Bald sind Prüfungen? Keine Panik!

Tipps gegen Prüfungsangst

Angst ist an und für sich etwas Gutes: Evolutionsbedingt entwickeln wir vor unbekannten Situationen ein mehr oder weniger großes Unbehagen, das den Körper in einen Notfallmodus versetzt und uns davor schützt, unüberlegt zu handeln. Im Studium ist dies natürlich unpassend – hier wird von uns erwartet, dass wir trotzdem Höchstleistungen abliefern. Wir haben Tipps gegen Prüfungsangst für dich.

Wenn du unter Prüfungsangst leidest, mach dir am besten klar, dass es ganz normal und auch der Situation angemessen ist, dass du vor der Prüfung etwas Bammel hast. Versuche herauszufinden, was dir ganz genau Angst macht und was du sinnvoll dagegen tun kannst. Wichtig ist auch eine realistische Klärung der Lage: Was sind genau die Prüfungsanforderungen und welchen Stoff musst du wie gut beherrschen? Wo sind deine Schwächen und Wissenslücken, aber mach dir ebenso deutlich, wo deine Stärken liegen. Nach dieser Bestandsaufnahme machst du dir einen realistischen Lernplan. Um die starke Anspannung abzubauen, hilft es dir möglicherweise, eine Entspannungstechnik wie das Autogene Training zu lernen. Lenk deine Gedanken weg von deinen vermeintlichen Defiziten - konzentriere dich lieber auf das, was du gut kannst und was du bisher Gutes geleistet hast.

Strukturiert lernen

Ein gutes Zeitmanagement ist wichtig, um Prüfungsängsten die Grundlage zu entziehen. Mach dir am besten eine Aufstellung aller Schritte und Unterschritte, die zum Erlernen des Prüfungsstoffs notwendig sind. Schätze dafür einen realistischen Zeitaufwand ein. Dabei wirst du auch Prioritäten setzen müssen und manchmal auch Mut zur Lücke haben müssen. Aus der allgemeinen Psychologie ist bekannt, dass der Mensch je nach Situation und Fähigkeiten 5 +/- 2 neue Informationen pro Lerneinheit im Kurzzeitgedächtnis speichern kann. Alles was darüber hinausgeht, fällt sofort wieder aus dem Speicher heraus. Wichtig ist daher, den großen Plan in Wochen- und Tagesschritte zu unterteilen und auch Freizeit mit einzuplanen.

Mündliche Prüfung

Gerade bei mündlichen Prüfungen ist es wichtig, auch die Präsentation des Wissens einzuüben. Trag den Stoff laut vor und überleg dir, mit welchen Fragen und Einwänden zu rechnen ist und wie du darauf reagieren könntest. Ideal ist es, mit anderen Personen den Prüfungsstoff durchzusprechen und damit schon mal das Frage-Antwort-Spiel zu üben. Vor der mündlichen Prüfung kannst du noch einmal schriftlich die Struktur des erarbeiteten Stoffs skizzieren und dir notieren, was du dazu loswerden möchtest.

In mündlichen Prüfungen bietet sich in der Regel die Gelegenheit, das Gespräch auch selbst zu beeinflussen. Auf manche Fragen kannst du selbst hinleiten oder dich argumentativ in die gewünschte Richtung bewegen. Dazu brauchst du eine Art Grundgerüst im Kopf, das du dir vorher zurechtlegst. In manchen Fachbereichen gilt, dass du je nach Thema auch die Möglichkeit hast, selbst Fragen aufzuwerfen und Diskussionen anzuregen. Versuch mal, die mündliche Prüfung als Gespräch über dein Fachgebiet zu sehen. Durch die richtigen Lerntechniken im Vorfeld kannst du die Situation bereits beeinflussen. Stell dir bereits beim Lernen lebendige Verknüpfungen her und denken aktiv über den Stoff nach. Lass es nicht dabei, stumpf die Fakten auswendig zu lernen – umso eher kann sich in der Prüfung ein lebendiges Gespräch entwickeln, bei dem du einen guten Eindruck hinterlassen kannst.

Blackout – alles weg?

Ein Blackout wird als Zustand beschrieben, in dem alles Gelernte plötzlich wie weg geblasen erscheint. Es fällt einem nichts mehr ein und die Nervosität scheint einen in diesem Moment explosionsartig zu überfallen. Schlagartig schieben sich Gedanken und Ängste in den Vordergrund, die sich mit den Folgen des Blackouts beschäftigen: Jetzt ist alles aus, nun falle ich durch, ich muss die Vorlesung wiederholen, etc. Tatsächlich ist in solchen Momenten das Gedächtnis blockiert und man findet den Zugang zum Gelernten für den Moment nicht mehr. Man kann ihn jedoch wiederherstellen. Atme in solchen Momenten ein paar Mal ganz tief durch. Während einer schriftlichen Prüfung kannst du vielleicht kurz den Raum verlassen, dir kaltes Wasser über die Hände laufen lassen, durchatmen und dann in aller Ruhe wieder neu ansetzen.

In einer mündlichen Prüfung kannst du den Prüfer auf deinen Blackout hinweisen und ihn um eine kurze Pause bitten. Versuche dann, den roten Faden wieder aufzunehmen. Vielleicht hilft es dir, wenn der Prüfer die verhängnisvolle Frage noch einmal anders formuliert – oft ist es nur der erste Schock, wenn eine Frage vermeintlich nicht sofort an das anknüpft, was man gelernt hat. Mach dir vor allem klar, dass ein Blackout kein Zustand ist, der gleich zum Desaster führt. Das Wissen ist nicht weg, meist ist nur der Zugang kurzfristig versperrt, indem sich sorgenvolle Gedanken an die Konsequenzen in den Vordergrund schieben. Überleg dir bereits vor der Prüfung, mit welchen Atem- und Entspannungsübungen du diese Situation überwinden wirst oder wie du in einem solchen Moment mit dem Prüfer kommunizieren möchtest. Wenn du Prüfungsängste aus eigener Kraft nicht mehr bewältigen kannst und sie deinen Studienerfolg beeinträchtigen, dann solltest du die psychologische Beratungsstelle an deiner Hochschule in Anspruch nehmen, die auf solche studienspezifischen Ängste und Probleme spezialisiert ist.

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