Vitamin 2.0.: So kriegen Firmen ihre Mitarbeiter – und Bewerber einen Job

Wir haben die wichtigsten Trends für dich zusammengestellt.

Recruiting-Trends: Der Nachschub an Fachkräften wird knapp, viele Unternehmen haben Angst, ihre freien Stellen nicht mit qualifizierten Leuten besetzen zu können. Das Recruiting bekommt deshalb einen neuen Geschmack. Bewerber, besonders die mit guten Ausbildungen und Hochschulabschlüssen, müssen nicht mehr als schüchterne Bittsteller auftreten, die dankbar jeden Vertrag unterschreiben. Nein, Unternehmen müssen sich mehr ins Zeug legen, um gute Leute anzuheuern. Das hat die Suche nach Bewerbern stark verändert.

Die Universitäten Bamberg und Frankfurt haben zum Thema eine empirische Umfrage gemacht. Und die Personal-Verantwortlichen von 1.000 Top-Unternehmen befragt. Die magere Rücklaufquote von 13,7 Prozent mag ein Beweis sein, dass die Bewerber-Fahnder rotieren. Ihre Herausforderungen lassen sich in Schlagworten zusammenfassen: Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, gesetzliche Rahmen-Bedingungen. Die Personaler schwitzen über Maßnahmen, Mitarbeiter zu finden und die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass die Gefundenen gerne bleiben. Employer Branding nennt sich der Versuch, eine Firma in eine attraktive Marke zu verwandeln, die zum Magneten für Jobsuchende wird. Internes Employer Branding kümmert sich darum, die Marke der Wahl zu bleiben, wenn die Top-Qualifizierten einmal angebissen haben.

Vitamin 2.0.: Online-Bewerbung

Für das vergangene Jahr haben fast alle befragten Unternehmen offene Stellen angekündigt. Und wie kommen die Bewerber da rein? Anders als es der Vitamin-B-Verdacht vermuten lässt, gelingen die meisten Einstellungen immer noch über eine ganz normale Bewerbung. Statt in Zeitungen inserieren die Firmen aber eher in Online-Stellenbörsen, auch wenn die Print-Anzeige in der Zeitung das Image des Arbeitgebers aufwerten kann. Ein beliebter Kanal für Stellenanzeigen ist die eigene Webseite des Unternehmens. Drei von zehn Einstellungen gehen auf diesen Weg zurück. Bei mehr als zwei von zehn freien Stellen fordern die Unternehmen auch ihre eigenen Mitarbeiter auf, sich in ihrem Umfeld umzuhören. Ob online oder Print: Die klassische Kombination aus Anschreiben und Lebenslauf ist nicht out. Bis 2017 wollen Unternehmen jedoch die Bewerbung über Formulare und Datenbanken ausbauen.

Viel Selbstdarstellung, wenig Geschnüffel

Soziale Medien sind im Recruiting wichtiger geworden. XING, Facebook und Co. werden dabei weniger genutzt, um Stellen auszuschreiben. Vielmehr dienen die Online-Netzwerke als Plattformen, um sich als schicken Arbeitgeber zu präsentieren, der seiner Zielgruppe nah sein möchte: Soziale Medien als „Employer-Branding-Instrument“. Angeblich seltener als angenommen nutzen Unternehmen die sozialen Kanäle als Schnüffeldienste, um sich Informationen über die Kandidaten zu verschaffen.

Die Richtigen anquatschen

Immerhin 13,7 Prozent bedienen sich dem so genannten Active Sourcing. Das heißt, es werden Mitarbeiter darauf angesetzt, geeignete Kandidaten direkt anzusprechen. Nach Aussage der Umfrage-Teilnehmer werden dazu auch gerne Talent Pools genutzt: Interessante Kandidaten werden auf Wunsch dokumentiert, vorgemerkt und wenn’s drauf ankommt aktiv angesprochen. Auch Karriere-Events wie Messen oder eigene Info-Veranstaltungen nutzen die Unternehmen, um potenzielle zukünftige Mitarbeiter von sich zu begeistern. Von den sozialen Netzwerken ist XING die Nummer eins, um Fachkräften mit einem interessanten Profil eine Nachricht zukommen zu lassen.

Bewerbung per Smartphone und Tablet

Zum Trend wird wahrscheinlich das Mobile Recruiting werden. Unternehmen wissen, dass die nachrückenden Akademiker-Generationen mit Smartphones und Tablets unterwegs sind. Für diese Geräte wird der Bewerbungsprozess optimiert werden, sodass sich interessante Kandidaten auch in der U-Bahn oder beim Mittagessen in der Mensa auf passende Stellen bewerben können. Dazu werden die Karriere-Seiten optimiert dargestellt, manche Unternehmen bieten auch schon Bewerbungs-Apps an. Fast 30 Prozent der befragten Unternehmen haben Maßnahmen für mobile Endgeräte schon auf ihrer To-do-Liste.

Interessant zu wissen: Die befragten Top-Unternehmen zeigen sich besorgt, alle vakanten Stellen auch wirklich besetzen zu können. Geeignete Kandidaten zu finden ist nämlich nicht einfach – eine Perspektive, die viele Absolventen nicht auf dem Schirm haben. Das gilt aber nicht für alle Bereiche: Besonders die IT-Firmen haben Probleme, qualifizierten Nachwuchs zu finden.

Im nächsten Schritt geht es darum, eingestellte Mitarbeiter davon abzuhalten, zum nächsten Arbeitgeber weiter zu ziehen, also der „Employer of Choice“ zu bleiben. Flexible Arbeitszeit-Modelle (Gleitzeit, Sabbaticals) und Arbeitsort-Modelle (Homeoffice, Tele-Arbeit) sind das Zauberwort, um gute Leute bei der Stange zu halten. Was auch gut zieht, sind eigene Ausbildungs-Maßnahmen. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, müssen Unternehmen auch schauen, dass sie mehr Frauen und Arbeitnehmer über 50 rekrutieren.


Jetzt bewerben!

Flexible Studienfinanzierung für alle Abschlüsse, auch im Ausland

  • Plus Trainingsprogramm für dein volles Potenzial
  • Unverbindlich und ohne Fristen
  • Schnelle Entscheidung

Zur Online-Bewerbung