“Und ich dachte immer, Leute mit Sparplänen sind langweilige Geizhälse“: Wie das Money Mindset die eigene Zukunft beeinflusst

von Isabelle Mittermeier

Werde dein eigener Finanzberater – bei dieser Aufforderung konnte ich vor einigen Wochen nur innerlich lachen und abwinken. Wie soll bitteschön ich, die mit Zahlen nicht so viel am Hut hat und vor allem nicht viel über Finanzen weiß, mein eigener Finanzberater werden? Das denken sich wahrscheinlich viele, die den Titel des WissenPlus-Fokusthemas Mai hören: Money Mindset – werde dein eigener Finanzberater.

Und obwohl diese Vorstellung so absurd wirkte, habe ich mich dazu entschlossen, die Herausforderung anzunehmen. Zur Ausgangssituation: Ich, 30 Jahre alt, keine Ersparnisse, eine Altersvorsorge, die seit Jahren brach liegt und keinerlei Vorwissen, was die persönliche Finanzplanung angeht.

Mein Money Mindset

Alles fing mit dem wunderschönen Begriff Money Mindset an. Money Mindset? Was ist das überhaupt? Habe ich überhaupt ein Money Mindset? Dazu kam, dass ich auf Instagram einen Post der Finanzbloggerin Fortunalista sah, bei dem es um eine Finanzchallenge für Frauen ging. Ich dachte mir, ok, vielleicht wäre es gut, wenn ich mich so langsam mal mit dem Thema Geld beschäftigen würde – also in dem Sinne, dass es sich vermehrt und nicht mein ganzes Leben lang knapp ist und ein dauerhaftes Problem für mich darstellt. Ich meldete mich für die Challenge an und wartete ganz gespannt auf den ersten Tag und die erste Aufgabe, die ich erfüllen sollte. Wie das ganze allerdings mein Money Mindset, also mein Verhältnis zu Geld verändern sollte, war mir nicht klar.

Der Wake-up-Call

Tag 1 der Challenge: Ich bekam früh morgens eine E-Mail ins Postfach mit dem so genannten Wake-up-Call. Das bedeutete, dass es irgendwie noch gar nicht richtig losging, sondern ich den ersten Schritt schon gemacht hätte, weil ich mich für die Challenge entschieden habe. Dazu wurde ich darüber informiert, dass es die kommenden Tage darum gehen würde, Ordnung in meinem Umfeld zu schaffen und innerhalb von nur 30 Tagen den Grundstein für meine Vermögensplanung zu legen. Hm, ok dann kommt das erste To do hoffentlich an Tag 2. Es kam kein To do, aber dafür ein Denkanstoß: Bevor ich mein Geld vermehren kann, muss ich meine Geldblockaden lösen. Das heißt, wenn ich glaube, dass Geld schlecht ist und ich sowieso nie ohne Geldsorgen leben werde, dann wird sich auch nichts an meiner Situation ändern. Klingt irgendwie logisch, in anderen Lebenssituationen merken wir ja auch, dass wir uns mit unseren Glaubenssätzen selbst blockieren. Aber leichter gesagt als getan.

Horrorszenario Altersarmut

So motiviert wie noch nie, wenn es um das Thema Sparen ging, kaufte ich mir nach Feierabend das Buch Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können von Madame Moneypenny. Für mehrere Abende war meine Bettlektüre gesichert. Auch darin geht es darum, wie vor allem Frauen sich bewusst machen können, dass sie sich selbst um ihre Finanzen kümmern müssen, um später nicht in Altersarmut zu leben. Denn durch die Umstände, dass Frauen oft denken, sie könnten kein Vermögen anhäufen, weil sie sich nicht auskennen oder weil sie sowieso zu wenig verdienen, wird es vielen später passieren, dass sie von der Rente nicht leben können und nicht rechtzeitig vorgesorgt haben. Hinzu kommen dann noch Verdienstlücken wie Elternzeit oder andere Gehaltspausen, die beispielsweise durch die Pflege von Angehörigen zustande kommen. Dieses Szenario, das beide Finanzexpertinnen damit andeuten, macht mir ehrlich gesagt Angst.

Auch ich gehöre zu den Frauen, die keine Einserschülerin in Mathe war und denen es jedes Jahr schon mehrere Monate vor der Abgabe der nächsten Steuererklärung graut. Trotzdem möchte ich eigentlich meine finanziellen Entscheidungen genauso selbstständig treffen, wie ich auch andere Lebensentscheidungen treffe. Und vor allem: finanziell unabhängig sein und bleiben.

Die Wochen vergehen und es fällt mir schwer, die dann doch noch kommenden Aufgaben der Finanzchallenge in meinen Alltag einzubauen. Dazu gehört zum Beispiel meinen Kleiderschrank auszumisten oder alte Kosmetik auszusortieren. Was ich allerdings einige Wochen lang schaffe ist es, meine täglichen Ausgaben aufzuschreiben und dadurch einen besseren Überblick zu bekommen, für was ich mein Geld so ausgebe. Insgesamt kann ich sagen, dass es mich unglaublich bereichert hat, mich endlich mit dem Thema Finanzen zu beschäftigen.

Vorfreude aufs Sparen

Ich bin mir zwar immer noch nicht ganz sicher, ob ich es schaffen werde, eine große Summe anzusparen, habe aber viel zu dem Thema dazugelernt. Ein erster großer Schritt war es für mich, einen monatlichen Dauerauftrag für mein Tagesgeldkonto anzulegen. So  geht automatisch jeden Monat ein kleiner Betrag auf dieses zweite Konto, das ich nicht für alltägliche Ausgaben verwende. Etwas aufgeregt bin ich, wenn ich daran denke, bald mein eigenes Depot zu eröffnen, um mit ETF-Sparplänen zu beginnen. Hatte ich vor der Challenge noch nie von gehört und dachte eher, dass Menschen mit Sparplänen langweilige Geizhälse sind.  Auch dort werde ich zu Beginn nur kleine Beträge anlegen können, aber der alte Spruch bewährt sich dann doch: Kleinvieh macht auch Mist.

Du möchtest auch mehr zum Thema Finanzen lernen? Dann melde dich hier für unsere Webinare im Mai an.

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