Die Finanzfrage: Master ja oder nein? - Das sagt der Blick auf die Gehaltsabrechnung

Spätestens nach dem Bachelor-Abschluss stellt sich für die meisten frischgebackenen Absolventen die Frage: Hänge ich einen Master dran oder steige ich möglichst schnell in den Beruf ein? Neben persönlichen Interessen und privaten Zielen kann hier der Blick auf die Gehaltsentwicklung Aufschluss geben.

Durchwachte Nächte in der Bibliothek, Hausarbeiten auf den letzten Drücker, Ebbe im Portemonnaie – ein Studium ist nicht immer Zuckerschlecken. Umso reizvoller ist es für viele Absolventen, der Uni möglichst bald den Rücken zu kehren und mit Schwung in den Job zu starten, wo das erste eigene Gehalt lockt. Schließlich studiert man ja (unter anderem) genau dafür – um später gut zu verdienen. Wie so oft im Leben kann es sich aber lohnen, einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen. Denn: Laut einer Erhebung von Gehalt.de verdienen Absolventen mit Bachelorabschluss in den ersten drei Jahren nach Berufseinstieg rund 43.200 Euro jährlich; Masterabsolventen steigen direkt mit etwa 3.000 Euro mehr pro Jahr ein und verdienen im Schnitt 46.000 Euro pro Jahr.

Kreativität schlägt Master

Wer sich also gehaltlich eine günstige Ausgangsposition schaffen möchte, ist mit dem Master gut beraten. Auch der Karriereplanung steht der höhere Abschluss gut zu Gesicht – Masterabsolventen haben bessere Chancen, direkt in (mittlere) Management-Positionen einzusteigen und werden auch schneller befördert. Das große ABER: Die Gehaltsunterschiede gleichen sich je nach Berufsfeld mit der Zeit teilweise an. Heißt – nicht in allen Berufen lohnt sich der Master, da die bis zu zwei Jahre mehr an der Uni sich letztendlich nicht wesentlich im Gehalt niederschlagen und die Gehaltsaussichten generell eher niedrig sind. Gerade in kreativen Berufen – etwa als Grafik-Designer oder Redakteur – schlägt ein Master-Abschluss (zumindest auf dem Konto) nicht wesentlich zu Buche. Berufseinsteiger verdienen zwischen rund 32.000 Euro (Grafik) und rund 35.000 Euro (Architekten) brutto pro Jahr. Natürlich kann man auch in diesen Berufen finanziell große Sprünge machen – dies gelingt in der Regel dann jedoch eher mit dem Schritt in die Selbstständigkeit und zunehmender Berufserfahrung.

Top-Aussichten in technischen Berufen

Richtig gute Karten haben Masterabsolventen hingegen im Bereich Risk-Management. Absolventen mit Masterabschluss steigen hier im Schnitt mit mehr als 57.000 Euro brutto ein. Ebenfalls gute Aussichten auf überdurchschnittlich bezahlte Jobs haben Ingenieure (rund 52.000 Euro brutto pro Jahr) und Beschäftigte in der technischen Forschung und Entwicklung (rund 53.000 Euro brutto pro Jahr). Zusätzlich einen erheblichen Einfluss auf das Einstiegsgehalt und die spätere Gehaltsentwicklung hat natürlich die Branche, in der der Berufseinstieg gelingt. Die höchsten Gehälter zahlen Banken, große Automobil-Hersteller sowie Pharma- und Consulting-Unternehmen.

Auf Bauchgefühl hören

Letztlich sollte man bei der Frage  „Master – ja oder nein?“ aber nicht nur nach Gehaltsaussichten schauen. Wer gerne studiert und an fachlicher Weiterbildung in seinem Gebiet interessiert ist, der sollte natürlich einen Masterabschluss anstreben – auch wenn auf dem Gehaltszettel keine riesigen Sprünge zu verzeichnen sind. Auf der anderen Seite können auch Bachelor-Absolventen, die engagiert sind und gerne anpacken, die gleichen Karriereziele wie Kollegen mit dem Master in der Tasche erreichen. Manchmal kann es auch sein, dass man bereits im Berufsleben steht und auf einmal merkt, dass ein Master für die Weiterentwicklung nun doch sinnvoll wäre. Hier lohnt es sich in jedem Fall, das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen – gerade größere Unternehmen stellen ihre Arbeitnehmer zur Weiterbildung frei und zahlen teilweise sogar das Studium.

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