Studis in Not? Warum die Überbrückungshilfe der Bundesregierung nur wenigen hilft

Soforthilfe und Notfallfonds. Damit will die Bundesregierungen Student/Innen helfen, die durch die Coronakrise in finanzielle Not geraten sind. Die Kritik der Studierendenvertreter ist groß.

Letzten Donnerstag war es endlich soweit -  Bildungs- und Wissenschaftsministerin Anja Karliczek trat an das Rednerpult und verkündete, wie die Bundesregierung Student/innen in Not helfen will. Soforthilfe könnte man diesen Vorstoß nennen, käme er nicht knapp zwei Monate zu spät. Während anderen Bevölkerungsgruppen schnelle Hilfe gewährt wurde, warteten die 2,8 Millionen Student/innen seit Beginn der Coronakrise auf ein Zeichen. Besonders Student/innen sind jedoch jetzt von Arbeitslosigkeit betroffen, da viele Nebenjobs gekündigt wurden. Ein großer Teil weiß deswegen nicht, wie er sich das Sommersemester finanzieren soll.


Die Überbrückungshilfe der Bundesregierung auf einen Blick:
Zinslose Darlehen: 
o    Die Bundesregierung stellt 1 Milliarde Euro zur Verfügung, die von Juni bis März auf Antrag an Studenten/innen vergeben werden. 
o    Sie werden über die KfW als „KfW Studienkredit Coronahilfe“ vergeben. 
o    Bis maximal 650 Euro pro Monat
o    6 bis 24 Monate tilgungsfreie Karenzzeit nach der Auszahlung
o    Können ab 08.05. beantragt und ab 01.06. bezogen werden. 
o    Es gelten die Vergabekriterien des „normalen“ KfW-Studienkredits mit einer Erweiterung: Ab Juli können auch in Deutschland studierende Bildungsausländer den Kredit beziehen. 
Notfallfonds: 
o    Bundesregierung stellt – aus nicht vergebenen Bafög-Mitteln – 100 Millionen Euro für besonders notleidende Studenten/innen zur Verfügung. 
o    Sie werden über die Studentenwerke der jeweiligen Hochschule vergeben. 

Der Dachverband der Student/innenschaften kritisiert stellvertretend für viele Studis die Überbrückungshilfe auf Twitter:
„Die Zinsen, die der Bund in diesem einen Jahr übernimmt, betragen pro Person maximal 152,65€. Die Zinslast für Studierende, die sich danach ansammelt, kann aber bis zu 4.100€ betragen!
Dabei müssen insbesondere diejenigen am meisten zahlen, die sich eine schnelle Rückzahlung des Kredits nicht leisten können. Und: der Rückzahlungszeitraum beginnt nach normalen KfW-Bedingungen, meist noch während des Studiums!
Es sind auch viele Leute von vornherein von den Darlehen ausgeschlossen, z.B. Leute, die das zehnte Fachsemester überschritten haben - das sind echt viele!“

Hier ein paar Fakten:

Die „KfW Studienkredite Coronahilfe“ werden nicht für alle reichen: 
Laut Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks haben 1,9 Mio. Student/innen einen Nebenjob. Eine aktuelle Online-Umfrage der Hochschulmarketingdienstleister Campus-Service und Varifast hat herausgefunden, dass ca. 25% aller Student/innen ihren Nebenjob durch die Coronakrise verloren haben, was ca. 475.000 Menschensind. Sollten davon auch nur die Hälfte von ihnen für durchschnittlich 6 Monate den Kredit in voller Höhe von 650 Euro in Anspruch nehmen, dann sind die bereitgestellten Mittel von 1 Milliarde Euro fast aufgebraucht. Bei diesen Überlegungen fließt noch nicht ein, dass wahrscheinlich mehr als 25% ihren Job verlieren werden bzw. mittlerweile verloren haben. Auch fließt nicht ein, wieviel Unterstützung der Eltern in den kommenden Monaten wegbrechen wird. 

Die Konditionen eignen sich nicht für alle Student/innen: 
Die Tilgung geht zwischen 6 und 23 Monaten nach Auszahlungsende los. Zu diesen Zeitpunkten werden viele der Student/innen noch im Studium bzw. im weiterführenden Studium sein. Viele wird das abschrecken. Hier greifen unsere Argumente für eine einkommensabhängige Rückzahlung an den Studienfonds nach Einstieg ins Berufsleben. 

Die 650 Euro reichen vielen nicht aus. Sie liegen 200 Euro unter dem Bafög-Höchstsatz, der klassischerweise so veranschlagt wird, dass er das erforderliche Mindestmaß an studentischen Lebenshaltungskosten abdecken kann. 

Der Notfallfonds von 100 Mio. Euro reicht letztlich wahrscheinlich nur als einmalige Finanzspritze für bestimmte Student/innen. Nimmt man an, dass derzeit 10% aller Student/innen notleidend sind, könnten diese einmalig ca. 340 Euro erhalten, was dem Einzelnen auch nur bedingt weiterhelfen kann. 

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