Zeitmanagement: Pomodoro-Technik wirkt gegen Auschieberitis

von Stefanie Müller

Wer hätte gedacht, dass Tomaten gegen Aufschieberitis helfen. Zumindest hatte die Stoppuhr des italienischen Erfinders der Pomodoro-Technik die Gestalt einer Tomate und wurde damit die kuriose Namensgeberin der ebenso simplen wie wirksamen Zeitmanagement-Methode. Darüber hinaus hat das beliebte Gewächs mit Zeitmanagement rein gar nichts zu tun. Wie also funktioniert die Pomodoro-Technik, und warum tut sie das so besonders gut?

Die Idee hinter der Methode geht auf die Erkenntnis zurück, dass Zeitmanagement und Produktivität wunderbar mit kleinen Arbeitseinheiten und regelmäßigen Pausen funktionieren. Binsenweisheiten dieser Sorte unterliegen oft dem komischen Gesetz, dass sie zwar jeder kennt, aber kaum jemand beherzigt. Die Pomodoro-Technik hilft dabei, der allseits bekannten Tatsache eine konkrete Struktur zu geben. Genauer gesagt: 25 Minuten an einer definierten Aufgabe arbeiten. 5 Minuten Pause. Nach vier Einheiten gibt es eine längere Pause von 20 Minuten. Ohne Wenn und Aber. 


Hilfsmittel kann dabei eine gute alte Stopp- oder Küchenuhr sein. Mittlerweile geben aber auch zahlreiche kostenlose Pomodoro-Apps den Rhythmus vor. Wichtig ist, dass du nicht permanent die Uhrzeit kontrollierst, sondern durch ein Signal auf das Ende der Einheit vorbereitet wirst. Nicht zur Diskussion steht die 5-minütige Pause, egal wie sehr du im Flow bist, egal wie sehr die Deadline nagt. In dieser Pause wird Tee getrunken, aus dem Fenster geschaut, Instagram gecheckt, die Katze gestreichelt – oder etwas anderes getan, worauf du dich freuen kannst. Die Pause ist genauso wichtig wie die Arbeitseinheit, damit die Technik die gewünschte Wirkung hat und deine Produktivität verbessert. Nach 5 Minuten startet die nächste Pomodoro-Einheit mit einer definierten Aufgabe oder einer Bündelung mehrerer kleiner Aufgaben, die gut zusammenpassen. Größere Aufgaben und Projekte können natürlich in mehrere Pomodoro-Einheiten aufgeteilt werden.

Voller Fokus in den 25 Minuten, Handy in den Flugmodus, Mitbewohner raus

Was soll daran so gut funktionieren? Das Geheimnis ist die Kombination aus kurzen Einheiten, klar definierten Zielen und Pausen, die für die langfristige Konzentration sehr wichtig sind. Die erst einmal extrem kurz erscheinende 25-Minuten-Einheit erscheint machbar, ist nicht so ein Berg. Weil sich plötzlich alles um diesen überschaubaren Zeitabschnitt dreht, ist man voll im Fokus und auch eher bereit dazu, Ablenkungen zu vermeiden und Störungen konsequenter abzuwehren, denn jede Minute zählt und bald ist ja wieder Pause. Das ist übrigens sehr wichtig: In den 25 Minuten gibt es nur die geplante Aufgabe. Das und nichts anderes hat Priorität. Mitbewohner müssen draußen bleiben, das Handy in den Flugmodus versetzt werden, Kollegen über die Konzentrationsphase informiert werden. Wer gedanklich leicht zum Abschweifen neigt, dem kann ein Zettel am Bildschirm oder auf dem Schreibtisch helfen, auf dem die aktuelle Aufgabe stichpunktartig steht. Was für ein Gefühl, diesen Zettel nach der Einheit auf die „Geschafft-Liste“ kleben zu können! Oft wundert man sich, dass eine Sache tatsächlich in nur 25 Minuten zu meistern war.

Motivierender Wettlauf mit der Uhr und sich selbst

Der spielerische Wettlauf mit der Zeit kommt auch Aufschiebern entgegen, die auf Zeitdruck und kleine Erfolgserlebnisse stärker angewiesen sind als andere Menschen. Jede geschaffte Pomodoro-Einheit ist ein kleiner Erfolg für sich. Damit werden auch große Projekte in viele Mini-Triumphe gegliedert, die motivieren.

Wichtig: Bloß nicht verzagen, wenn die Pomodoro-Einheit gerade in der Anfangszeit nicht immer zum gesetzten Ziel führt. Gerade für diejenigen, die Zeit schwer einschätzen können, bietet die Pomodoro-Technik eine schnelle Lernkurve. Das Gefühl dafür, was man in welcher Zeit schaffen kann, wird rasant geschärft. Dazu ist allerdings eine kurze Evaluation wichtig. Wenn du dein 25-Minuten-Ziel nicht erreichst hast, woran lag es? Denke kurz darüber nach und überlege, wie du zukünftig damit umgehst. War die Aufgabe doch zu groß? Waren die Rahmenbedingungen nicht ideal? Sei gespannt auf die Lerneffekte.

Besonders gut geeignet für Aufgaben, an denen du allein arbeitest

Besonders gut geeignet ist die Technik für alle Aufgaben, an denen du relativ eigenverantwortlich und überwiegend allein arbeitest und bei denen du die Unterbrechungen gut kontrollieren kannst. An manchen Tagen wirst du vielleicht nur einen Teil deiner Zeit mit Pomodoro-Einheiten verplanen können, was dir wiederum hilft, den Tag zu strukturieren. Welche Aufgaben zu welcher Zeit und unter welchen Arbeitsbedingungen? Wann musst du erreichbar sein, und wann nicht? Und was bedeutet das für die Planung deiner to-do-Liste?  

Probier es doch mal aus und berichte uns von deinen Erfahrungen!

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