und Nutzerinnen und ihre Sicht als Anwender ins Zentrum der Problemlösung.  In Form von kleinen Teams, die  interdisziplinär aufgestellt sein sollten, werden komplexe Probleme behandelt. Design Thinking kann dabei in jedem Bereich und jeder Branche umgesetzt werden. Am Hasso-Plattner Institut in Potsdam können Studenten bereits seit 10 Jahren diese Art des Denkens kennenlernen und in Projekten anwenden. 

Künstliche Intelligenz

Der Begriff ist nicht eindeutig abgrenzbar – aber es geht im Prinzip darum, menschliche Entscheidungsstrukturen zu programmieren, sodass Computer eigenständig Probleme lösen können. Das hört sich immer besonders fancy an – dabei benutzen wir KI-Systeme schon öfters, als wir es uns manchmal vielleicht vorstellen. Sprachassistenzsysteme oder Chatbots sind zum Beispiel Anwendungen, die die meisten kennen und benutzen. Trotzdem stehen sie noch relativ am Anfang. Die Bundesregierung hat erst dieses Jahr im Juli 2018 eine Strategie mit Zielen und Handlungsfeldern  für KI-Systeme ausgearbeitet und der Öffentlichkeit vorgestellt. 

Lean Startup

Auch dieser Begriff beschreibt einen modernen Denkansatz, speziell entwickelt für Start-ups von Eric Ries im Jahr 2009. Lean Thinking soll dabei helfen, entwickelte Produkte schnellst- und bestmöglich  auf den Markt zu bringen. Wie muss ein Startup geführt werden und wie hält man auch in schwierigen Zeiten durch? Begriffe wie Nachhaltigkeit und Nutzerfreundlichkeit werden hier groß geschrieben. Junge Unternehmer und Entwickler sollen sich nicht mehr in einer Garage verstecken, um nach 10 Jahren ihr Produkt vorzustellen, welches dann gar nicht gekauft wird. Es geht darum, sich zu vernetzen und das Produkt den Menschen von Beginn an zu präsentieren, um direkt auf Kritik eingehen zu gehen und innovativ Lösungen zu finden. 

Open Innovation

Passend zur Lean-Methode steht der Begriff Open Innovation. Er beschreibt neue Wege in der Entwicklung von Produkten, die Unternehmen gehen müssen, um angesichts des neu entstanden Wettbewerbs durch Digitalisierung und Globalisierung bestehen zu können. Hierbei stehen die Kunden im Zentrum, die in den Entwicklungsprozess miteinbezogen werden sollen. Unternehmen öffnen also ihre Strukturen und entwickeln nicht hinter verschlossenen Türen.  Interne und externe Ideen können dabei gleichwertig in die Entwicklung mit einfließen. 

Robotics

Robotertechnik verbindet Informatik, Elektrotechnik und Maschinenbau mit dem Ziel, dass Elektronik und Mechanik durch eine bestimmte Programmierung zusammenarbeiten. Das heißt, das Binärsystem eines Computers ist in ein technisches System eingebunden und steht mit diesem in Wechselwirkung.

Working out loud

Beschreibt einen Lösungsansatz mit dem Ziel, Arbeit besser zu verteilen und Probleme durch offene Teamarbeit und Entwicklung in einem digitalen Netzwerk zu gestalten. Der Entwickler des Denkansatzes, John Stepper, beschreibt fünf Kernelemente des Prinzips: 

1. Deine Arbeit sichtbar machen — Arbeitsergebnisse, auch Zwischenergebnisse, veröffentlichen,

2. Deine Arbeit verbessern — Querverbindungen und Rückmeldungen helfen, Deine Ergebnisse kontinuierlich zu verbessern,

3. großzügige Beiträge leisten — biete Hilfe an, anstatt Dich großspurig selbst darzustellen,

4. ein soziales Netzwerk aufbauen — so entstehen breite interdisziplinäre Beziehungen, die Dich weiterbringen,

5. zielgerichtet zusammenarbeiten — um das volle Potenzial der Gemeinschaft auszuschöpfen.

Bei der Auflistung dieser Begriffe rund um das Thema Digitalisierung, werden einige grundlegende Überschneidungen besonders deutliche. Nämlich, dass trotz Digitalisierung der Mensch als Entwickler und Kunde im Vordergrund stellen soll. Die Bedürfnisse der Menschen sollen in der Software-, aber auch Produktentwicklung an oberster Stelle stehen. Digitale Hilfen, wie Roboter und künstliche Intelligenzen können dabei lästige Arbeiten abnehmen und den Menschen in komplexen Arbeitsprozessen unterstützen. Sie sollen den Arbeitsmarkt aber nicht übernehmen – können sie auch gar nicht – sie verändern dagegen nur unsere Arbeitsweise. Lean-Design und Agile Thinking helfen, diese Veränderungen positiv zu gestalten. 

Literatur:

https://komfortzonen.de/lean-startup-agile-entwicklung-design-thinking-gemeinsamkeiten-prinzipien/

https://targetteal.com/en/blog/what-is-agile/

https://www.augmented-minds.com/de/erweiterte-realitaet/was-ist-augmented-reality/

https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/big-data/big-data-die-verdatung-der-welt/

https://www.goethe.de/ins/cn/de/kul/mag/20927872.html

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Technologie/kuenstliche-intelligenz.html

http://theleanstartup.com/principles

https://www.startplatz.de/was-ist-open-innovation/

https://workingoutloud.com

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