Die Finanzfrage Lohnt sich eine Promotion?

1598Der Doktortitel verliert immer mehr an Anerkennung. Schuld sind unter anderem prominente Negativbeispiele aus der Politik. Doch wie wirkt sich der Dr. vor dem Nachnamen eigentlich finanziell aus?

Dr. Strange lässt grüßen

In Deutschland werden durchschnittlich 25.000 Doktortitel im Jahr verliehen, insbesondere im naturwissenschaftlichen Bereich – jede zweite Promotion wird in Mathematik, Chemie, Physik, Biologie oder Ingenieurwissenschaften abgeschlossen. 2019 meldeten 88 Prozent aller Absolventinnen und Absolventen eines Chemie-Masterstudiengangs eine Promotion an. Genau dies wird mittlerweile von Experten kritisiert: Absolvent/innen mit Doktortitel mangele es häufig an Praxiserfahrung, da sie überzeugt seien, dass eine Promotion in ihrem Fachbereich ein „Must have“ ist. Der Fokus werde so weniger auf wirklich relevante Skills gelegt. Und in der Medizin? Selbst hier ist der Dr. med. umstritten, da Student/innen meist selbst wenig eigene Forschungsarbeit betreiben müssen.

Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen müssen zurückstecken

Ist die Promotion also nur etwas für Egomanen und Selbstdarsteller? Tatsächlich legen deutsche Unternehmen immer weniger Wert darauf, ob ihr Führungspersonal promoviert ist. Laut einer Studie im Auftrag der »Wirtschaftswoche« sinkt die Zahl der Topmanager mit Doktortitel in den 100 größten deutschen Unternehmen stetig. Waren es 2007 noch 58 Prozent, lag die Quote 2017 nur noch bei 44 Prozent. Auch finanziell sieht es für Promovierende zunächst mau aus: Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen verfügen im Schnitt über ein Nettoeinkommen von rund 1.261 Euro – das ist deutlich weniger als das durchschnittliche Einstiegsgehalt für Master-Absolvierende. Zudem steht das Privatleben häufig hinten an: geringes Gehalt, Doppelbelastung durch Arbeit und Dissertation, befristete Verträge, keine Aussicht auf verlässliche Zukunftsplanung – die Jahre bis zum Titel sind geprägt von Unsicherheit.

Das große Aber

Wer jedoch wissenschaftlich wirklich interessiert ist, für den ist eine Promotion genau das richtige. Zu keinem anderen Zeitpunkt der Karriere, wirst du dich fachlich so „austoben“ können. Wer den Doktortitel erwirbt, weil es Spaß macht, profitiert außerdem auf persönlicher Ebene: Laut dem Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs weisen Promovierte im Vergleich zu Nicht-Promovierten eine höhere berufliche Zufriedenheit auf – und arbeiten später häufiger in einem Beruf, der ihren Fähigkeiten entspricht. Unternehmensberatungen wie McKinsey unterstützen die wissenschaftliche Weiterbildung bei voller Gehaltsfortzahlung.

Jurist/innen profitieren am meisten

Die gute Nachricht: Hat man die Dürrejahre endlich hinter sich, kann sich der Titel finanziell durchaus auszahlen. Im Schnitt verdienen Doktoren ein um 10.000 Euro höheres Jahresgehalt als nicht promovierte Kolleg/innen, wie eine Studie der Plattform Gehalt.de ermittelte. Am meisten profitieren promovierte Juristinnen und Juristen, im Schnitt verdienen sie bis zu 33.000 Euro mehr.

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