Studium in Großbritannien_Brexit

Brexit Time to say Goodbye? Was das EU-Aus für dein Studium in Großbritannien bedeutet

Allem schlechten Wetter zum Trotz – Großbritannien galt lange Zeit als einer der Superstars unter auslandswilligen Student/innen. Mehr als 30.000 junge EU-Bürgerinnen und -Bürger pilgerten zuletzt Jahr für Jahr ins Vereinigte Königreich und krönten ihre Studienerfahrung mit einer Prise des einzigartigen British Way of Life. Mit dem Brexit haben die Briten nun auch dem Erasmus-Programm Farewell gesagt. Was das für dich und deinen Auslandsaufenthalt bedeutet? Wir klären auf.

It’s getting more complicated

Die gute Nachricht vorweg: Natürlich kannst du auch in Zukunft in Großbritannien studieren. Die schlechte: Es wird komplizierter. Das gilt nicht nur für Auslandssemester – auch Praktika und Praxissemester werden etwa in England schwerer zu bekommen sein. Ob das im Interesse Britanniens ist, bleibt zu bezweifeln. So bildeten etwa Akademiker/innen aus Deutschland schon immer eine besonders große Gruppe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an britischen Hochschulen. Eine allgemeine Mobilitätseinschränkung wird sich auch auf das akademische System Großbritanniens und den britischen Arbeitsmarkt auswirken. Aber zurück zum Auslandssemester selbst: Hier musst du nun auf eigene Faust losziehen. Am besten setzt du dich mit dem Akademischen Auslandsamt deiner Hochschule in Verbindung. Die Mitarbeiter/innen können dir Agenturen empfehlen, die Auslandsaufenthalte vermitteln oder kennen gegebenenfalls Ansprechpartner/innen an den britischen Hochschulen deiner Wahl.

Studieren in England wird teurer

Doch nicht nur die Studienplatzsuche wird schwieriger, auch die Rahmenbedingungen werden Austauschstudent/innen vor neue Herausforderungen stellen. Galt Erasmus grundsätzlich als niedrigschwelliges Programm, das mit großzügigen Fördermöglichkeiten lockte, muss jetzt alles neu verhandelt werden. Das beginnt schon mit der Einreise – seit dem 01. Januar 2021 benötigen Student/innen für die Einreise nach Großbritannien ein Studierendenvisum (für alle Aufenthalte, die länger als 6 Monate dauern).  Informationen erhältst du auf gov.uk.

Auch die Weiterführung der finanziellen Fördermöglichkeiten steht derzeit in den Sternen. Fest steht allerdings: EU-Bürger/innen, die ab dem akademischen Jahr 2021/22 in England, Schottland, Wales und Nordirland studieren (ab Juli 2021), haben keinen Zugang mehr zu der britischen Studienfinanzierung (tuition fee loans) oder Anspruch auf den „home fee status“ (gleiche Studiengebühren wie britische Student/innen). Vielmehr werden deutsche Student/innen nun wie andere internationale Studierende behandelt und müssen damit bei den einzelnen Hochschulanbietern die sogenannten „internationalen“ Gebühren zahlen. Wir empfehlen dir, dich direkt an deine britische Hochschule zu wenden, um die Kosten für deinen gewählten Studiengang zu erfahren. Zudem werden die Lebenshaltungskosten in England nach dem Brexit wahrscheinlich weiter steigen.

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Du steckst bereits mitten drin?

Für EU-Student/innen, die aktuell im Vereinigten Königreich studieren, bleibt der Anspruch auf das Erasmus-Stipendium vorerst bestehen. Eine mögliche Steigerung der Lebenshaltungskosten inklusive Mieten könnte dich natürlich trotzdem treffen. Es wird empfohlen, die Webseite von Erasmus+ regelmäßig auf Aktualisierungen zu überprüfen. Bitte setze dich darüber hinaus auch mit den Ansprechpartner/innen an deiner Universität in Verbindung – denkbar ist nämlich, dass die Heimathochschule Einzelabsprachen für Auslandssemester in Großbritannien mit dortigen Partnerhochschulen trifft.

Du möchtest nach dem Studium in Großbritannien arbeiten? Jobchancen im Vereinigten Königreich sind für deutsche Student/innen nach wie vor vorhanden. Es kann durch den Brexit dennoch schwieriger für dich werden, deinen Berufseinstieg zu finden. Laut einer Studie der Oxford University werden die Visa-Bedingungen von einem Großteil der ausländischen Europäer/innen, die in England arbeiten, nicht erfüllt. Eine Arbeitnehmerfreizügigkeit, wie sie in der EU üblich ist, wird es in Großbritannien künftig nicht mehr geben.

 

 

 

 

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