Studium abgebrochen: Steve Jobs und Bill Gates haben es auch getan

Du haderst mit Deinem Studium? Damit bist Du nicht allein.

Katrin Saure vom Career Service der Universität Leipzig hat alltäglich mit Studenten zu tun, die nicht weiter wissen. Wir haben Frau Saure interviewt und über das Phänomen Studienabbruch gesprochen. Wie Studenten ihn abwenden. Aber auch über die zahlreichen Perspektiven, wenn das Studium tatsächlich nicht mehr als der richtige Weg erscheint. Ein Beitrag, der Mut macht.

Frau Saure, Sie haben im Career Service der Uni Leipzig täglich mit studentischen Anliegen zu tun. Welche Themen bewegen Studenten, die in Ihre Beratung kommen, am meisten?

Die Studenten suchen Rat bei der Suche nach einem Praktikum im In – oder Ausland und dessen Finanzierung, bei der Bewerbung für eine Stelle und ihre Bewerbungsunterlagen. Viele internationale Studenten, die englischsprachige Studiengänge studieren, suchen Rat, wie sie ihr Praktikum oder Ihren Berufseinstieg in Deutschland gestalten können.

Welches Ziel hat sich Ihr Career Service gesetzt? Mit welchen Angeboten helfen Sie Studenten in den Job?

Unser Ziel hieß von Anfang an Hilfe zur Selbsthilfe. Studenten Werkzeuge und Techniken an die Hand zu geben, um sich im Arbeitsmarktdschungel zurechtzufinden und zu behaupten. Wir haben umfangreiche Qualifizierungsangebote in unserem Veranstaltungsprogramm, von Rhetorik bis zum  internationalen Projektmanagement, Beratungsangebote sowie Vernetzungs- und Orientierungsformate mit Arbeitgebern.

Die Universität Leipzig bietet ein breites Spektrum an Studienfächern. Wie sehr unterscheiden sich die beruflichen Einstiegs-Chancen der einzelnen Fächergruppen? Stimmt zum Beispiel das Klischee vom Geisteswissenschaftler, der sich erst in zig Praktika beweisen muss?

Jura und BWL sind beliebte Fächer. Die Studenten dieser Fächer wollen auf Nummer sicher gehen, damit sie auf jeden Fall später einen Job finden. Genauso wie beim Lehramtsstudium, das bei dem vorhandenen Lehrermangel eine vielversprechende Zukunft verspricht. Ein geisteswissenschaftlicher Abschluss ohne praktische Erfahrung – das ist eine Herausforderung für den Berufseinstieg in jedem Fall. Aber der BWLer ohne Praxiserfahrung hat es hier genauso schwer. Fazit: Alle müssen sich beweisen und ihre Marktlücke finden. Die Unternehmen möchten sehr gerne Persönlichkeiten, die nicht nur durch Noten und Studienerfahrung glänzen, sondern auch hands on schon irgendwo ihre Praxistauglichkeit unter Beweis gestellt haben und über den Tellerrand denken können. Hier liegen für mich die Geisteswissenschaftler im Vorteil, weil sie oft ein sehr breites Spektrum an Erfahrungen mitbringen und beruflich flexibel sind.

Machen sich Studenten zu viel Druck? Inwiefern?

Das ist ganz unterschiedlich. Die Tendenz, das Studium schnell beenden zu wollen, besteht generell schon. Aber wir sind der Meinung, dass ein schneller Abschluss nichts nützt, wenn nicht noch andere Erfahrungen nebenher gesammelt worden sind. Wir versuchen ihnen das klar zu machen und ihnen diesen Druck zu nehmen. Oft ist der Druck finanzieller Natur, man muss sich ein langes Studium auch leisten können. Die Finanzierungsfrage ist bei Studenten in Ostdeutschland definitiv ein Thema.

Was raten Sie Studenten, die mit ihrem Studium hadern?

In diesem Fall versuchen wir herauszufinden, ob sich die Demotivation aus dem Studienfach heraus begründet oder generell besteht. Hier kann eine kleine Auszeit, z.B. ein Urlaubssemester - mit einem Praktikum gefüllt - helfen. Praxisluft zu schnuppern kann einen motivieren, um herauszufinden, was einem Spaß macht und in welche Richtung die weitere Reise gehen kann.

Bedeutet ein Studienabbruch gleich das Karriere-Aus? Welche Empfehlungen haben Sie für das weitere Vorgehen, wenn ein Student sein Studium hinwerfen will?

Ein Studienabbruch ist keine Schande. Viele große Unternehmer (Steve Jobs, Bill Gates) haben ihr Studium abgebrochen und Karriere gemacht. Und wer wieviel am Ende verdient und richtig Karriere macht hängt von ganz anderen Faktoren als nur dem Studium ab. Wie gesagt, ein längeres Praktikum kann hier schon helfen, um den direkten Berufseinstieg zu schaffen. Nicht jeder Arbeitgeber legt viel Wert auf einen Abschluss. Eine sehr gute Alternative kann auch ein Ausbildungsberuf sein. Studienabbrecher sind gern gesehen als Auszubildende. Durch das von der Bundesregierung geförderte und bei uns im Career Sevice ansässige Projekt „Jobstarter“ werden Studenten in Ausbildungsberufe vermittelt. Bevor man sich jedoch für einen Abbruch entscheidet, sollte man sich gut informieren. Ein Schnupperpraktikum kann hierbei schon weiterhelfen. Auch mit einer Weiterbildung (z.B. bei der IHK) kann man sich gut weiterqualifizieren und einen passenden Berufseinstieg finden. Ein längerer Auslandsaufenthalt via work&travel zum Beispiel, kann einem ebenfalls Luft verschaffen, die Dinge nochmal neu zu bewerten und neue Impulse zu bekommen. Es führen viele Wege nach Rom.

Was können Universitäten dafür tun, um ihre Studenten am Ball zu halten?

Viele Bundesländer nehmen jetzt zusätzlich Geld in die Hand, um den Studienerfolg zu verbessern und die Abbrecherquoten zu senken. In diesem Bereich wird gerade viel investiert. Derjenige, der schon an der Hochschule ist, soll nach Möglichkeit gehalten werden. Durch moderne, IT- basierte Systeme werden diejenigen, die schludern oder Probleme haben, frühzeitig angesprochen, unterstützt und beraten. Ein guter Betreuungsschlüssel, Beratung und Aufzeigen von Karriereperspektiven unterstützen den Studienerfolg.+++Tipp: Wende Dich an die zahlreichen Beratungs-Angebote Deiner Hochschule, wenn Du an Deinem Studium (ver)zweifelst. Der Career Service der Universität Leipzig (https://www.zv.uni-leipzig.de/studium/career-service.html) ist ein hervorragendes Beispiel für das Engagement der Unis.Hilfe bei der Orientierung bietet auch das eBook der Deutschen Bildung zum Thema „Studienentscheidung treffen mit Kopf und Bauch“, hier als kostenfreier Download


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