Berufserfahrung Checkliste: So wird dein Praktikum zum Erfolg

Vorbei die Zeiten, in denen studentische Praktikant:innen in erster Linie fürs Kaffee kochen eingestellt wurden. Ein gutes Praktikum kann nicht nur bei der konkreten Berufswahl helfen. Es kann auch ein Türöffner für den erfolgreichen Berufseinstieg sein und die knappe Kasse aufbessern. Voraussetzung ist die Wahl des richtigen Unternehmens. Mit unseren Tipps startest du durch. 

Gut vorbereitet ist halb eingestellt 

Der richtige Zeitpunkt: Idealerweise solltest du im Laufe deines Studiums mehr als ein Praktikum absolvieren. Das gibt dir die Chance, in verschiedene Bereiche hineinzuschnuppern und herauszufinden, welche Unternehmensgröße die richtige für dich ist. Nicht jede:r ist für die Karriere im Großunternehmen gemacht! Denke in jedem Fall daran, dich rechtzeitig zu bewerben. Gerade Praktika in bekannten und renommierten Unternehmen benötigen viel Vorlauf. Am besten nimmst du spätestens ein halbes Jahr vorher Kontakt mit der Personalabteilung auf. Die Dauer deines Praktikums sollte zwei Monate nicht unterschreiten. Nur dann kannst du dich wirklich in ein Team einarbeiten und darfst auch mit anspruchsvolleren Aufgaben rechnen. Wichtig: Flexibel sein! Zum Wunschzeitpunkt ist kein Platz frei, dafür ein halbes Jahr später? Sag zu – und verschiebe im Zweifel eine Klausur ins nächste Semester. Arbeitserfahrung zählt letztlich mehr als der perfekte Lebenslauf im Rekordtempo. Übrigens: mit einem Praktikum in einer anderen Stadt schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe – du beweist Mut zur Veränderung und lernst ein komplett neues Umfeld kennen. 

Praktikumsvertrag: Diese Punkte sollte er enthalten

  • Lern- und Wissensziele 
  • Probezeit falls vorhanden (Dauer etc.) 
  • Art des Praktikums (freiwillig oder verpflichtend) 
  • Name und Anschrift vom Praktikumsbetrieb (und von dir) 
  • Beginn und Ende des Praktikums 
  • Dauer des Praktikums 
  • Wöchentliche bzw. tägliche Praktikumszeit 
  • Pflichten des Praktikanten / der Praktikantin
  • Pflichten des Praktikumsbetriebes 
  • Verhalten bei Krankheit 
  • Angaben zu Kündigungsfristen 
  • Haftung 
  • Unfallschutz 
  • Unterschriften beider Parteien 

Gehaltsverhandlung und Vertragsunterzeichnung: Grundsätzlich ist ein Praktikumsvertrag keine Pflicht. Wir empfehlen dir dennoch dringend darauf zu bestehen! Nur so sind beide Parteien abgesichert. Unterschieden wird hier zwischen einem freiwilligen und einem verpflichtenden Praktikum. Bei einem freiwilligen Praktikum hast du Anspruch auf Urlaubstage und Mindestlohn; bei einem verpflichtenden Praktikum (wie es manche Studiengänge vorschreiben) besteht kein Anspruch auf diese Leistungen.  

Thema Geld: Einen allgemeinen Anspruch auf ein Praktikumsgehalt gibt es in Deutschland leider nicht. Auch hier ist entscheidend, ob du das Praktikum freiwillig oder verpflichtend absolvierst. Pflichtpraktika müssen in der Regel nicht bezahlt werden, ebenso wenig wie Praktika zur Berufsorientierung (die du zum Beispiel als Voraussetzung für bestimmte Studiengänge brauchst). Aber: Dauert das Praktikum länger als drei Monate, sollte dir der Arbeitgeber schon einen Ausgleich zahlen. Bei einem freiwilligen Praktikum kommt es ganz auf die Branche an. Während du in kleineren Agenturen eher nur mit dem Mindestlohn rechnen kannst, darfst du dich bei größeren Unternehmen in der Regel auf eine dickere Gehaltsabrechnung freuen. Richtig fette Beute machst du mit einem „Internship“ bei einer Unternehmensberatung. 

Jetzt geht’s ans Eingemachte 

Wie aufregend! Der erste Tag deines Praktikums steht bevor. Hast du an alles gedacht? Praktikumsvertrag unterzeichnet? Geheimhaltungsvereinbarung unterschrieben? Alle Personaldaten übermittelt? Dann nichts wie rein ins Abenteuer! 

Unser Tipp: Entwickle eigene Ideen vorab, was du dir von deinem Praktikum erwartest und was du gerne lernen möchtest. So wirst du nicht überrascht, wenn zunächst keine konkrete Aufgabenstellung auf dich wartet – was in Unternehmen mit ständig wechselnden Projekten häufiger vorkommen kann. Sprich deine Vorgesetzten gezielt an und frage nach einem eigenen (Teil-) Projekt, das inhaltlich anspruchsvoll ist und idealerweise zu deinen Studienschwerpunkten passt. Halte dabei stets engen Kontakt zu deinen Kolleg:innen und hake nach, wenn etwas unklar ist. So lernst du permanent dazu und rufst dich auch bei vielbeschäftigten Abteilungsleiter:innen in Erinnerung. Außerdem: Wer viel Eigeninitiative zeigt, kann sich am Ende meist über ein gutes Zeugnis freuen. Ebenfalls wichtig – Socializing! Triff dich mit netten Kolleg:innen zum Kaffee, Mittagessen oder After-Work. Das zeigt, dass du auch über die Praktikumsinhalte hinaus Interesse am Unternehmen hast.  

Sabrina Maaß

Sabrina Maaß

Projekt- und Personalmanagement, Deutsche Bildung AG

Gute Praktikant:innen zeigen Interesse und sind mit Engagement bei der Sache. Praktika dienen der Orientierung, daher sollte man grundsätzlich erstmal offen für alles sein und nicht aufgeben, wenn Aufgaben nicht zu den eigenen Interessen passen. Wer Freude daran hat, Neues auszuprobieren und einfach mal mit anpackt, wird in den meisten Fällen auch ein erfolgreiches Praktikum absolvieren.

Und danach? 

Falls dein Chef oder deine Chefin es nicht von sich aus anbietet – bitte auf jeden Fall um ein abschließendes Feedbackgespräch. Die Gelegenheit kannst du nutzen, um aufzulisten, welche Aufgaben du im Praktikum erledigt hast. Das verschafft einen Überblick und ist auch eine gute Grundlage für das Praktikumszeugnis. Übrigens: Nicht verzweifeln, falls es damit etwas länger dauert. Ruhig ab und zu mal nachfragen, dann geht es auch nicht in Vergessenheit. 

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